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Segeberg Viele Flächenbrände bei Blunk: Oldie-Trecker unter Verdacht
Lokales Segeberg Viele Flächenbrände bei Blunk: Oldie-Trecker unter Verdacht
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23:26 02.07.2018
120 Feuerwehrleute waren im Einsatz, mehr als sieben Hektar Getreideflächen fielen den Flammen zum Opfer. Quelle: Foto: Hfr/ln-Archiv*
Blunk

Es war kurz nach 16 Uhr, als die ersten Anrufe in der Einsatzleitstelle Norderstedt eingingen: An mehren verschiedenen Orten in und um Blunk brannten Getreidefelder und Böschungen. Die meisten Feuer waren nur klein und konnten schnell von Anwohnern gelöscht werden. Auch die Feuerwehr Blunk war schnell vor Ort, denn ein Großteil der aktiven Feuerwehrleute war an dem Nachmittag gleich nebenan.

In der Antike waren es feuerspeiende Drachen, die eine Schneise der Verwüstung hinter sich gelassen haben. So ähnlich sah es am Sonnabend auf den Feldern in und um Blunk aus: Statt des Drachens soll laut Polizei wahrscheinlich ein Oldie-Trecker für mehrere Flächenbrände gesorgt haben.

Dort fand nämlich das Kindervogelschießen des Dorfes statt.

Die kleineren Brände an der Bahnhofstraße waren ebenfalls schnell gelöscht. Ein Brand zwischen Ihlkamp und Obersöhren aber hatte sich ausgebreitet. „Dort brannten etwa sieben Hektar Gerste“, erzählt Einsatzleiter Matthias Bock, der das Feuer bereits von Weitem sehen konnte. Sofort forderte er Verstärkung an. Letztendlich waren es mit den Feuerwehren aus Klein Rönnau, Groß Rönnau, Fahrenkrug, Negernbötel, Hamdorf und Schackendorf der gesamte erste Bereich , der durch die Wehren aus Krems II, Nehms und Tensfeld verstärkt wurde. 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Einen merkwürdigen Verlauf nahm die Anfahrt der Feuerwehrleute aus Krems II: In Höhe der Eutiner Landstraße mussten sie in der Dorfstraße einen Zwischenstopp einlegen. Dort brannte die Bankette auf einer Fläche von 15 Quadratmetern. Erst als der Brand gelöscht war, setzten die Kremser ihre Fahrt nach Blunk fort.

Insgesamt wurden innerhalb kürzester Zeit zwölf Brandherde gemeldet, die sich alle an den Verbindungsstraßen zwischen Tensfeld, Blunk und Krems II befunden haben „Schnell war klar, dass es sich bei der Ursache nur um ein Fahrzeug handeln konnte“, sagt Matthias Bock. Zu dem Schluss ist auch die Polizei gekommen, die sich auf die Suche nach einem möglichen Verursacher gemacht hatte. In Warderbrück stoppte sie einen Oldtimer-Schlepper, der auf dem Weg zu einem Oldietreffen in Schieren war. Bitter: Vier Jahre hatte der Fahrer an dem Lanz-Bulldog „Glühkopf“ gearbeitet und den Vorkriegs-Schlepper wieder auf Vordermann gebracht.

Dass die Schlepper der damaligen Zeit ein Problem mit glühenden Kohlestücken haben, die über den Auspuff nach außen geschleudert werden, ist bekannt. „Um das zu verhindern, gibt es Funkensiebe. Und ich weiß ganz genau, dass ein solches Sieb auch in dem neu restaurierten Lanz Bulldog eingebaut ist. Ich kenne den Fahrer, weiß, dass er ein 100-Prozentiger ist. Der Schlepper kann das nicht gewesen sein“, sagte einer der Organisatoren des Oldie-Treffens auf LN-Anfrage.Wie dem auch sei, die Polizei hat eine Anzeige wegen „Herbeiführen einer Brandgefahr“ geschrieben.

Von Petra Dreu

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