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Segeberg Weniger Arbeitslose im Kreis Segeberg
Lokales Segeberg Weniger Arbeitslose im Kreis Segeberg
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10:49 29.08.2019
Export und Automobilbranche melden bundesweit rückläufige Umsätze. Quelle: (Symbolbild) dpa
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Bad Segeberg

Nach den Sommerferien ist die Arbeitslosigkeit wieder rückläufig. Im Kreis Segeberg ist die Zahl der Arbeitslosen um 35 Personen oder 0,5 Prozent zum Vormonat gesunken. Damit waren im August 6363 Männer und Frauen arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 287 Personen oder 4,3 Prozent zurückgegangen.

Bewegung nach den Sommerferien

Die Arbeitslosenquote sinkt von 4,2 Prozent im Vormonat auf 4,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 4,4 Prozent betragen. „Nach den Sommerferien kommt erfahrungsgemäß wieder mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt. Schule oder Studium beginnen, Betriebe stellen verstärkt wieder Personal ein, Qualifizierungen starten. Die beginnende Herbstbelebung bietet mehr Chancen, die eigene Jobsuche erfolgreich anzugehen!“, betont Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn die aktuelle Entwicklung.

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„Sollte die Arbeitsuche schon länger andauern, lohnt sich auch der Blick rechts und links von der bisherigen Branche oder dem bisherigen Beruf. Arbeitsagenturen und Jobcenter beraten dazu und fördern Arbeitslose und Unternehmen bei Bedarf mit Praktika, Qualifizierungen und Einstellungszuschüssen.“

Im August konnten wieder mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, dies liegt auch am Start vieler Ausbildungen und Qualifizierungen im August. So gingen 502 Menschen, dagegen im Juli 464, in eine Beschäftigung. 510 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung. Im Juli waren es 331. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Vergleich zum Vorjahr bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zurück. Von den insgesamt 6363 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit im August 2580. Damit sank die Zahl um 61 Personen gegenüber dem Vormonat. Es waren 96 Personen weniger als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Das Jobcenter registrierte 3783 arbeitslose Männer und Frauen, dies waren 26 mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 191 Personen oder 4,8 Prozent gesunken.

Weniger Personal als im Vorjahr

Die Personalnachfrage der Betriebe erreicht in diesem Jahr nicht mehr das hohe Niveau des Vorjahres. So gaben die Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg insgesamt 478 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 33 weniger als im Juli.

Seit Jahresbeginn wurden damit insgesamt 5052 Stellen zur Besetzung aufgegeben, das sind 130 weniger als in den ersten acht Monaten des Vorjahres.

Rückläufige Kfz-Branche

Export und Automobilbranche melden bundesweit rückläufige Umsätze. Dies macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region bemerkbar. Die Personalanfragen im Bereich Kfz-Verkauf und Werkstätten, im produzierenden Gewerbe und im Handel sind derzeit rückläufig. Mehr Nachfrage gab es hingegen im öffentlichen Dienst nach Verwaltungsangestellten, Erziehern/innen, Sozialpädagogen und Ingenieuren/innen. Baufachkräfte und Helfer/innen werden weiter dringend im Hoch- und Tiefbau gesucht, auch Anlagenmechaniker/innen aller Fachrichtungen bleiben gefragt. Im Dienstleistungssektor sind besonders Friseure/innen und Reinigungskräfte gefragt.

„Derzeit zeigen sich die Zugänge an Stellenangeboten in einigen Branchen etwas rückläufig, während andere Branchen nach wie vor boomen. Die Personalnachfrage bleibt aber weiterhin sehr groß und viele Fachkräfte sind für Unternehmen nur mit Mühe zu finden. Da wird im Einzelfall die Erweiterung der Arbeitszeit beschäftigter Minijobbender auf Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung zu einer interessanten Option. Wenn sich Lebenssituationen oder betriebliche Erfordernisse ändern, kann sich eine Umwandlung für Betrieb und Beschäftigte schnell lohnen", sagt Thomas Kenntemich.

300 freie Ausbildungsstellen

Nicht jeder Ausbildungsbetrieb hat den passenden Auszubildenden gefunden. Mehr als 300 freie Ausbildungsstellen waren im Kreis Segeberg zuletzt noch gemeldet. Es gibt aber auch Jugendliche, die keine Zusage hatten.

„Viele Jugendliche haben im August ihre Berufsausbildung begonnen, weitere Ausbildungen starten. Fakt ist auch, dass nicht jeder Jugendliche eine Zusage erhalten - und nicht jeder Ausbildungsbetrieb den passenden Auszubildenden gefunden hat. Unsere Vermittlungsaktivitäten laufen daher weiter, um noch möglichst viele junge Menschen mit Ausbildungsbetrieben zusammenzubringen. Wer in seinen Ausbildungswünschen sehr flexibel ist, hat auch jetzt noch Chancen. Überraschende Möglichkeiten ergeben sich manchmal kurzfristig. So werden Ausbildungsplätze wieder frei, weil Bewerber absagen und eine andere Ausbildung bevorzugen“, erläutert Thomas Kenntemich. „Gleichzeitig sprechen wir mit Jugendlichen ohne Ausbildungsstelle über berufliche Alternativen. Dabei arbeiten wir auch mit den Kammern Hand in Hand zum Beispiel bei betrieblichen Langzeitpraktika in Form von Einstiegsqualifizierungen.“

Für den Ausbildungsstart in diesem Jahr meldeten sich im Kreis Segeberg bisher 1459 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 142 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte August noch 325 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1397 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 51 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im August noch 335 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

In der Ausbildungsplatzbörse unterwww.arbeitsagentur.de sind die tagesaktuellen Angebote zu finden. Die Top-Ten der unbesetzten Ausbildungsstellen zeigt, in welchen Berufen zuletzt noch viele Ausbildungsplätze offen waren.

Ausbildungsbewerber/innen wenden sich an die Berufsberatung unter der kostenfreien Rufnummer 0800/4 5555 00. Der Arbeitgeber-Service informiert und berät Ausbildungsbetriebe unter 0800/4 5555 20.

Von LN