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Segeberg Veranstalter mit Wahlbeteiligung in Bad Segeberg zufrieden
Lokales Segeberg Veranstalter mit Wahlbeteiligung in Bad Segeberg zufrieden
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17:02 17.05.2019
Die U18-Europawahl: In Bad Segeberg gab es erstmals ein öffentliches Wahllokal. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Wer will, kann sich durch 38 Meinungen klicken. Fragen über Europa, wie: „Die EU soll sich höhere Ziele zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes setzen“ oder „Deutschland soll aus der Europäischen Union austreten“. Am Ende spuckt der Wahl-O-Mat eine Partei aus, die die eigenen Auffassungen am besten vertritt.

„Ein kindgerechter Wahl-O-Mat wäre noch besser gewesen“, meint Sophie Baierl vom Kreisjugendring Segeberg, während sie gemeinsam mit Vertretern der Jugendakademie, des Jugendbüros und der Stadt-Schülervertretung auf die Generationen U18 wartet.

Thomas Minnerop. Quelle: Irene Burow

Es ist offizieller Wahltag in Segeberg. Im ersten öffentlichen Wahllokal zur Europawahl für unter 18-Jährige ist immer wieder reger Betrieb. Klassenweise kommen sie, gruppenweise, einzeln. „Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich dachte, mit 100 Beteiligten wären wir schon gut“, sagt Thomas Minnerop von der Jugendgerechten Kommune. Mittags waren bereits 250 Striche am Flipchart zu verzeichnen.

Die Stimme der Kinder und Jugendlichen zählt für das Europäische Parlament, das am 26. Mai gewählt wird, zwar nicht mit. „Eine Meinung haben wir trotzdem“, sagt Anika (16). „Ich wusste genau, was ich ankreuze“, sagt der 17-jährige Moritz, der allein ins Stadtinfohaus Wortort gekommen war. „Ich bin auch sonst politisch interessiert und möchte wissen, was bei dieser Wahl herauskommt. Dann muss ich aber auch selbst ein Kreuz machen.“

CDU und Grüne liegen landesweit vorn

Am späten Nachmittag gibt es bereits Hochrechnungen für Schleswig-Holstein. Demnach wählen 38,4 Prozent die CDU, 18,1 die Grünen 17,2 die SPD, 7,9 die FDP, 5,4 die Linke. Das endgültige Ergebnis steht noch aus.

Im Wortort stimmen Jugendliche ab

Die 16-jährige Janne hat an der Europa-Karte, wie viele andere vor ihr, ein Fähnchen gesetzt. In Luxemburg gefällt es ihr. Fähnchen stecken auch im spanischen Malaga, auf Rhodos in Griechenland, in Oslo, auf Island. Dort hinzureisen ist Dank EU ohne Grenzkontrollen möglich. Doch auch Orte außerhalb der europäischen Grenze wurden markiert. Wer im Libanon war, in Moskau oder Kaliningrad, wird den Unterschied kennen: Nur mit Visum darf man hier einreisen.

„Mir ist es wichtig, dass die Erwachsenen die Meinung der Jüngeren wahrnehmen“, sagt Janne, nachdem sie ihr Kreuz bei einer von 40 Parteien gesetzt hat. Bei einer echten Wahlbeteiligung in dem Alter ist sie zwar unsicher. „Ich würde es nicht wollen, dass Leute nur aus Belustigung mitmachen. Aber es lohnt sich, über diese Idee nachzudenken.“

Nina Swoboda (16) kam direkt nach dem Freitagsstreik in den Wortort. Ginge es nach ihr, sollte gerade ihre Generation mitwählen dürfen: „Nicht nur die Alten sollten entscheiden. Nicht nur die, denen am wenigsten Zeit auf diesem Planeten bleibt“, so die Umweltaktivistin.

Nina Swoboda, 16, kam nach ihrem Fridays-Streik zur U18-Wahl. Quelle: Irene Burow

In einem Quiz können nicht nur die Schüler ihr Wissen testen. Ihre Eltern machen mit. Und auch die Veranstalter sind auf so manch interessanten Fakt gestoßen: Zum Beispiel, dass man nicht nur in 19 Ländern mit dem Euro bezahlen kann. „Auch in Simbabwe nehmen sie das Geld offiziell an“, erzählt Torben Herrmann von der Jugendakademie. Dass Algerien einst Teil der Europäischen Gemeinschaft war (bis 1962) dürfte auch nicht jedem geläufig sein. Und Grönland erwirkte per Volksabstimmung 1985 ebenso den Austritt. Gröxit sozusagen.

Politik-Unterricht im Wahllokal

An Pinnwänden haben die Macher den Jungwählern verdeutlicht, was sie der EU zu verdanken haben: Ohne einheitliche USB-Stecker gäbe es noch immer viele unterschiedliche Ladekabel. Und der EU-Führerschein hat mittlerweile Checkkartenformat. Geld von der EU steckt im Theater Wahlstedt, im Jal-Mobil, im Wibo-Zeltlager und vielen anderen Projekten vor der Haustür.

Einen besseren Politik-Unterricht hätte sich Martin Knauer von der Dahlmannschule nicht wünschen können: „Es ist enorm wichtig, das Interesse für Europa zu wecken“, sagt der Wipo-Lehrer. Die U18-Wahl sei eine tolle Möglichkeit. Von der Dahlmannschule kamen der ganze Jahrgang der zehnten und elften Klassen. Auch Schüler des Städtischen Gymnasiums und von der Schule am Seminarweg waren dabei.

Die Ergebnisse der Wahl werden auf der bundesweiten Homepage www.u18.org nach und nach eingepflegt.

Irene Burow

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