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Segeberg Gutes Ergebnis unter schwierigen Bedingungen
Lokales Segeberg Gutes Ergebnis unter schwierigen Bedingungen
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18:27 22.02.2019
Dr. Rainer Bouss (l.) und Dirk Dejewski bilden den Vorstand der VR Bank Neumünster. Quelle: Oliver Vogt
Neumünster/Bad Segeberg

Die wirtschaftliche Situation der Volksbank Neumünster ist vielleicht nicht mehr ganz so himmelhochjauchzend wie im vergangenen Jahr, aber sie ist nach wie vor „äußert zufriedenstellend“. Man blicke „auf ein wirklich gutes Jahr 2018 zurück“, sagte Vorstand Dirk Dejewski am Freitag bei der Vorstellung des vorläufigen Jahresergebnis in der Zentrale in Neumünster. Trotz der weiter schwierigen Bedingungen durch die andauernde Niedrigzinsphase und die Turbulenzen an den Aktienmärkten ist die VR Bank stärker aus dem Jahr hinausgekommen, als sie hineingegangen war: die harte Kernkapitalquote ist von 18 auf 19,3 Prozent gestiegen (die Deutsche Bank zum Vergleich liegt bei 14 Prozent) und die Bilanzsumme legte um drei Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro zu.

Nicht ganz so fröhlich stimmt Dejewski und seinen Vorstandskollegen Rainer Bouss indes der Blick auf das Ergebnis, das im Vergleich zu 2017 von 16,1 Millionen Euro auf 12,7 Millionen Euro abgeschmolzen ist. Dies habe jedoch nicht mit dem eigenen Wirtschaften zu tun gehabt, betont Bouss, denn das Zinsergebnis liege mit 27,5 Millionen Euro nur knapp unter Vorjahr (28,1 Millionen Euro), sondern mit den Kursverlusten an den Aktienmärkten: Die eigenen Wertpapiereinlagen der VR Bank haben 2018 um 2,7 Millionen Euro nachgegeben; die Aktien der Kunden verloren im gleichen Zeitraum rund acht Millionen Euro an Wert. Auch die Negativzinsen drückten das Ergebnis leicht: 200 000 Euro musste die VR Bank an „Strafzinsen“ auf die Einlagen ihrer Kunden zahlen. Da die Strafzinsen aber nur in sehr begrenztem Umfang weitergebenen würden, das heißt nur an Großkunden mit sehr hohen Einlagen, habe man sich nur einen Bruchteil dieser Summe wiederholen können, sagt Rainer Bouss. Dies sei aber Klagen auf hohem Niveau: „Im Vergleich der norddeutschen Genossenschaftsbanken liegen wir mit unserem Ergebnis weiter unter den ersten 25 Prozent.“ Darauf sei man sehr stolz.

Die Hauptfiliale der VR Bank Neumünster in der Bad Segeberger Kirchstraße. In der zweiten Jahreshälfte soll hier der Umbau beginnen. Quelle: Oliver Vogt

Erfreulich vor allem: Das wirtschaftliche Klima in der Region hat sich trotz aller weltpolitischer Sorgen zum Beispiel vor dem Brexit oder Befürchtungen vor einem Handelskrieg mit den USA noch nicht eingetrübt, investiert wird weiterhin. Die Kreditforderungen an Kunden stiegen um vier Prozent auf einen Bestand von 860 Millionen Euro, wobei es sich bei etwa 70 Prozent um Unternehmenskredite und zu 30 Prozent um private Finanzierungen zum Beispiel für Immobilien handelt. „Und auch bei den Verbraucherkrediten haben wir einen weiter steigenden Bedarf festgestellt“, sagt Dirk Dejewski. Das vermittelte Kreditvolumen bei externen Finanzierern wie der Teambank oder der VR Leasing stieg um 13 auf insgesamt 267 Millionen Euro – ein Plus von fünf Prozent.

14 Standorte

Die VR Bank Neumünster eG betreut 55 390 Kunden in Neumünster und den Kreisen Segeberg, Plön sowie Rendsburg-Eckernförde. Von den insgesamt 14 Standorten befinden sich fünf im Kreis Segeberg – in Bad Segeberg, Wahlstedt, Bornhöved, Boostedt und in Kaltenkirchen. In allen Standorten arbeiten insgesamt 237 Mitarbeiter – davon sind 52 Prozent Frauen und 48 Prozent Männer.

Alles in allem sei das Ergebnis aber so gut, um erneut einen Dividende in Höhe von sechs Prozent an die 22 262 Mitglieder der Genossenschaftsbank auszuzahlen. Beschlossen werde darüber aber erst auf der Gesellschafterversammlung am 4. Juni in den Holstenhallen in Neumünster.

In der Fläche werde es 2019 keine Veränderungen geben, es bleibe bei 14 Standorten in der Region. Noch im ersten Halbjahr sollen die frisch renovierten Räumlichkeiten in Bordesholm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) eröffnet werden, anschließend werde man sich der Hauptgeschäftsstelle in Bad Segeberg annehmen. „Das wird eine ziemlich große Sache“, kündigt Bouss an. Vorgesehen sei ein vollständige Modernisierung der Räume, wobei mit der historischen Architektur aber dennoch sensibel umgegangen werden soll. Ob die Renovierung während des laufenden Betriebs erfolgen wird oder die Mitarbeiter für die Dauer der Umbauarbeiten ausquartiert werden, sei bisher aber noch nicht entschieden.

Oliver Vogt

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