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Segeberg Verliebt in Schottland
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18:10 19.07.2014
Für Frank und Andrea ist das EPF in Bad Segeberg der krönende Abschluss ihrer Festivalzeit. 2000 lernten sie sich in Schottland kennen, 2006 wurde Lasse geboren. Quelle: Materne
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Bad Segeberg

Das European Festival 2000 in Dunoon/Schottland haben viele Teilnehmer als das beste der EPF-Geschichte in Erinnerung. Eine Woche lang Traumwetter, wie es selbst die Schotten kaum glauben konnten, und Superstimmung. Andrea und Frank Schmitt aus Wakendorf I verbinden mit dem Festival in Dunoon noch mehr — den Beginn ihrer EPF-Lovestory.

Sie wohnte damals in Dreggers, er in Bad Segeberg. „Aber wir mussten erst nach Schottland fahren, um uns kennen zu lernen“, resümiert Frank. Der damals 25-Jährige hatte sich bereit erklärt, das Festival-Equipment der Bad Segeberger Delegation mit dem Transporter über den Landweg nach Schottland zu bringen. Genau wie Andrea, die mit dem Kleinbus fuhr, aber einige Stunden später startete. „Wir sind über Nacht gefahren und haben die anderen dann an der Fähre in Holland getroffen“, erzählt Andrea von der ersten Begegnung. Bis Dunoon waren es dann aber nochmal 1000 Kilometer. Einmal längs durch England. Um eine Übernachtung auf dem Rastplatz kam die Gruppe nicht herum. „Mit fünf Jungs im Bus, die alle geschnarcht haben, konnte ich nicht schlafen“, erinnerte sich Andrea. „Das Wetter aber war wie derzeit, also bin ich mit der Isomatte raus. Und da lag auch schon Frank.“ Sie schliefen unter freiem Himmel — und gefühlten 500 Trucks um sie herum. „Die am nächsten Tag alle gleichzeitig los wollten.“

In Dunoon angekommen, wurden die Segeberger in einer kleinen Turnhalle direkt an der Küste untergebracht. „Und wie es der Zufall wollte, haben wir auch da unser Lager nebeneinander aufgeschlagen“, erzählt Andrea. Nach der traditionellen Parade der Nationen zur Eröffnung des EPF, zu der die Bad Segeberger Delegation in Indianerkostümen auftrat, und langer Feier in den Kneipen, kamen Andrea und Frank erst sehr spät ins Bett. „Und irgendwo hat jemand ganz schrecklich geschnarcht“, schildert Andrea, damals 30 Jahre alt. „Ich sagte, dass ich nicht schlafen kann und er meinte: ,Dann kann ich dir ja die Augen zuhalten.‘“ Sie lacht. „Das macht überhaupt keinen Sinn, aber ich hatte dann so eine große Hand im Gesicht. Und die lag am nächsten Morgen immer noch da.“

Die beiden schwammen auf einer Wellenlänge, entdeckten immer mehr Gemeinsamkeiten, die Reiselust, den Musikgeschmack: Er holte für sie die Luftgitarre heraus und sang „mit geschwollener Halsschlagader“ T.N.T. von ACDC. „Als sich das Festival dem Ende neigte, distanzierte er sich auf einmal“, erinnert sich Andrea. „Also hab ich nachgefragt, was los ist.“ Ihm machte der Altersunterschied Sorgen und, dass die Geophysikerin vielleicht bald wieder auf längere Geschäftsreise müsste — kurz vor dem Festival war sie gerade erst nach einem Jahr aus Trinidad zurückgekehrt.

„Wir müssen ja nicht gleich heiraten“, lautete ihre Antwort. „Fünf Jahre später haben wir dann geheiratet.“ Vor dem Standesamt wurden sie von Freunden mit einer Fotowand mit Festivalbildern und einem EPF-Quiz überrascht. Die Hochzeitsreise ging natürlich nach Schottland.

2006 wurde Sohn Lasse geboren, am 27. Juli, ein echtes EPF-Kind. „Die Glückwunsch-SMS kam aus Italien“, erinnert sich Vater Frank. Beim Festival ein Jahr später in Finnland hat Lasse seinen ersten Geburtstag gefeiert. „Alle in der Mensa haben Happy Birthday gesungen“, erzählt der 39-Jährige. „Dort hat er auch Laufen gelernt und sich von Stuhl zu Stuhl gehangelt. Bei den südeuropäischen Damen war er der Star.“ 2009 nach dem EPF in Portugal sollte dann aber Schluss sein. „Mit einem kleinen Kind geht das einfach nicht mehr so gut“, sagt Frank. Man müsse separat wohnen, könne nicht wie die anderen feiern.

Umso mehr freuen sich die beiden auf das Festival in Bad Segeberg. „Das ist für uns der krönende Abschluss“, sagt Andrea, die wie schon 2001 die schottische Delegation betreut. „Dann kann ich wieder die schottische Flagge rausholen.“ Und wer weiß, vielleicht fährt Lasse einmal selbst zum European Peoples‘ Festival. Sobald er 16 ist, darf er an den Sportwettkämpfen teilnehmen.

„Wir mussten erst nach Schottland fahren, um uns kennenzulernen.“
Frank Schmitt (39) lebt jetzt mit
Ehefrau Andrea (44) und Sohn Lasse (7)
in Wakendorf I.
Ausklang & Ausblick: Mit der heutigen Folge endet unsere EPF-Lovestory-Serie. Vom kommenden Sonntag an stellen wir gartenbegeisterte Segeberger vor.

Nadine Materne

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