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Segeberg Von Brötchentaste bis App: Das soll Bad Segebergs Parkprobleme lösen
Lokales Segeberg Von Brötchentaste bis App: Das soll Bad Segebergs Parkprobleme lösen
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06:00 29.04.2019
Parken wie vor 50 Jahren: Nicht jeder hat Kleingeld zur Hand, wenn er den Parkautomaten bedienen möchte. CDU und FDP haben sich schon für die „Brötchentaste“ ausgesprochen. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Wieder mal ein Knöllchen kassiert? Wieder mal vergessen, die Parkscheibe herauszulegen? Bad Segebergs Parteien und die Wählergemeinschaft BBS widmen sich wieder einmal den ärgerlichen Parkproblemen in der Stadt. Ein Ziel ist dabei auch, dass die Innenstadt für die Segeberger attraktiver werden soll. Das fängt offenbar beim Parken an.

Gibt es ein Comeback für die Brötchentaste?

Den ersten Aufschlag machte die CDU-Fraktion. Kommt die Brötchentaste zurück? Die CDU-Fraktion möchte sie zum nächstmöglichen Zeitpunkt wieder einführen. Alteingesessene werden sich erinnern. Bis 2010 konnten Bürger gar eine halbe Stunde in der Innenstadt kostenlos parken. Dann wurde das Modell wieder eingestampft, weil Bad Segeberg zu den ärmsten Kommunen im Norden zählte, am Finanz-Tropf hing und derartige Wohltaten den Finanzwächtern in Kiel nicht zu vermitteln waren.

Thema am 9. Mai im Hauptausschuss

Doch jetzt stehe die Stadt finanziell wieder besser da, und die CDU möchte eine viertel Stunde kostenloses Parken ermöglichen. Das Thema Parken soll am Donnerstag, 9. Mai, im Hauptausschuss (Bürgersaal, 18.30 Uhr) diskutiert werden. Damit gehen die Christdemokraten aber dem städtischen „Goldesel“ an den Hals. Denn mit den Parkscheinautomaten konnten zum Beispiel 2017 über 400 000 Euro eingenommen werden. Dazu kamen über 300 000 Euro Erlöse durch Knöllchen. Geld, dass die Stadt dringend braucht.

Doch die CDU lässt nicht locker. Auf der Backofenwiese, am Parkplatz B 206 nahe der Feuerwehr und am Parkplatz Winklersgang sollen laut CDU die Automaten abmontiert werden, dafür gilt dann hier Parkscheiben-Pflicht. Bis zu drei Stunden soll man dort kostenlos parken dürfen. „Das soll auch den Anreiz geben, dass sich die Bürger öfter und länger in der Innenstadt aufhalten “, sagt Fraktionsvorsitzender Torben Fritsch. Damit erreiche man hier eine „höhere Frequenz“ und „mehr Kaufkraft“.

Umgekehrt soll es an der Kurhausstraße laufen: Dort möchte die CDU Parkscheinautomaten installieren. Ob es da mehr zu verdienen gibt? Schon jetzt scheint es für die Stadt fast lukrativer zu sein, dass die Politessen die Parksünder aufschreiben, die dort vergessen haben, ihre Parkscheibe hinter die Scheibe zu legen. Wichtig ist der CDU aber auch, dass die Parkautomaten mit Kartenzahlfunktion ausgestattet sind.

Besucher suchen verzweifelt Parkplätze

Für die FDP ist die Parkscheibe für das Parken auf der Backofenwiese nicht die Lösung. Fraktionsvorsitzende Anna-Patricia Thomsen weist darauf hin, dass gerade zu den Zeiten der Karl-May-Spiele, der Konzerte und sonstiger Events dieser Parkplatz für Ortsfremde nahezu unbekannt sei. „Gerade im Sommer, wenn die Spiele laufen, suchen viele verzweifelt nach Parkplätzen und kennen sich schlicht und einfach in unserer Stadt nicht aus.“

Deshalb setzt die FDP auf moderne Technik, möchte Verkehrsprobleme mit einer App lösen. Diese würde zum Beispiel alle verfügbaren Parkplätze der Stadt anzeigen. Dadurch könnte jeder in Bad Segeberg ganz bequem und entspannt einen Parkplatz suchen und per bargeldloser Zahlung alles aus dem Auto heraus abwickeln. Durch das „Parken per App“ könne auch ein Jahresbetrag entrichtet werden, den man bequem bargeldos entrichten könne, per Anruf, SMS, Prepaid Guthaben oder PayPal. Die FDP sei bereit, die „Brötchentaste“, wie von der CDU beantragt, zu unterstützen. „Nur mit einem neuen Parkkonzept werden wir unsere Innenstadt erhalten und die wirtschaftliche Situation verbessern können.“

Erprobte App-Lösung fürs Parken

Auch Jürgen Niemann,Vorsitzender der Wählergemeinschaft BBS, setzt auf eine Park-App. Das sei ausgereift, die gleiche Lösung gebe es schon erfolgreich in Hamburg, Lübeck, Kiel und Bad Oldesloe. Von dort kämen ja auch viele Karl-May-Gäste nach Bad Segeberg. Hier unterstütze „Smartparking“ Städte und Kommunen bei Einführung und Betrieb von effizienten Lösungen für ein bargeldloses Parken.

Kosten entstünden in erster Linie durch das Umrüsten der Lesegeräte von den Verkehrsüberwachern. „Je strikter die Parkkontrollen sind, desto größer ist die Akzeptanz für die digitale Lösung“, habe Niemann erfahren. Die von der CDU vorgeschlagene Umrüstung der Automaten auf Kartenzahlung sei nicht mehr zeitgemäß und viel zu teuer. Das mache mit einer digitalen Lösung auch keinen Sinn mehr.

Mit einer App könne auch nicht passieren, was jüngst einen Bürger mächtig ärgerte, sagt Niemann. Der hatte die Parkzeit nur um eine (!) Minute überschritten und ein Knöllchen bekommen. Trotz einer Beschwerde im Rathaus: Er musste die Strafe bezahlen.

Wolfgang Glombik

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