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Segeberg Werner-Rennen: Probefahrt auf der Motocross-Piste
Lokales Segeberg Werner-Rennen: Probefahrt auf der Motocross-Piste
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11:58 20.07.2019
Staubige Probefahrt: Jan Allers (r.) vom MCE Tensfeld testet mit Roman Diedrichs und dessen Tochter Lisa den Rennparcours für die Motocross-Wettkämpfe beim Werner-Rennen. Quelle: Heike Hiltrop
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 Das knatternde Aufjaulen von Zweitaktmotoren mischt sich mit dem schwarzen Sand einer dicken Staubwolke, aus der eine Rennmaschine in den Himmel steigt. Zugegeben – es sind nur ein paar Meter, vielleicht drei oder vier. Aber irgendwie ist Motocross in diesem Moment auch ein bisschen wie Fliegen. Und so wird der Flugplatz Hartenholm zur passenden Kulisse.

Streckenbauer Jürgen Mauer (l.) und Werner Müller, Sportleiter beim MCE Tensfeld im Gespräch. Quelle: Heike Hiltrop

Werner-Rennen, das Motorsportfestival 2019, steht an. Ende August gibt’s ordentlich was auf die Ohren, passend zum Brösel-Leitspruch: „Das muss kesseln.“ Und zwar nicht nur auf den Bühnen, auch auf der Wettkampfstrecke. Die hat Jürgen Mauer aus Pforzheim ausgearbeitet. Der MCE Tensfeld hat das Ruder beim Motocross in der Hand. „Im vergangenen Jahr war es noch nicht so. Da lief einiges aus dem Ruder. Das wird in diesem Jahr anders“, verspricht Vereinsvorsitzender Holger Zankel.

Die „Jungfernfahrt“

Mit Helm, Rücken- und Knieschutz fegt Motocross-As Jan Allers vom MCE auf seiner 250er KTM über die knapp 1500 Meter lange Piste, die von bis zu 40 Zweiradpiloten gleichzeitig befahren werden darf. Zusammen mit der 19-jährigen Lisa Diedrichs und deren Vater Roman geht’s auf den frisch gebauten Kurs. Strecken-Check. Auch MCE-Sportleiter Werner Müller lässt sich die „Jungfernfahrt“ nicht entgehen.

Schikanen, Whoops und Stepper

Vor fünf Tage hat der Baden-Württemberger mit fünf Leuten angefangen, dort Erde zu bewegen. Kubikmeter für Kubikmeter sind in Kurven geschoben in Wellen gelegt und zu Hügeln aufgetürmt worden. Schikanen, Whoops und Stepper, so die schnittigeren Fachbegriffe. Letzterer sorge für eine Flugbahn von 25 bis 28 Metern, so Mauer und kommt ins Fachsimpeln: „Die Streckenbreite ist mit fünf, sechs Metern Minimum vorgegeben. Wichtig ist, dass sie nicht zu schnell wird.“ Damit meint der Experte, dass die Rennfahrer an bestimmten Stellen abgebremst werden müssen.

Ein Zuckerhut zur Entschleunigung

30 Minuten lang drehen die Motocross-Piloten ihre Runden, heben ab, geben Vollgas. Die Reifen mit ihrem dicken Profil wühlen sich durch den Boden. Dann werden mögliche Veränderungen besprochen: „Sie ist zu schnell“, fasst Mauer zusammen. „Finde ich nicht“, urteilt Allers mit breitem Grinsen. Aber beide sind sich einig: Ein Zuckerhut müsse zur Entschleunigung aufgeschüttet werden, womit ein weiterer steiler Hügel gemeint ist.

Action in Publikumsnähe

„Klar sind die Fahrer sehr schnell, erreichen Geschwindigkeiten um 100 Stundenkilometer, aber im Durchschnitt dürfen es nicht mehr als 55 über die Länge sein.“ Mauer ist erfahren, kommt selbst aus dem Motorsport und baut mit seinem Firmenpartner seit Jahren bis zu 25 solche Rennstrecken im Jahr. „Die große Action ist beim Publikum, das ist super“ – Allers freut sich, dass die Zuschauer viele Sprünge hautnah miterleben können.

Vier Tage Sport und Entertainment

Das Werner-Rennen geht von Donnerstag, 29. August bis Sonntag, 1. September auf den Flugplatz Hartenholm in die dritte Runde. Besucher können sich auf viele verschiedene Rennen und ein Bühnenprogramm, zu dem unter anderem die Böhsen Onkelz, The Boss Hoss und Kim Wilde gehören, freuen. Tickets für die Kombi aus Motorsport- und Musikveranstaltung sind ab 12 Euro zu bekommen. Mehr Infos unter www.werner-rennen.de im Internet.

Auch die „Naturtribünen“ sind fertig. Drei Tage hat Mauer für das Auskoffern und Aufschütten des Bodens zu stabilen Wällen gebraucht. Werner Müller erinnert sich: „Vergangenes Jahr wurden extra Sitztribünen aufgebaut, die Eintritt gekostet haben, das kam gar nicht gut an. Es war die erste Veranstaltung, aus ihr hat man gelernt.“

Die Renn-Pisten auf dem Flugplatz Hartenholm werden vorbereitet für das Werner-Rennen Ende August.

Ein paar Kleinigkeiten sind für Mauer noch zu tun, etwa der zu erweiternde Radius einer Kurve, aber ansonsten erntet er viel Lob für seine Arbeit. Sein Blick geht über das Gelände, neben dem gerade ein kleines Flugzeug landet, das Fallschirmspringer aufnimmt. „Tensfeld ist Hartboden gegen das hier. Das hier ist Lommel. Das ist tiefster Tiefsand“, schwärmt er. Die Bodenqualität gleiche der bei Rennen im belgischen Ort Lommel, dem Mekka des Motocross-Sports.

Feinschliff mit der Kreiselegge

Bis Ende August die schwarz-weiße Flagge zum ersten Start gesenkt wird, hat der Boden die nötige Zeit, sich zu setzen. Zwei Tage vor der Veranstaltung legt Mauer dann letzte Hand für den Feinschliff an. „Mit der Kreiselegge. Und auch die Absprungkanten müssen dann noch nachgezogen werden.“

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