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Segeberg Wahlstedt: 10 000 Flyer gegen das Industriegebiet
Lokales Segeberg Wahlstedt: 10 000 Flyer gegen das Industriegebiet
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21:42 10.04.2018
Karin Schrödel (76) gehört zur „Initiative Wahlstedt“. Mit Flyern setzen sie und ihre Mitstreiter sich gegen Pläne am Bahnhaltepunkt ein.
Karin Schrödel (76) gehört zur „Initiative Wahlstedt“. Mit Flyern setzen sie und ihre Mitstreiter sich gegen Pläne am Bahnhaltepunkt ein. Quelle: Foto: Hiltrop
Wahlstedt

„Wir können das Bauvorhaben nicht verhindern, aber wollen keine weitere Industrieansiedlung. Die Politik sollte zunächst dafür sorgen, dass die anderen Gebiete ausgeschöpft werden“, sagt Karin Schrödel mit Nachdruck, während sie von Haus zu Haus geht, um Flyer zu verteilen. Sie gehört zur „Initiative Wahlstedt“, die derzeit mit ihrem Veto zur geplanten Industrieansiedlung zwischen Bahnhaltepunkt und Autobahn 21 Richtung Negernbötel von sich reden macht.

Es sind keine jungen Querdenker, sondern „normale Bürger“, die sich um die Lebensqualität in der Stadt sorgen und hoch professionell den Widerstand organisieren: Mit 10 000 Handzetteln wollen sie Nachbarn und andere Wahlstedter für die mit der Umsetzung der Pläne verbundenen Problematik sensibilisieren. Wer sich auf der eigens eingerichteten Homepage „www.Initiative-wahlstedt.de“ umschaut, kann sich in die Materie einlesen, bekommt Fragen beantwortet, Argumente und Standpunkte dargelegt.

„Für Tiere, Pflanzen und Menschen sind die Baupläne eine Katastrophe. Das Umweltgutachten ist nicht richtig gewichtet“, sagten schon Anfang März die Mitinitiatoren Eva und Albert Holm (die LN berichteten). Es werde Firmen Tür und Tor geöffnet, die andere Gemeinden nicht haben wollten, sind sie und ihre Mitstreiter sich sicher.„Und die Stadt muss erst mal drei Millionen Euro investieren, die an anderer Stelle nötiger wären und dort fehlen“, ergänzt Karin Schrödel. Die Gruppe derer, die Bedenken hegen, wächst. Das stellt auch das Bauamt fest, wo deutlich mehr Bürger als sonst Stellung zum Vorhaben bezogen haben, wie Frederik Kögebehn betätigt: „Es wird geprüft, ob die Auswirkungen so negativ sind, wie dargelegt, und überlegt, wie sie verbessert werden. Letztlich ist es eine kommunalpolitische Entscheidung.“

 hil