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Segeberg WZV erstellt Ranking für Banketten an Gemeindestraßen
Lokales Segeberg WZV erstellt Ranking für Banketten an Gemeindestraßen
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20:10 26.03.2018
An den Straßen werden Rasengittersteine oder, wenn Wasser abfließen muss, auch Muldenrinnen verlegt.
An den Straßen werden Rasengittersteine oder, wenn Wasser abfließen muss, auch Muldenrinnen verlegt.
Leezen

Der Wege-Zweckverband (WZV) hat berechnet, dass mit dem Geld des Kreises pro Jahr rund zehn Kilometer Rasengittersteine verlegt werden können. „Das hängt vom Preis ab und davon, ob das Rasengitter quer oder längs gelegt wird“, sagt Jan Lawerentz, Fachbereichsleiter beim WZV. Im Zuge der Baustellen sollen die Planungen immer wieder angepasst werden. Denn reichen wird das, wie könnte es anders sein, trotzdem nicht. Eine kurze Rechnung zeigt es: 257 Kilometer Hauptverbindungswege gibt es zwischen den Orten im Kreis Segeberg. „200 Kilometer sollten Banketten haben“, überschlägt Lawerentz.

WZV-Fachbereichsleiter Jan Lawerentz zeigt, wie es aussehen wird: Am Ortsausgang von Leezen, neben dem Sportplatz, sind rund 125 Meter befestigter Straßenrand verlegt worden. Quelle: Fotos: Irene Burow

„In der Summe ist es bei 60 Kilometern akut.“ Vielerorts sind die Bereiche neben den Straßen beschädigt oder müssen erst geschaffen werden. Die Gründe: Die Wege werden immer mehr befahren, Fahrzeuge werden größer und breiter. Der Bedarf ist erheblich.

Ausgebaut wird dort, wo es am dringendsten ist: In Kurvenbereichen und Einmündungen. Mit ganz oben auf der Liste steht mit Sicherheit die Kisdorfer Straße zwischen Kisdorf und Hüttblek. Wie eine Perlenkette ziehen sich die roten Kringel auf der Karte in den Unterlagen des WZV. Bei weiteren Beispielen sieht es ähnlich aus: Zwischen der Bundesstraße 432 und Hüls etwa, zwischen Garbek und Schlamersdorf sowie auf dem Weg von Krems nach Wensin. Wo genau es losgeht, steht aber noch nicht fest. „Wir werden das kreisweit verteilen“, sagt Lawerentz. Er zeigt eine Baustelle, an der die Arbeiten fast abgeschlossen sind. Rund 125 Meter sind an gut zwei Tagen am Ortsausgang von Leezen neben dem Sportplatz verlegt worden – auf Wunsch der Gemeinde. So wird es bald auch an diversen anderen Stellen im Kreis aussehen. Bis Oktober sollen die Banketten in diesem Jahr verlegt sein.

Der Kreistag hatte auf seiner jüngsten Sitzung mit der Förderrichtlinie die rechtlichen Grundlagen geschaffen. Eine halbe Million Euro stellt er bis 2021 pro Jahr zur Verfügung. Der WZV wird die Arbeiten in Kürze ausschreiben. Möglich wurde das durch eine gemeinsame Initiative von Christdemokraten und Sozialdemokraten. „Hauptgrund war es für uns, die Gemeinden zu entlasten, die meisten haben dafür kein Geld“, sagt Jörg Buthmann (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Infrastruktur. „Der Erhalt ist wichtig, sonst bricht die Straße seitlich weg.

Banketten sind relativ dauerhafte Lösungen.“ Martin Ahrens (SPD), der ebenfalls im Ausschuss des Kreises sitzt, pflichtet ihm bei: „Wenn wir das jetzt nicht machen, wird es langfristig enorm teuer.“

Da es sich vor Ort immer um individuelle Problemlagen handele, sei die Richtlinie flexibel gestaltet worden – bei Bedarf können auch Muldenrinnen verlegt oder andere Technik verwendet werden.

Radfahrer und Pferdehalter sind von den Rasengittern wenig begeistert, sie halten die Steine für gefährlich. Die Politiker betonen noch einmal, dass grundsätzlich die Autofahrer auszuweichen haben.

Und: „Rasengittersteine zu befahren ist prinzipiell verboten“, so Ahrens. Aus diesem Grund seien sie sicht- und spürbar. Straße bleibt Straße: „Da ist der Unterbau und die Tragfähigkeit.“

Seit 1956 ist der WZV dafür verantwortlich, dass Gemeindeverbindungswege (sogenannte GIK-Wege) im Kreis ausgebaut und unterhalten werden. Rasengittersteine werden dafür seit mehr als zehn Jahren verwendet.

Von Irene Burow