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Segeberg Wasserwerk in Wahlstedt mit Strom vom Dach
Lokales Segeberg Wasserwerk in Wahlstedt mit Strom vom Dach
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13:15 13.06.2019
Das Wasserwerk in Wahlstedt funktioniert nun fast vollständig durch grünen Strom vom eigenen Dach. Quelle: EWS/hfr
Wahlstedt

Pumpen, Brunnen, Filteranlagen: Das Wasserwerk in Wahlstedt versorgt sich ab sofort selbst mit Strom. Man könnte auch sagen: Das Wasser für 36 000 Menschen in Bad Segeberg, Wahlstedt und weiteren Gemeinden wird grün gefördert. Seit einigen Wochen sind 238 Solar-Module auf dem Dach des Werks angebracht – auf einer Fläche von 400 Quadratmetern.

In Wahlstedt ist das Dach voller Solarmodule

Konsequent in grünen Maßnahmen

„Wir beliefern seit 2013 tausende Haushalte zu hundert Prozent mit Ökostrom“, sagt Winfried Köhler, Geschäftsführer der Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg GmbH (EWS). „Für klimaschonende Mobilität haben wir inzwischen zudem sieben Ladesäulen für Elektroautos in Wahlstedt und Bad Segeberg installiert. Also war für uns eine Photovoltaikanlage die konsequente Fortführung der Maßnahmen hin zur Energiewende.“

Für Kunden habe man schon Solaranlagen gebaut. Doch für die EWS ist es die erste Eigene. Die Anlage befindet sich auf dem Dach des Gebäudes für die Reinwasserbehälter. Sie ist im März dieses Jahres in Betrieb gegangen. „Mit dieser Anlage leisten wir einen großen Beitrag zum Klimaschutz in unserer Region“, freut sich Winfried Köhler.

98 Prozent direkt im Werk genutzt

Rund 98 Prozent der Jahresproduktion werden im Wasserwerk genutzt, der Rest ins öffentliche Netz eingespeist. Über die geplante Lebensdauer der Anlage von 30 Jahren werden etwa 900 Tonnen klimaschädliche CO2-Emissionen vermieden. „Mehr geht nicht“, sagt Manfred Rebmann – Fachmann für die Solaranlage in dem Versorgungsunternehmen.

In Zahlen

Die Photovoltaikanlage hat eine Generatorleistung von 65,45 Kilowatt peak. Das Investitionsvolumen beträgt 80 000 Euro. Entstanden sind 238 einzelne Module mit einer Leistung von jeweils 275 Watt. Sie sollen jährlich etwa 55 000 Kilowattstunden Ökostrom erzeugen.

Über ein  
Monitoring im Internet könne die Leistung permanent verfolgt werden. So wurden am vergangenen sonnenarmen 12. Juni zum Beispiel nur 134 Kilowattstunden produziert. Bis zu dem Stichtag wurden über 7000 Kilogramm CO2-Emissionen eingespart. Das entspricht etwa 24 gepflanzten Bäumen. Am sonnigen 7. Juni wurden über 400 Kilowattstunden produziert.

Die dezentrale Stromerzeugung und die Speicherung gewinnt angesichts steigender Energiepreise an Bedeutung. Deshalb hat die EWS ihre Bemühungen bei Verkauf und Verpachtung von Photovoltaikanlagen seit 2017 weiter verstärkt.

Möglichst viel selbst verbrauchen

Winfried Köhler: „Unser Ziel ist es, die finanziellen Belastungen der Kunden zu reduzieren, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen – und nebenbei zur CO2-Reduzierung beizutragen.“

Mit der Investition in die Photovoltaikanlage geht die EWS mit gutem Beispiel voran. „Wir haben bei der Suche nach einem geeigneten Standort großen Wert darauf gelegt, dass wir möglichst viel des klimafreundlich erzeugten Stroms selbst verbrauchen können“, so der Geschäftsführer. „Bei unserem Wasserwerk sind wir sehr schnell fündig geworden.“

Bei Störungen schaltet Anlage komplett ab

Sicherheit habe bei der Auswahl der Komponenten eine entscheidende Rolle gespielt. Die Anlage sei bereits auf Modulebene mit einer integrierten Sicherheitsfunktion ausgestattet worden. Um das Stromschlagrisiko zu verringern, wechsele die Anlage bei Störungen automatisch in den Sicherheitsmodus und schalte sich bei hohen Temperaturen komplett ab.

Den Klimanotstand von Bad Segeberg wollte Köhler nicht bewerten. Jedoch müsse jeder versuchen aktiv seinen Beitrag zu leisten, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Irene Burow

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