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Segeberg Wer zündete den BMW an?
Lokales Segeberg Wer zündete den BMW an?
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20:10 15.03.2017
Neumünster/Bad Bramstedt

Die vor dem Schöffengericht in Neumünster gegen Emir K. (Name geändert) verlesene Anklage klang nach einem spektakulären Versicherungsbetrug: Der in Bad Bramstedt lebende Angeklagte soll im Februar 2015 in den frühen Abendstunden einen geleasten BMW X5 im Heideweg, einer Sackgasse in Henstedt-Ulzburg, auf einem Parkstreifen abgestellt und in Brand gesteckt haben, um eine Summe von 20000 Euro von der Versicherung zu kassieren. Allerdings ist in der Anklage die Rede davon, dass der Beschuldigte das Geld an den Leasinggeber weiterleiten und nicht selbst kassieren wollte.

K. schwieg nicht nur zu den Tatvorwürfen, sondern auch zu seinen persönlichen Verhältnissen – wie sich zeigte, ein aus seiner Sicht nachvollziehbarer Schritt, denn Beweismittel waren in diesem Fall rar gesät. Ein Polizist berichtete als Zeuge von seinem Einsatz an jenem Abend: Um 23 Uhr seien die Beamten von dem brennenden Pkw unterrichtet worden, auf dem Weg zur Brandstelle in 400 Metern Entfernung hätten sie einen brennenden Benzinkanister gefunden. Der abgestellte BMW stand bereits in Flammen. Er wurde komplett zerstört, ein davor geparkter Renault ebenfalls beschädigt.

Der Angeklagte gab bei der Polizei an, den Wagen wegen eines technischen Defekts auf dem Parkplatz abgestellt zu haben. Aufgrund widersprüchlicher Angaben geriet K. dann in den Verdacht, der Brandstifter gewesen zu sein. Bei einer Untersuchung des Benzinkanisters wurden jedoch keine DNA-Spuren des Angeklagten gefunden, und auch eine Durchsuchung der Wohnung führte nicht zur Aufklärung des Geschehens. Gefunden wurde lediglich ein Klappmesser, dessen Besitz verboten ist.

„Mein Mandant sitzt hier völlig zu Unrecht“, sagte Verteidiger Sebastian Knops und fügte hinzu, dass der Angeklagte nicht einmal einen finanziellen Vorteil aus der angeblichen Brandstiftung gezogen habe. „Es gab in dem besagten Zeitraum häufig Pkw-Brände, zumindest in Norderstedt“, betonte der Jurist.

Da letztlich noch nicht einmal die Ursache des Brandes von Gutachtern eindeutig festgestellt werden konnte, beantragten die Staatsanwältin und der Verteidiger einen Freispruch. Richterin Dr. Stelling und die beiden Schöffen schlossen sich diesem Antrag nach kurzer Beratung an. K. , der bereits neun Vorstrafen, überwiegend wegen Straftaten im Straßenverkehr, angesammelt hat, wurde von allen Anklagevorwürfen mangels Beweisen freigesprochen, denn auch der unbefugte Besitz des Klappmessers konnte ihm nicht nachgewiesen werden, da in der Wohnung noch mehr Familienmitglieder zu Hause sind.

mka

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