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Segeberg Falsche Polizisten müssen für Jahre ins Gefängnis
Lokales Segeberg Falsche Polizisten müssen für Jahre ins Gefängnis
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12:29 27.09.2019
Die beiden 25 und 27 Jahre alten Männer wurden jetzt vor dem Landgericht Kiel verurteilt. Quelle: dpa
Kiel/Bad Segeberg

Beide Angeklagte hatten einen festen Job, träumten aber von teuren Autos: Zwei auf dem Nato-Flugplatz in Hohn eingesetzte Diensthundeführer prellten als falsche Polizeibeamte ältere Menschen in Schleswig-Holstein um rund 240 000 Euro. Nach dem jetzt verkündeten Urteil des Kieler Landgerichts müssen die 25 und 27 Jahre alten Männer wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs und anderer Delikte bis zu vier Jahre und drei Monate in Haft.

Nach eigenem Geständnis ließen sich die nicht vorbestraften Arbeitskollegen durch ein Lockangebot im Internet mit der Aussicht auf schnelles Geld zu ihren Einsätzen als Geldabholer ködern. Das Hobby des Hauptangeklagten: schnelle Autos. Seinen Führerschein hatte der 25-jährige Sportwagenfan abgeben müssen. Auch deshalb spannte er in fünf von zehn Fällen seinen Freund als Fahrer ein. Der 27-jährige Komplize wurde zu zwei Jahren und elf Monaten verurteilt.

Segeberger Rentner um seinen Lebenstraum betrogen

Von den Geschädigten traf es am schlimmsten einen Mittsechziger aus dem Kreis Segeberg, der ebenfalls einem Traum auf vier Rädern nachhing: 100 000 Euro hatte der Rentner in 30 Arbeitsjahren gespart, um sich im Ruhestand ein Wohnmobil leisten zu können. Sein gesamtes zuhause verwahrtes Vermögen übergab der Zeuge den falschen Polizisten, nachdem er am Telefon von Hintermännern gezielt in Angst vor einem angeblich bevorstehenden Einbruch versetzt worden war.

In drei von zehn Fällen blieb es beim Versuch. In einem weiteren Fall erschien die Beuteerwartung den Hintermännern zu gering, sie bliesen die geplante Geldübernahme kurzfristig ab. In diesem Fall wurde das Duo wegen Verabredung zu einem Verbrechen verurteilt. Rund die Hälfte der Gesamtsumme erbeuteten die Deutschen, die keinen Migrationshintergrund haben, im Kreis Segeberg.

Hintermänner sitzen in der Türkei

Der Löwenanteil der erschlichenen Summen verschwand in der Türkei. Trotzdem müssen die Angeklagten den gesamten Schaden laut Urteil wieder gutmachen – so sie es denn jemals können. Mit den Drahtziehern kommunizierten die Angeklagten ausschließlich über soziale Medien. Über eine Facebook-Seite hatte der 25-jährige die Hintermänner in der Türkei kontaktiert.

Dort lockte ein Jobangebot mit Einkünften bis 40 000 Euro. Die seit Januar in U-Haft sitzenden Angeklagten beteuerten vor dem Urteil nochmals, sie hätten „dumm und naiv“ daran geglaubt, „nur etwas von A nach B zu transportieren“. Gleichzeitig brachten sie Scham und Reue zum Ausdruck. Ihr Hauptopfer hatte mit einem Selbstmordversuch auf den Verlust seines Vermögens reagiert. Allein für diesen schwersten Fall verhängte die Kammer bis zu zweieinhalb Jahre Haft.

Bewährungsstrafe „nicht mehr vertretbar“

Die Verteidiger hatten ihre Mandanten als arg- und willenlose Werkzeuge der türkischen Drahtzieher hingestellt und auf Bewährungsstrafen plädiert. Beide Angeklagte hätten für ihre Einsätze zusammen nicht mehr als 10 000 Euro bekommen. Der 25-Jährige will zudem von den Hintermännern unter Druck gesetzt worden sein.

Doch Bewährung sei angesichts der Schwere der Betrugstaten auf keinen Fall vertretbar, erklärte der Vorsitzende Michael Scheck in der Urteilsbegründung nach zehn Verhandlungstagen. Daran änderten auch die Geständnisse und das bisher straffreie Leben der Angeklagten nichts.

Von Thomas Geyer

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