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Segeberg Wer löst das Rätsel um „Das Erbe der Narren“?
Lokales Segeberg Wer löst das Rätsel um „Das Erbe der Narren“?
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22:11 25.06.2018
Ganz schön schaurig und anspruchsvoll ist das neue Theaterstück „Das Erbe der Narren“, das Schüler und Mitarbeiter der Annette-von-Rantzau-Gemeinschaftsschule und des Internats Rohlstorf auf die Bühne bringen.
Ganz schön schaurig und anspruchsvoll ist das neue Theaterstück „Das Erbe der Narren“, das Schüler und Mitarbeiter der Annette-von-Rantzau-Gemeinschaftsschule und des Internats Rohlstorf auf die Bühne bringen. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Rohlstorf

Den Kinderbuchautor Michael Ende verbindet man in erster Linie mit seinen überaus kinderfreundlichen Erzählungen. Der Bestseller „Momo“ geht auf sein Konto und natürlich „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, dessen Neuverfilmung derzeit in den Kinos für klingelnde Kassen sorgt. Aber Michael Ende kann auch anders, wie „Das Erbe der Narren oder der Spielverderber“ zeigt, an deren Umsetzung sich die Schüler des Internates und der Annette-von-Rantzau-Gemeinschaftsschule gewagt haben.

Premiere war zwar bereits am Montag, aber am Mittwoch und Donnerstag gibt es zwei weitere Gelegenheiten, bei freiem Eintritt ein einzigartiges Theaterstück auf Gut Rohlstorf zu erleben. Michael Endes „Das Erbe der Narren“ verspricht anspruchsvolles Theater mit Tiefgang.

Die Handlung des Theaterstücks könnte sich Michael Ende zweifelsohne bei Agatha Christi ausgeliehen haben: Zehn Personen, die unterschiedlicher kaum sein können, werden von einem Unbekannten in ein altes Haus eingeladen, in dem nur noch ein Diener (gespielt von Justus Müller) wohnt. Was es mit dem Erbe auf sich hat, von wem es ist, und in welcher Beziehung die Erben zu dem Erblasser stehen, wissen die zehn Menschen nicht. Nur eines wird schnell deutlich: Ob nun General Markus Schweler (Jorge Mosquera), dessen Gattin Elsbeth (Jaclyn Rosseburg) und deren Tochter Ninive (Alicia-Faye von Allwörden), der junge Mann Sebastian Nothaft (Rainer Schmidt), das Spülmädchen Paula Olm (Johanna Brehmer), Versicherungsdirektor Egon Geryon (Ben Vorlop), Zuchthäusler Jakob Nebel (Faris Moumouni), die blinde Bäuerin Anna Fenris (Jorid Haaks), die Dompteuse Alexandra von Xanadu (Tanja Hoier), die Lehrerin Klara Dunkelstein (Sidonia zu Knyphausen), sie alle verbindet ein Rätsel. Um dieses lösen zu können, müssen sie zwangsläufig mit den anderen kooperieren, was nicht so einfach ist.

Das Erbe müssen sie vor einer Notarin (Lena Kruse) zusammensetzen. Dabei allerdings lassen Intrigen und Verschwörungen nicht lange auf sich warten. Mit ihnen verändern sich das Haus und sein treuer Butler, die zu einer Einheit verschmelzen. Alles nimmt einen erschreckend düsteren Verlauf und hinterlässt ein gleichermaßen beklemmendes wie faszinierendes Gefühl des Unbehagens, was dem Bühnenbild und seiner Animation zu verdanken ist.

„Michael Ende hat bei dem Stück seine Fantasie spielen lassen, mit der er der Gesellschaft den Spiegel vorhält“, erzählt Gisela Rohde-Bay, deren Schüler sofort Feuer und Flamme für das neue Theaterstück gewesen und immer noch sind.

Die Aufführungen

„Das Erbe der Narren oder der Spielverderber“ von Michael Ende ist nach der Premiere am Montag noch zweimal am Mittwoch, 27. Juni, und am Donnerstag, 28. Juni, in der Remise auf dem Gut Rohlstorf zu sehen. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Das Stück in fünf Akten dauert rund 2,5 Stunden. Regie führt die Leiterin der Theater AG Gisela Rohde-Bay. Den Verfall des Hauses setzt eine Animation von Micky Koch in Szene. Der Eintritt ist frei.

Petra Dreu