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Segeberg Von Freiheit, Fans und viel He-Hooo
Lokales Segeberg Von Freiheit, Fans und viel He-Hooo
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22:12 15.05.2017
Sabine Hansen (58) aus Büsum hat sich mit gelben Nägeln und dicken Ringen aufgehübscht, um das Santiano-Konzert am Kalkberg zu feiern. 17 000 waren für die norddeutsche Band nach Bad Segeberg „geschippert“. Quelle: Fotos: Hiltrop
Bad Segeberg

„Wir singen die Lieder, die Lieder der Freiheit. Die Welt soll uns hören, wir sind nicht allein . . .“ Nein, wahrlich nicht. So um die 17

Rund 17 000 Fans feierten Santiano beim gelungenen Auftakt ihrer Open-Air-Saison am Kalkberg.

000 Fans hatten die Barden von „Santiano“ mit ihrem Shanty-Schlager-Rock-Folk ins Boot geholt. Und sie sangen nicht nur von Freiheit, mit Blick auf die politisch weltweit unruhige See beschworen sie sie auch immer wieder.

Das Signal des Nebelhorns, der Song „Somewhere over the Rainbow“ von Israel Kamakawiwo’ole und die Schiffsglocke sind zum Start eines Santiano-Konzertes obligatorisch, bevor es dann heißt: Leinen los mit Liedern von Liebe, Tod und und und. Klar, wer sich eines der Tickets für 40 Euro aufwärts gönnt, der ist ein echter Fan der Truppe raubeiniger Kerls mit den Herzen aus Gold. Der steht auf Lieder mit viel „He“ und „Hooo“, vom Blanken Hans und von Rungholt, die „The Fiddler On The Deck“ oder „Hoch im Norden“ heißen. Auch wenn sie, wie „Walhalla“ nach der Melodie des Hooters-Klassikers „All you Zombies“, eine deutsche Coverversion sind. Songs, die von Akkordeon, Mundharmonika, Bodhrán und Fiedel begleitet werden.

Santiano-Fans, die sind meist in den berühmten „besten Jahren“, so wie Hansjörg Klausmann, den es aus dem Badischen nach Kaltenkirchen verschlagen hat, die tragen Shirts mit der Aufschrift „Gott muss ein Seemann sein“, kommen öfter als gedacht aus dem Pott und leben ihre Wunschvorstellung vom Leben der ehrlichen Männer auf und von der See. In etwa als norddeutsches Gegenstück zu amerikanischen Indianern. Oder sie gehören nach eigenem Bekunden dem ersten offiziellen Fan-Club der Band an – so wie Karsten Reuer und Jörg Ehlers aus Gifhorn. Die beiden sind sich einig: „Die Musik, die gibt einem einfach etwas. Die Jungs haben sich gesucht und gefunden.“

Santiano, das sei sozusagen die Party-Discotruppe der Metal-Szene, beschreibt Katrin Tödt, bekennender Fan aus Schackendorf, die „Stimmungsmusik“, die textsicher von der ganzen Mannschaft mitgegrölt wird. „Die sind schon irgendwie klasse. Aber es geht uns auch um die Open-Air-Stimmung“, sagen Marc und Selina Rautenberg aus Norderstedt, die im Sand vor der Bühne sitzen und den Vater-Tochter-Konzertabend genießen. Ihre Köpfe schmücken Tücher mit Ankermotiv.

Auch schwarze T-Shirts mit Großsegler in stürmischer See haben reißenden Absatz gefunden. Ein Konzertbesuch als modisches Statement, bei dem allerdings die blinkenden Schnuller am Stand für Konzert-Devotionalien mit krauser Stirn beäugt werden.

Auch der pinkfarbene, blinkende Zauberstab, der wirkt, als sei er bei einer Kaperfahrt von Prinzessin Lillifee erbeutet worden, wird verschmäht. „Was für Schlagerleute, ich nehme ein Wacken-Regencape“, urteilt Christa Nadiak-Macie aus Krautsand und betrachtet den Leuchtstab eher verächtlich. Gut an kommt dagegen die Welle aus Seifenblasen, die ein kleiner Plastik-Delfin in der Hand von Michelle Groenefeld speit. Mit Schiffs-Shirts oder Deko-Südwester, mit beleuchteten Sonnenbrillen oder Brotdosen mit Piratenmotiv hat Sabine Hansen vom „Stüermann“ aus Büsum nichts am Hut.

Sie hat sich mit gelben Nägeln und jeder Menge Metal-Schmuck aufgehübscht, um die Band, die Musik und den Abend zu feiern – wie alle, die an zwei Tagen für Santiano nach Bad Segeberg „geschippert“

waren.

Heike Hiltrop

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