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Segeberg Warder: Forderung nach Selbstverpflichtung vom Landrat
Lokales Segeberg Warder: Forderung nach Selbstverpflichtung vom Landrat
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08:56 17.11.2015
Michael Roelofs.
Rohlstorf

Auf der Einwohnerversammlung in der Turnhalle Warderfelde hatte Segebergs Landrat Jan Peter Schröder gesagt, nur im Notfall und nach vorheriger Absprache mit dem Bürgermeister die Belegung des „Gasthofes am See“ mit 100 Flüchtlingen für kurze Zeit überschreiten zu wollen — sollte der Kreis das Gebäude erwerben. Doch der Segeberger ist ein gebranntes Kind. Es ist noch nicht lange her, als Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler den Einwohnern von Boostedt versprochen hatte, es würden nicht mehr als 500 Flüchtlinge in den alten Kasernengebäuden untergebracht. Mittlerweile sind es mehr als viermal so viele. Dass es auch den Rohlstorfern mit dem Gasthof so ergehen könnte, ist eine Befürchtung von Michael Roelofs, Gemeindevertreter der Aktiven Rohlstorfer. Er hat gestern einen „Offenen Brief“ an den Landrat gerichtet und eine „belastbare Selbstverpflichtung“ des Verwaltungschefs gefordert, die Höchstbelegungsgrenze nicht über einen längeren Zeitraum zu überschreiten.

„In der Vergangenheit ist viel Vertrauen durch die Verantwortlichen selbst verspielt worden. In einer Selbstverpflichtung sehe ich die Möglichkeit, verlorenes Vertrauen über die Gemeinde Rohlstorf hinaus zurückzugewinnen“, glaubt der Gemeindevertreter, der in der nächsten Sitzung (voraussichtlich am 30. November) des Gemeinderates darüber entscheiden soll, ob der Kreis oder doch besser die Gemeinde den „Gasthof am See“ kaufen soll. Eine dritte Option wäre, die Rohlstorfer über einen Bürgerentscheid mitbestimmen zu lassen.

Eine Aussage, wie er darauf reagieren würde, machte der Landrat auf LN-Anfrage nicht. „Ich warte das Ergebnis der Gemeindevertretung ab“, so Schröder. Er betonte, dass der Druck, die vielen Flüchtlinge vor dem Winter unterzubringen, hoch sei. Ihm sei bewusst, dass die Rohlstorfer Angst davor hätten, dass es nicht bei 100 Flüchtlingen in Warder bleibe. Eine Selbstverpflichtung könne er jedoch nicht abgeben. Stattdessen verwies er auf den Beschluss des Hauptausschusses, der ihn beauftragt habe, den „Gasthof am See“ zu kaufen. „Das ist ein Beschluss meines Dienstherrn. Er hat beschlossen, dass ich dort nicht mehr als 100 Menschen unterbringen darf. Würde ich die Zahl dauerhaft überschreiten, würde ich mich gegen seinen Willen stellen“, sagte der Landrat.

pd