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Segeberg Verkehrschaos am Kalkberg: Anwohner starten Online-Petition
Lokales Segeberg Verkehrschaos am Kalkberg: Anwohner starten Online-Petition
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17:42 22.10.2019
Auch das gehört zur Karl-May-Saison: Anlieger, die ihre Grundstücke absperren, abgesicherte Privatparkplätze und die lange Fußgänger-Karawane zwischen Parkplatz 4 und dem Kalkberg. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Pöbeln vor der Haustür, zugeparkte Einfahrten und extra Runden mit dem Auto um den Kalkberg: Die Anwohner fühlen sich mit der Verkehrsproblematik zur Karl-May-Saison nicht ernst genommen. Jetzt ist eine öffentliche Petition gestartet worden – zur „Verbesserung der Verkehrssituation um den Segeberger Kalkberg“.Sie richtet sich an den Landtag.

„Neben Verkehr, Emissionen und Lärm geht es inzwischen um die öffentliche Sicherheit“, sagt Initiator Christoph Exner. Er wohnt seit 30 Jahren am Kalkberg. Die Saison habe sich verändert, der Wilde Westen sei inzwischen auch außerhalb der Arena zu beobachten. „Meine Familie weiß, was es heißt, unter dem Verkehr zu zu leiden. Jahrzehntelang haben wir es klaglos hingenommen. Nun haben sich die Besucherzahlen mindestens verdoppelt.“ Bei der Größe, bei der Dauer der Veranstaltungen sei es an der Zeit, über Veränderungen nachzudenken.

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„Die Verkehrs- und Parksituation durch Hunderttausende Stadionbesucher ist für die Anwohnenden mittlerweile unerträglich geworden“, heißt es in seiner Petition. „Ein umfassendes, wirksames Verkehrskonzept sowie ein verkehrsberuhigendes Parkleitsystem sind nicht nur dringend geboten, sondern unerlässlich!“

Diese Petitionen gab es in Segeberg auch schon

Im Februar 2019 warb Fridays for Future-Mitstreiterin Luna Rothenburg aus Bad Segeberg für die Legalisierung der streikenden Bewegung, um schulische Konsequenzen zu vermeiden – 84 haben unterschrieben. Im Dezember 2018 protestierten Eltern im Kreis Segeberg gegen Schuleingangsuntersuchungen, die nunmehr statt an Schulen in der Kreisverwaltung stattfinden sollten. 153 machten mit.

Die Freikirchein Bad Segeberg wollte 2017 eine Iranerin vor der Abschiebung bewahren; 150 machten mit, die Petition wurde nicht eingereicht. 2014 wurde eine armenische Familie aus Nahe in letzter Minute vor der Abschiebung bewahrt. Über zehntausend Menschen waren bundesweit dem Aufruf gefolgt; der Petition wurde entsprochen.

Viele regionale Petitionen scheitern aus Mangel an Unterzeichnern. Genügend Nachdruck erreichen die Bürger auf Landesebene mit 2000 Unterschriften. Auf Bundesebene sind 50 000 Mitzeichner nötig. Jeder kann die Anliegen mit seinem Namen unterstützen – unabhängig vom Wohnsitz.

Sammlung läuft bis 27. November

Die Unterschriftensammlung wurde am 16. Oktober gestartet. Sie dauert sechs Wochen, noch bis zum 27. November. 24 Personen stehen bisher auf der Liste. Für ein entsprechendes Gewicht sind 2000 Unterschriften nötig. Dann entscheidet sich der Petitionsausschuss des Landtags üblicherweise für eine öffentliche Anhörung des Initiators. Die Zahl der Unterschriften ist jedoch nicht zwingend. Der Ausschuss befasst sich grundsätzlich mit jeder Petition.

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„2000 Mitzeichner zu bekommen, ist natürlich nicht realistisch“, sagt Wolfgang Schroeder, Sprecher der Anwohner-Initiative. „Man muss davon ausgehen, dass einige Solidaritätsunterstützer dabei sein werden, die nicht unbedingt in Bad Segeberg wohnen. Aber es ist ein eher regionales Problem, von dem fünf bis sieben Straßenzüge betroffen sind.“ 20 Beteiligte pro Straße, das wäre schon richtig viel, sagt er. Besucher von auswärts ärgerten sich vielleicht. „Aber das haben sie auch schnell wieder vergessen.“ Hinzu komme die technische Hürde. Dennoch: „Ich glaube, dass wir mit diesem Vorstoß die Suppe am köcheln halten können“, sagt Schroeder.

Anlieger kritisieren die uneinheitliche Beschilderung. Quelle: Irene Burow

Über 400 000 Gäste kamen in dieser Saison zu den Karl-May-Spielen. Es war der siebte Besucherrekord in Folge. Die neue Initiative hat diesen Sommer versucht, sich bei der Stadt und den Machern der Großveranstaltungen Gehör zu verschaffen. Unterschriften wurden gesammelt und auf den Schilderwald hingewiesen. Hitzig diskutiert wurde bei der Bürgerversammlung Ende Juli.

Nicht ohne Erfolg: Die Kalkberg GmbH wurde auf der Homepage deutlicher, in der Lübecker Landstraße wurden einseitig Steine platziert. Geprüft werden solle, ob Verkehr besser umgeleitet werden könne, ein Shuttle-Service oder weitere Parkwächter.

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„Neue Eskalationsstufe“ erreicht

Gefordert wird aber ein modernes Gesamtkonzept. „Wir wollten eine weitere Versammlung initiieren, um das zu tun, was im Juli versprochen wurde – über ein Verkehrskonzept reden“, sagt Exner. Bisher sei das erfolglos. „Wir haben nicht den Eindruck, dass eine Verbesserung ernsthaft in Erwägung gezogen wird.“

Wie die Stadt betonte, reichten die Parkplätze in Bad Segeberg für all die Besucher. Wo die sein sollen, fragt sich jedoch Christoph Exner. „Das stimmt nicht. Auf den ausgewiesenen P1 bis P3 befinden sich insgesamt 600 Flächen. Wer dort kein Glück hat, dreht eine Runde um den Kalkberg – zu P4 in Richtung Weede. Dort gibt es 1300 Parkplätze.“ Im Stadion gibt es 7500 Sitzplätze, über 10 000 Menschen passen maximal hinein.

„Die Situation am Kalkberg nimmt eine neue Eskalationsstufe“, kommentiert Anna-Patricia Thomsen den neuen Vorstoß. Für die Vorsitzende der FDP-Fraktion in Bad Segeberg ist „diese Sache aus dem Ruder gelaufen“. Offensichtlich gebe es kein Vertrauen mehr in Stadt und Stadtpolitik. Ihre Fraktion habe in diesem Jahr die „SmartparkingApp“ beantragt, die zum Leitsystem gehören sollte. „Die vertagte Entscheidung dazu wurde nicht mehr aufgegriffen.“

Die aktuelle Abstimmung ist auf www.openpetition.de zu finden. Der direkte Kurzlink lautet: bit.ly/2J7xwlt.

Das erwartet die Anlieger 2020

Am 2. Mai gibt es eine neue Auflage des mittelalterlichen Felsenburg-Festivals. Die Bands: „Feuerschwanz“, „Knasterbart“, „Fuchsteufelswild“, „Saltatio Mortis“ und „MacCabe & Kanaka“. Am 3. Mai findet erstmals „Der Kalkberg lacht“ statt. Neun Komiker laden zum Lachen ein.

Der schnell ausverkaufte Dauerbrenner, die Schlagernacht, steht am 9. Mai an. Mit dabei sind Jürgen Drews, Peter Wackel, Vicky Leandros, Thomas Anders, Tony Christie, Ella Endlich und Kristina Bach. Am 16. Mai startet Sängerin Sarah Connor ihre Sommertour am Kalkberg. Am 22. Maiist erneut „Santiano“ zu Gast in Bad Segeberg.

Die Karl-May-Saison startet mit der Premiere am 27. Juni. In der 69. Saison wird „Der Ölprinz” gezeigt.

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Von Irene Burow

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