Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Viele Freiwillige helfen den Flüchtlingen
Lokales Segeberg Viele Freiwillige helfen den Flüchtlingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 07.11.2014
Immer wieder gibt es in der Schackendorfer Unterkunft Feste, so wie hier mit der Trommelgruppe „Umoja“ der Kreismusikschule. *Fotos: pd/hil
Bad Segeberg

Mit 303100 Euro aus eigenen Mitteln und 100000 Euro vom Land, die an die Kommunen weitergeleitet werden, will der Kreis die Unterbringung, Betreuung und Sprachförderung von Asylbewerbern unterstützen. Die entsprechenden vier Einzelbeschlüsse traf der Kreistag am Donnerstag überwiegend einstimmig, nur mit einer Stimmenthaltung in Einzelpunkten.

Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) hatte eingangs das Betreuungsmodell des Kreises vorgestellt, das vorwiegend auf Ehrenamtlichkeit setzt. Der Landrat freut sich, dass sich bereits so viele Menschen gemeldet hätten, die etwas für die Flüchtlinge tun wollen, egal „ob sie nun Begleitengel oder Asylbewerberlotsen heißen sollen“. Hätte man vor 15 Jahren ähnlich hohe Asylbewerberzahlen gehabt wie heute, hätte das eine ganz andere Diskussion entfacht, zeigte sich der Landrat zufrieden, dass es heute eher um eine breit aufgestellte Hilfe gehe. Besonders dankte Schröder dem Bürgermeister von Boostedt, Hartmut König, der sich trotz erheblicher Anfeindungen aus der eigenen Gemeinde für die Flüchtlinge und die Schaffung der Ausweichstation für die Landesunterkunft Neumünster in Boostedt einsetzt. Der Landrat: „Dieser Bürgermeister gehört nicht zu den Personen, die sagen: Ja, den Menschen soll geholfen werden — aber nicht vor meiner Tür.“

Wenn man von 900 neuen Asylbewerbern in diesem Jahr rede, vergesse man die hier bereits lebenden Menschen, deren Verfahren schon laufen. So müsse man von etwa 1000 Bewerbern ausgehen, die aktuell im Kreis leben, sagte der Landrat. Um die Hilfe durch Freiwillige zu koordinieren, soll eine Stelle beim Kreis geschaffen werden (etwa 34000 Euro im Jahr). Die Aufstockung des sozialpädagogischen Dienstes um drei Stellen wird 173100 Euro pro Jahr kosten. Für den Einsatz von Honorarkräften mit geeigneten Sprachkenntnisse und die Sachausstattung dafür sollen weitere 36 000 Euro ausgegeben werden. Die Sprachförderung für Flüchtlinge durch die Volkshochschulen im ganzen Kreis wird mit 60000 Euro bezuschusst.

Vom Land werde 2015 für die Asylsuchenden in der künftigen Boostedter Unterkunft rund 80000 Euro gezahlt plus 20000 Euro als Landesförderung für die „Begleitengel“. Diese zusammen 100

000 Euro will der Kreis an die Städte und Gemeinden weiterleiten. Kommunen, die sich eigenverantwortlich um die ihnen zugewiesenen Asylbewerber kümmern, bekommen die gesamte Pro-Kopf-Fördersumme. Wer andere Träger betreuen lässt, die Verantwortung aber dem Kreis überlässt, bekommt 60 Prozent der Summe und noch mit 20 Prozent ist dabei, wer alles den Kreis machen lässt und als Kommune lediglich den Wohnraum besorgt. Ebenfalls für längere Zeit in den Kommunen untergebracht werden müssen jene 70 Asylbewerber, die zurzeit noch in der Gemeinschaftsunterkunft des Kreises in Schackendorf leben.

Wie berichtet, muss die Gemeinschaftsunterkunft dringend saniert und soll im gleichen Zuge um einige Plätze erweitert werden.

Die Einsätze der „Begleitengel“ werden mit dem Sozialamt und den sozialpädagogischen Kräften abgestimmt. „Der Kreis ist Dienstleister für die Kommunen und schafft kein Konkurrenzangebot“, heißt es dazu in der Vorlage für den Kreistag.

Lothar Hermann Kullack

Nachdem der Kreistag eine Entschädigung für die ehemalige Veterinärin abgelehnt hat, ist jetzt mit einer Neuauflage der Diskussion im Kieler Landtag zu rechnen.

07.11.2014
Segeberg Onl-geperrt TERMINE MORGEN

AUSSTELLUNGEN» Villa Flath, Bismarckallee 5, 11.00-18.00 Malerei von Mihail Orester FREIZEIT» Am Kalkberg, Oberbergstr.

07.11.2014

Forderung: Kultusministerium soll sie weiter mitfinanzieren. Doch Kiel schweigt.

07.11.2014