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Segeberg Wahlstedt: Fest der Nationen ohne portugiesische Community
Lokales Segeberg Wahlstedt: Fest der Nationen ohne portugiesische Community
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22:48 24.05.2018
Mit großen Bannern und Plakaten wirbt der Lions Club Wahlstedt für das beliebte Fest der Nationen, das am 9. Juni zum 23. Mal gefeiert wird.
Mit großen Bannern und Plakaten wirbt der Lions Club Wahlstedt für das beliebte Fest der Nationen, das am 9. Juni zum 23. Mal gefeiert wird. Quelle: Fotos: Hil
Wahlstedt

Wahlstedts Fest der Nationen ist das Original, das mittlerweile vielerorts kopiert wird. Und es ist die Party in der 9500 Einwohner zählenden Stadt schlechthin. Nach dem Festumzug (Start 13 Uhr, Glaswerke) wird am 9. Juni auf der Marktplatzbühne von 14 Uhr an bis in die Nacht Programm geboten, das mit Folklore aus vielen Ländern verschiedener Gruppen gespickt ist. Vereine und Verbände präsentieren sich, bieten Mitmachaktionen in der Innenstadt an – genauso wie die Geschäftsleute. Die Lions-Tombola lockt mit Preisen. Nahezu ganz Wahlstedt ist auf den Beinen, um das Motto zu leben, das Lions-Fest-Cheforganisator Wolfgang Storch vor vielen Jahren erdacht hat.

„Wir leben miteinander. Wir arbeiten miteinander. Wir feiern miteinander“, lautet das Motto auch zum 23. Fest der Nationen. Wahlstedts Lions bieten ein Programm, zu dem zwar eine portugiesische Musikgruppe gehört. Der örtliche Club wird jedoch nicht dabei sein – zu hohe Standkosten.

In der Fußgängerzone gibt es türkische und arabische Spezialitäten. Doch auf gegrillte Sardinen, Piri-Piri und die ausgelassene Stimmung am Grill der portugiesischen Community aus Wahlstedt muss in diesem Jahr verzichtet werden. „Der Portugiesische Club wird keinen Stand auf dem Fest der Nationen haben“, bestätigt der Vorsitzende Daniel Martins. Seit Jahren ist der Verein fester Bestandteil.

Dass das nun nicht mehr so sein soll, darüber wird in den sozialen Netzwerken hitzig diskutiert.

Hauptgrund sei die hohe Standgebühr. Die würde für einen Platz mit Verzehrangebot normalerweise bei 700 Euro plus 50 Euro für Strom liegen. Obwohl der Lions-Club ihnen entgegengekommen sei, habe sich der Verein dagegen entschieden, „da sich die ganze Arbeit schlichtweg für uns nicht mehr lohnt“, argumentiert Martins. Schon 2017 sei das der Fall gewesen. „Aber wir hatten Wein und anderes aus Portugal bestellt und darum trotzdem mitgemacht.“ In diesem Jahr jedoch verzichte der Club mit seinen 80 Mitgliedern.

„Wir haben immer gerne teilgenommen. Das Motto des Festes der Nationen passt auch wunderbar zu unserer Gemeinde. Wir wünschen ganz Wahlstedt und allen Besuchern trotzdem eine gute Veranstaltung und dem Lions Club viel Erfolg“, betont Martins. Der portugiesische Club wolle kein böses Blut. „Die Lions haben ihre sozialen Projekte, die ja auch finanziert werden sollen.“ Der Erlös von einigen Tausend Euro fließt in verschiedene Jugendprojekte und das Gesundheitsprojekt „Klasse 2000“ der Lions. Die bedauern die Absage der Portugiesen ebenfalls sehr. „Wir müssen nach dem Gleichheitsprinzip verfahren. Außerdem waren es meines Wissens nicht nur die Kosten“, so Bürgervorsteher und Lions-Mitglied Horst Kornelius. Zudem behalte der Club sich vor, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

Portugiesisch wird es dennoch, mit der Hamburger „Gruppo de Concertinas“, die von Anfang an zum Programm gehörte. Spanischen Flamenco soll es geben, Irish Dance ist wieder dabei und brasilianische Rhythmen mit „Sambahia“. Der Shantychor Neuengörs tritt auf, die Tanzsparte des SV Wahlstedt, die Gesangstalente Kim und Stefanie und die Band Casino Royal lädt ab 20 Uhr zum Tanz – um 23 Uhr unterbrochen vom Feuerwerk.

 Von Heike Hiltrop