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Segeberg Wer will mitfahren? Dampf-Bahn-Club stellt seine Loks aufs Gleis
Lokales Segeberg Wer will mitfahren? Dampf-Bahn-Club stellt seine Loks aufs Gleis
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16:00 05.07.2019
Auch internationale Gäste sind beim großen Dampfbahner-Treffen dabei: Patrick Ijsveld (26) aus den Niederlanden, Ben Chapman (17) aus England, Christoph Duvigneau (39), stellvertretender Vorsitzender aus Hamburg, Robert Fidler (65) aus England, Roel Voetborg (71), Wybren Kingma (73) und Martin Stroetinga (25) aus den Niederlanden. Quelle: Petra Dreu
Schackendorf

 Am kommenden Sonntag heißt es auf dem Bahnhof „Beckmannshausen“ wieder „Vorsicht an der Bahnsteigkante“, wenn die Mitglieder des Dampf-Bahn-Clubs Holstein zusammen mit internationalen Gästen zum jährlichen Dampfbahn-Treffen nach Schackendorf laden. Dann schlagen nicht nur die Herzen der Hobby-Lokführer höher, sondern auch der erwarteten 800 bis 1000 Besucher, die sich mit leuchtenden Augen den Fahrtwind um die Nase wehen lassen können.

Vor jeder Fahrt werden ein paar Schüppen Kohle nachgelegt und noch einmal lautstark Druck aus dem Kessel gelassen und schon surren die Dampf-Lokomotiven in Miniaturausgabe los über das 7000 Quadratmeter große Gelände, auf dem in dieser Wochen nationenübergreifend Bahn gefahren wird.

Dampfbahn international

60 Gäste aus England, den Niederlanden, der Schweiz und aus dem ganzen Bundesgebiet sind teilweise mit ihren Familien angereist, um eine Urlaubswoche in Schackendorf zu verbringen. Einige haben ein Zelt mitgebracht, andere ein Wohnmobil, Fremdenzimmer in Schackendorf sind auch ausgebucht. Dafür haben alle denselben Grund: Sie wollen sich mit anderen austauschen, fachsimpeln und ihr dampfendes Hobby ausleben.

Aber was macht den Reiz der dampfenden Lokomotiven aus? „Wenn einem der Geruch von Kohle und Dampf in die Nase steigt, das ist etwas ganz Besonderes“, erzählt Christoph Duvigneau, zweiter Vorsitzender des Dampf-Bahn-Clubs. „Wenn man eine Lokomotive sieht, möchte man sie auch nachbauen. Das geht aber nicht so schnell. Manche Dampfbahner arbeiten 20 Jahre an ihrer Lok. Wenn sie dann endlich fertig ist, muss sie auch gefahren werden“, erläutert Ruthard Ottmar (76).

Hier gibt es Eindrücke vom Dampfbahner-Treffen in Schackendorf.

Ein teures Hobby

Es gibt zwar Bausätze für Lokomotiven der gängigsten Spurweiten im Maßstab 1:11 für die Spurweite 5 Zoll und 1:8 für die Spurweite 7 ¼ Zoll, die aber sind teuer. „Je nach Modell muss man zwischen 20 000 und 40 000 Euro auf den Tisch legen. Nach oben gibt es keine Grenzen. Fertig montierte Dampfloks sind noch teurer“, weiß der stellvertretende Vorsitzende.

Für den Maschinenbaumechaniker Ruthard Ottmar und den Werkzeugmachermeister Dietmar Kaiser ist es ein Leichtes, die Teile, die sie für ihre Loks benötigen, selbst anzufertigen. Beide fachsimpeln über Stromgeneratoren zur Lichterzeugung, die sie gerade bauen. Während Ruthard Ottmar noch am Anfang steht, ist der Generator von Dietmar Kaiser bereits fertig. Sogar eine Hersteller-Plakette mit seinem Namen und laufender Nummer hat er an den kleinen, voll funktionstüchtigen Generator im Miniformat angebracht. 1000 Euro haben ihm Dampfbahner dafür bereits geboten.

Am Sonntag: Fahrspaß mit dampfenden Zügen

Das große Dampfbahn-Treffen findet Sonntag, 7. Juli, von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände des Dampfbahn-Clubs Holstein in Schackendorf, Hamdorfer Weg 7, statt. Fünf Züge werden dabei im Dauereinsatz sein. Der Eintritt (inklusive aller Fahrten) kostet für Kinder drei Euro, für Erwachsene 6 Euro, für Familien maximal 15 Euro. Die Wählergemeinschaft Schackendorf (WGS) versorgt die Besucher mit kalten Getränken, Kaffee, Kuchen und Bratwurst. Darüber hinaus öffnet der Club jeden ersten Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr seine Türen. Auch dazu sind Besucher herzlich willkommen.

Gegründet wurde der Dampfbahn-Club Holstein 1981. Er hat 23 aktive Mitglieder im Alter von 10 bis 86 Jahren. Das 7000 Quadratmeter große Gelände mit Lokschuppen, Drehscheiben, Brücken, Reparaturbühne und einem Vereinshaus verfügt über eine 1800 Meter lange Gleisanlage in den Spurweiten 5 und 7 ¼ Zoll. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet nähere Infos unter www.dbc-h.de.

Der Kölner Lucian Fuchs (25) hat das Dampfbahner-Gen von seinem Vater Michael (63) in die Wiege gelegt bekommen. Beide tragen Original-Lokführermützen, die wegen der Brandgefahr aus Leder sind und genießen die jährlichen Treffen. Lucian Fuchs hat sein Hobby sogar zum Beruf gemacht: Er ist Lokführer bei der Deutschen Bahn.

Landschaftspflege gehört dazu

Für den Besucheransturm am Sonntag haben sich die Dampfbahner eine ganze Woche lang mächtig ins Zeug gelegt. „Wir haben Büsche und Bäume geschnitten, die künstlichen Seen und Wasserstraßen gereinigt und alle technischen Anlagen gewartet“, erzählt Christoph Duvigneau, während der Vorsitzende Daniel Heger gerade dabei ist, das Mittagessen für alle vorzubereiten.

Zu verdanken haben die Dampfbahner ihr Domizil dem Gärtner Rudolf Beckmann, der sich um alles Blühende auf dem Gelände kümmert, das einst ein brachliegender Spargelacker war. Die Clubmitglieder haben zu ihm eine ganz besondere Beziehung. „Sie geht weit über ein nachbarschaftliches Verhältnis hinaus. Er hat sogar eine zusätzliche Terrasse gebaut, um uns besser sehen zu können“, verrät Duvigneau. Zum Dank haben ihn die Dampfbahner zum Ehrenmitglied ernannt, den Bahnhof „Beckmannshausen“ und die Haltestelle „Rudolfs Lust“ gegenüber seiner Terrasse gebaut. Christoph Duvigneau: „Außerdem darf er bei uns mitfahren, wann immer er will.“

Petra Dreu

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