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Segeberg Wahlstedt: Container für mehr Kita-Plätze
Lokales Segeberg Wahlstedt: Container für mehr Kita-Plätze
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20:00 14.03.2019
Genau zwei Jahre ist es her, dass die Container-Kita an der Evangelischen Kirche in Wahlstedt wieder abgebaut worden sind - nun braucht die Stadt erneut eine Zwischenlösung. Quelle: Heike Hiltrop
Wahlstedt

Schon jetzt ist die Situation für Eltern mit Kindern im Kita-Alter angespannt. Unter anderem haben die Neubaugebiete in Wahlstedt junge Familien schneller angezogen als erwartet. Das ist gut für die Stadt, aber der Kita-Platz-Bedarf hat nicht Schritt gehalten. Laut Verwaltung sind nach heutigem Stand 32 Kinder unversorgt. Wahlstedts Sozialausschuss hat nun die Weichen für eine Lösung gestellt. „Und jetzt können wir mit den Trägern sprechen und planen“, sagt Mario Fritze aus dem zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung. Drei Kita-Träger gibt es in Wahlstedt: die Evangelische Kirche, die derzeit einen Neubau plant, sowie die Lebenshilfe und den Kinderschutzbund.

Politik steckt engen Zeitplan

Der Beschluss der Politik sieht so aus: Das Betreuungsangebot soll ab dem neuen Kita-Jahr um zwei Gruppen ausgeweitet werden. Außerdem soll es eine Erweiterungsmöglichkeit um eine weitere Gruppe geben. Bis der Neubau der Kirchen-Kita an der Kronsheider Straße bezugsfertig ist, sollen Container für zwei Gruppen aufgestellt werden. Die Stadtverwaltung ist beauftragt worden, einen Standort für diese Zwischenlösung zu finden, Verhandlungen mit potenziellen Trägern zu führen und Verträge auszuhandeln. Der Zeitplan ist jedoch eng: Bis August soll alles in trockenen Tüchern sein. „Wir müssen bis zum Sommer eine Bedarfsdeckung hinbekommen“, sagt Mario Fritze, der einräumt, dass es eng wird. „Das ist kaum machbar“, glaubt hingegen Anja Ruge vom Kirchengemeinderat.

Bewährte Containerlösung nicht so einfach

Zuerst muss geklärt werden, wo die Container aufgestellt werden können. Denn ob es für den Platz an der Segeberger Straße, an dem vor genau zwei Jahren eine Ersatz-Kita abgebaut wurde, erneut eine Baugenehmigung gibt, müsse erst noch erfragt werden, sagt Fritze. Fest stehe, dass es keine Lösung außerhalb von Wahlstedt geben wird. Die Arbeitsgruppe Kita-Neubau hat sich in ihrer jüngsten Zusammenkunft einheitlich dagegen ausgesprochen.

An der Lebenshilfe-Kita Im Streem wäre dagegen Platz für die Unterbringung einer Gruppe, und der Träger hat dies auch angeboten. Das ist jedoch zu wenig. „Uns wäre es lieber, einen Platz für zwei Gruppen zu haben“, sagt Fritze. Dann stünde den Kindern, die später in den Neubau der Kirchen-Kita umziehen, kein Trägerwechsel bevor. Mit dem geplanten Neubau an der Kronsheider Straße (anvisierte Fertigstellung Ende 2020) ist allerdings noch gar nicht begonnen worden. Die nötige Änderung des Bebauungsplans liegt nach LN-Informationen noch nicht vor. Die zwar geplante, aber im Detail noch nicht ausgearbeitete Anbaureserve soll voll ausgeschöpft werden. Es soll fünfzügig (also für fünf Gruppen) statt dreizügig gebaut werden. Hier muss umgeplant werden.

Hickhack um Kita-Bau führt zu Verzögerungen

„Aber da sind noch viele Gespräche nötig. Personalbeschaffung, Finanzierung und Ausgestaltung müssen geklärt werden. Der Kirchenkreis wäre Träger. Mit ihm muss sich die Stadt zusammensetzen“, sagt Anja Ruge. Sie bedauert das Hin und Her von Politik und Verwaltung, das es schon zu Beginn der Planungen gegeben habe: „Ganz am Anfang hieß es: fünf Gruppen. Als wir unser Konzept vorgestellt haben, sollten es dann doch nur drei Gruppen werden. Nun sind es doch wieder fünf. Solange wir keine konkreten, schriftlichen Mitteilungen haben, planen wir mit drei Gruppen.“ Aber, das betont sie, man habe die Fühler ausgestreckt, schon mit dem Architekten gesprochen und stehe den Plänen positiv gegenüber.

„So lange wir keine konkreten, schriftlichen Mitteilungen haben, planen wir mit drei Gruppen“, Anja Ruge aus dem Kirchenvorstand. Quelle: HILTROP

Zusätzliche Waldgruppe schnell zu realisieren

Für den Mehrbedarf böte sich außerdem eine Waldgruppe an, schlägt die Verwaltung vor. Sie sei logistisch und infrastrukturell mir geringem Aufwand zu realisieren. Fritze: „Der Kinderschutzbund könnte sich das vorstellen. Es gab erste positive Gespräche mit den Landesforsten und dem Kreis.“ Eine mögliche Idee sei es, die Waldgruppe auf dem Gelände am Kinderhaus anzusiedeln und den Wald an der Verlängerung der Hans-Dall-Straße zu nutzen. Doch eine Waldgruppe einzurichten, brauche Anlauf und geeignete Erzieher, die Lust zu so einem Projekt haben, weiß Fritze: „Da gibt es Widrigkeiten, die im Umland schon dazu geführt haben, dass solche Angebote wieder zurückgefahren worden sind.“ Wie die Problembewältigung für Wahlstedts Kita-Landschaft letztlich aussieht, werde sich zeigen. Fritze: „Wir stehen noch ganz am Anfang. Die kommenden Wochen werden da richtungsweisend sein.“

Heike Hiltrop

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