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Segeberg Vier-Meter-Lärmschutzwand geplant
Lokales Segeberg Vier-Meter-Lärmschutzwand geplant
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21:38 27.06.2018
Von drei Seiten soll das Spielfeld mit einer vier Meter hohen Lärmschutzwand umbaut werden, empfiehlt der Gutachter.
Von drei Seiten soll das Spielfeld mit einer vier Meter hohen Lärmschutzwand umbaut werden, empfiehlt der Gutachter. Quelle: Foto: Glombik
Bad Segeberg

Der Platz wird offenbar so gut genutzt, dass die Anlieger keine Ruhe mehr finden. Die haben mit über 20 Ruhegestörten schon eine Anti-Lärm-Initiative namens „Schalldämpfer“ gegründet und vehement Maßnahmen seitens der Stadt gefordert, um in ihren Gärten und Wohnräumen „unbehelligt von Lärm“ leben zu können. Nach seinen Berechnungen hat ein Gutachter jetzt den Anwohnern Recht gegeben.

Wie an der Autobahn: Eine Wand von vier Metern Höhe soll im Südstadtpark die Anwohner vor Geräuschimmissionen schützen. Anlieger protestieren seit über einem Jahr gegen lärmende Kinder und Jugendliche auf dem neuen Multifunktionsplatz. Jetzt soll etwas passieren.

Lärmwerte seien überschritten worden. Der Experte hat in dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten empfohlen, eine vier Meter hohe Lärmschutzwand zu bauen.

Abgeriegelt werde – so sei es geplant – die Längsseite zu den Anliegern und die Stirnseite mit den beiden Toren. Zum Sportplatz zum Südstadtpark hin soll das Feld hingegen offen bleiben. Ute Heldt Leal vom Bauamt stellte klar, dass sich nun der Südstadtbeirat und die städtischen Ausschüssen mit den Ergebnissen des Gutachtens und dem Bau einer Wand beschäftigen werden.

„Wenn ich von der Politik den Auftrag bekomme, werde ich sofort einen Fachplaner beauftragen, der uns eine Lärmschutzwand plant“, so Heldt Leal. Dafür müsse aber auch ein Bauantrag gestellt werden.

Es gebe verschiedene Möglichkeiten, so eine Wand zu gestalten. Sie könnte auch mit Pflanzen berankt werden. Wie eine derartige Wand optisch im Park wirken würde, mochte sich Ute Heldt Leal noch nicht ausmalen. Ein Nachteil sei aber, dass die Spielfläche damit nur noch von einer Seite einzusehen wäre. Inzwischen hat der städtische Bauhof auch noch zusätzliche Schilder aufgehängt, um die Nutzer des Platzes auf die Ruhezeiten und das Verbot hinzuweisen, hier laute Musik abzuspielen.

Am 10. Juli soll im Südstadtbeirat über das Thema Lärmschutzwand beraten werde. Bei der Anwohner-Initiative „Schalldämpfer“ sieht man sich bestätigt. „Es ist genau so, wie wir schon vermutet haben“, sagt Sprecherin Gabriele Abel. „Mit Hochrechnungen aus unseren Lärmprotokollen konnte der Gutachter genau ermitteln, welche Lärmbelästigung bei zehn oder 20 spielenden Jugendlichen auf dem Feld auf die Nachbarn einwirken.“ Die Anlieger haben täglich penibel über Aktionen mit Geräuschentwicklung Buch geführt. „Auch wenn es hier kein reines Wohngebiet ist“, sei der Lärmpegel zu hoch, sagt Gabriele Abel. Nach ihrer Kenntnis werde eine Wand für die Fläche etwa 40 000 Euro kosten. Der Bau wäre zügig machbar, so Abel. „Es wäre schön, wenn wir nächstes Jahr das Problem nicht mehr haben.“

Erschrocken hätten die Anlieger reagiert, als das Bauamt seinen „Plan B“ präsentierte. Es könnte den Platz als reinen Kinderspielplatz ausweisen. Dann dürfte sich dort niemand mehr über Lärm beschweren. Aber nur noch Kinder bis 14 Jahre könnten auf dem Platz spielen. Das wolle sie keinesfalls, sagt Abel. „Wir können aber auch nicht bis zum Ende unserer Tage mit dem Lärm leben.“

Inzwischen habe sich das Verhältnis zum Bauamt entspannt. Erst fühlten sich die Anlieger von der Stadt nicht ernstgenommen, als sie sich beschwerten. Jetzt habe die Stadt ihnen sogar das Gutachten gleich zur Kenntnis gegeben, lobt Abel die Offenheit der Stadt. „Schön, dass es jetzt ein konstruktives Verhalten gibt.“ Mit der zu befürchtenden schlimmen Optik einer vier Meter hohen Wand im Park hat Gabriele Abel kein Problem. „Da haben wir in der Südstadt schlimmere Ecken. . .“

Von Wolfgang Glombik