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Segeberg Verkehrskollaps zu Karl-May: Anwohner erwarten Gegenmaßnahmen
Lokales Segeberg Verkehrskollaps zu Karl-May: Anwohner erwarten Gegenmaßnahmen
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17:12 24.07.2019
Lärm, vollgestopfte Straßen und Stadionbesucher mit denen nicht immer gut Kirschen essen ist: Nun haben sich die verantwortlichen von Kalkberg GmbH und Stadtverwaltung die Anliegen der Anwohner und deren Vorschläge zur Entschärfung der Situation angehört. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Die diesjährige Karl-May-Saison läuft bestens. Die bisherigen sehr guten Besucherzahlen nähren die Hoffnung auf 400 000 Zuschauer und damit einen neuen Rekord. Doch die Medaille mit Bad Segebergs touristischem Zugpferd hat auch eine andere Seite: Eine schleichende Blechlawine, die sich durch die Oldesloer Straße quält, zugeparkte Grundstückszufahrten, durch Busse und Autos versperrte Rettungswege und hitzige Diskussionen zwischen Besuchern und Kalkberg-Anliegern – wenn es gut läuft.

Anlieger betonen: Situation ist nicht zumutbar

„Mit hat schon mal jemand Schläge angedroht, als ich sagte, er solle meine Auffahrt verlassen“, berichtet ein Bewohner. „Die Konzerte sind okay, aber die Indianer-Veranstaltungen sind wirklich unangenehm geworden. Mit Freundlichkeit kommt man nicht weit“, bestätigt Jurgis Prasse, der seit ein paar Jahren in der Nähe der Kalkberg-Arena wohnt. „Alle brüllen sich an“, sagt er. Wie viele andere fühlt er sich von der Stadt hängen gelassen. Kein Wunder also, dass die Bewohner die Aussage vom Ordnungsamt, dass die Situation mit kleinen Änderungen zumutbar sei, als Hohn empfinden.

Autos abstellen nur mit Anwohner-Parkausweis

Während einer Anwohnerversammlung mit Ordnungsbehörden, Bürgermeister Dieter Schönfeld und Vertretern der Kalkberg GmbH im Bürgersaal des Rathauses machten etliche der mehr als 100 Männer und Frauen aus den Straßen St. Jürgen, Am Wege nach Stipsdorf, Lübecker Landstraße und anderen ihrem Ärger Luft. Sie formulierten klare Forderungen, wie ausdehnte Parkverbote während der Spieltage, Entlastung für die Oldesloer Straße, bessere Ausschilderung. Der Vorschlag von Jurgis Prasser, Anwohnerparkausweise auszugeben und allen anderen das Abstellen ihrer Autos zu verbieten, erntete ebenso großen Zuspruch, wie die Anregung eines elektronischem Parkleitsystems.

Zeitgemäßes Verkehrskonzept fehlt

Die Beschilderung und die Kontrolle müssten besser, der öffentliche Nahverkehr eingebunden werden. „Die Idee einer Kooperation mit dem ÖPNV fände ich gut. Ein Shuttle-Bus vom Parkplatz, der die Leute zwar nicht direkt bis vor das Kalkberg-Stadion aber vielleicht bis zum Zob bringt, wäre auch eine gute Maßnahme“, sagt Susanne Fink. Zusammengefasst sind sich die Betroffenen einig: Bad Segeberg braucht ein zeitgemäßes Verkehrskonzept.

Stadt will prüfen

Entschuldigend führte Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) aus, dass das Ordnungsamt unter einer „dünnen Personaldecke“ leide und darum die Kontrolle zu kurz komme. Dass der Stadt Leute fehlen, die Knöllchen verteilen, ließen die Anlieger als Ausflucht nicht gelten: „Ich habe kein Interesse daran, dass Bad Segeberg von Herrn XY abkassiert, das nützt mir wenig. Ich will, dass da keiner steht“, wetterte Prasse. Heftiger Gegenwind wehte Schönfeld entgegen, als er betonte, dass die Stadt Maßnahmen prüfen werde, sich aber sicherlich nicht alles umsetzen ließe. Viele Entscheidungen lägen bei „übergeordnete Behörden“. „Sie beziehen in keiner Weise Stellung und haben keine konkreten Vorschläge“, kritisierte Wolfgang Schroeder, die aus seiner Sicht schwammigen Ausführungen.

Schnelle Maßnahmen versprochen

Ute Thienel von der Kalkberg GmbH, einer städtischen Gesellschaft, schnürte noch während der Veranstaltung ein Maßnahmenpaket, das schnell umzusetzen wäre. Zwar sei ein Shuttle-Dienst in der Vergangenheit als nicht hilfreich und unökonomisch abgehakt worden, aber man werde das noch einmal prüfen. Außerdem werden die Karl-May-Besucher mit Ansagen vor jeder Veranstaltung und auf der Homepage gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen.

Die Anwohnerversammlung

Zusätzlich sollen Hinweisschilder für Besucher aus Richtung Lübeck schon über die Abfahrt Schieren leiten. Die Oldesloer Straße soll entlastet werden und zusätzliche Parkwächter sollen künftig darauf achten, dass Reisebusse nicht zu lange mit laufendem Motor auf ihre Passagiere warten. „Wir sind gespannt“, fasst Wolfgang Schroeder zusammen.    

Heike Hiltrop

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