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Segeberg Wasser marsch: Der Dreck muss runter
Lokales Segeberg Wasser marsch: Der Dreck muss runter
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18:10 11.04.2015
16 Meter kann Hauke Timmermann die Reinigungslanze ausfahren, um einen größtmöglichen Aktionsradius zu bekommen. Vorn rubbelt eine Bürste, die mit Wasserdruck zum Rotieren gebracht wird, die Beläge von den Modulen. Chemikalien setzt der 52-Jährige nicht ein. Quelle: Fotos: Spreer
Lentföhrden

Wenn Timmermann arbeitet, dann schätzt er es, wenn‘s dabei regnet. Zu viel Sonne dagegen erschwert sein Gewerbe. Timmermann ist der „Saubermann“ für Photovoltaikanlagen. Und dazu braucht er eigentlich nur eins: Wasser. Am Freitag ist er in Lentföhrden dem „Ferienhof Möller“ aufs Dach gestiegen. 240 Quadratmeter soll er „putzen“ — drei Stunden setzt er dafür an.

„Regenwasser ist das einzig wahre“, sagt der 52-Jährige, der neben diesem Gewerbe noch einen Bauernhof in Armstedt betreibt. Es sei weich und hinterlasse keine Rückstände beim Trocknen der Glasflächen wie zum Beispiel Leitungswasser, das meist Kalkflecken nach sich ziehe. Bei Regen seien die Module zudem schon heruntergekühlt, „Kälteschocks“ wie sie im Sommer auftreten können, wenn die Platten bis auf 70 Grad aufgeheizt werden, seien höchst selten. Hinzu kommt, dass Regenwasser den von Timmermann gelösten Schmutz nahezu „von allein“ runterspült. Da es aber nicht immer regnet, wenn er die Anlagen säubert, muss er seinen Hochdruckreiniger an herkömmliche Wasserleitungen anschließen. Allerdings, und das ist für das Reinigungsergebnis wichtig: Er lässt es durch eine Apparatur laufen, in der das Leitungswasser entmineralisiert wird. Timmermann: „Das hinterlässt keine Flecken.“ Chemie setze er gar nicht ein.

Der Wasserverbrauch hängt vom Verschmutzungsgrad und der Dachneigung ab. Timmermann: „Flache Dächer benötigen mehr Wasser, um den Dreck runterzuspülen als steilere.“ Weil dort eine größere Fließgeschwindigkeit gegeben sei. Hinzu komme, dass steile Dächer („ideal sind 35 Grad Neigung“) weniger verschmutzen, weil Regenfall automatisch eine gewisse Reinigungswirkung habe. Auch die Umgebungsluft sei wichtig. Dächer von Wohnhäusern seien meist nicht gravierend verschmutzt. Im Abstand von zwölf bis 24 Monaten komme man mit einer Reinigung aus. Bei landwirtschaftlichen Gebäuden, vor allem Schweineställen, sehe das anders aus. „Da sind viele Stäube von Tieren und Futtermitteln in der Luft, die zudem oft Fette und Öle oder Eiweiß enthalten. Das fördert die Verschmutzung ungemein.“ Im Sommer entstehe dort verkrusteter Schmutz, der aufwendig (und öfter) gereinigt werden müsse. Da müssten Bürsten zum Einsatz kommen.

Gestern war Timmermann auf einem flachgeneigten Dach zugange, wo er eine durch Wasserkraft rotierende Spezialbürste einsetzte. Von einem Gerüst aus rückte er den Modulen zu Leibe. Die Teleskopstange, an der die Bürste sitzt, kann er auf 16 Meter ausziehen. Diese Erleichterung kann er aber nur genießen, wenn kaum Wind weht. Er erinnert sich an einen Auftrag, wo es seitlich derart geblasen hatte, „dass ich die Stange gar nicht gegenanführen konnte“.

Im Idealfall haben Besitzer von Photovoltaikanlagen ein Messgerät, dass ihnen anzeigt, wenn ihre Energieeffizienz aufgrund von Schmutz auf den Modulen deutlich abgesackt ist. Bei fünf Prozent „Verlust“ sollte man unbedingt reinigen, sagt der Chef der Firma „Soklar“. Die meisten Kunden würden aber „aus dem Bauch heraus“ entscheiden, „wann sie mich rufen“.

500 Liter Wasser rauschen stündlich durch seinen Hochdruckreiniger. In dieser Zeit schafft er bis zu 180 Quadratmeter Fläche, unter günstigsten Bedingungen 1200 am Tag. In Lentföhrden waren es nur 240. Ein bis zwei Euro je Quadratmeter kosten Timmermanns Dienste.

„Flache Dächer benötigen mehr Wasser, um den Dreck ‘runterzuspülen als steilere.“
Hauke Timmermann

Christian Spreer

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