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Segeberg Wie geht es weiter mit der Kultur in Eilsdorf?
Lokales Segeberg Wie geht es weiter mit der Kultur in Eilsdorf?
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19:56 03.01.2019
Fred Freitag (links) und Richard Fehrmann hatten für den Kulturverein mehrmals zum Eilsdorfer Ackerkino eingeladen, auf dem preisgekrönte Filme der Kurzfilmrolle gezeigt wurden.
Fred Freitag (links) und Richard Fehrmann hatten für den Kulturverein mehrmals zum Eilsdorfer Ackerkino eingeladen, auf dem preisgekrönte Filme der Kurzfilmrolle gezeigt wurden. Quelle: Petra Dreu
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Eilsdorf

Ungezählte Wochenenden haben die Mitglieder des Kulturvereins Eilsdorf und Umgebung 2014 damit verbracht, aus einem alten Schweinestall einen überaus gemütlichen und geschmackvoll eingerichteten „Kulturstall“ zu machen, der sich als „Hoffmanns Stall“ einen Namen gemacht hat. Die darin veranstalteten irischen Nächte und Lesungen – unter anderem von der Erfolgsautorin Petra Schmidt-Decker, Konzerte von Abi Wallenstein bis hin zu „Pfefferminz“ und Kreativkurse haben das kleine Dörfchen Eilsdorf über Jahre bereichert, was nicht zuletzt den Motoren des Vereins zu verdanken ist. Diese aber wollen nicht mehr in der ersten Reihe stehen und ihre Ämter auf der Jahresversammlung des Vereins am Mittwoch, 9. Januar, abgeben. Doch wie geht es weiter?

„Nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit ist es an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen“, sagt der amtierende Vorsitzende Richard Fehrmann, der gemeinsam mit Ehefrau Ute und seinen Nachbarn Elke und Jürgen Hoffmann das Projekt „Hoffmanns Stall“ angeschoben hatte. Bis zur ersten Veranstaltung jedoch war es ein weiter Weg. Die Elektrik musste neu verlegt, neuer Estrich gegossen, Abzugslöcher zugemauert und eine kleine Küche eingerichtet werden. Nicht nur die beiden befreundeten Ehepaare machten mit, sondern auch viele Dorfbewohner kamen spontan vorbei, um bei den Arbeiten zu helfen.

Was folgte, waren viele kulturell anspruchsvolle Veranstaltungen fernab von jeglichem Kommerz, die dem 180 Einwohner zählenden Eilsdorf so manches Mal mehr Gäste als Einwohner beschert hatten. Mit dem mehrmals ausgerichteten „Ackerkino“ gab es weitere Annehmlichkeiten für die Eilsdorfer, denn wo sonst auf dem Land kann man mit Klappstuhl, Wolldecke und einer Flasche Wein unterm Arm zum Kinoabend gehen?

Doch wie so oft: Ehrenamt bleibt Ehrenamt und das kann man nur dann erfolgreich ausüben, solange genügend Zeit dafür ist, sich die Arbeit auf möglichst vielen Schultern verteilt und ausreichend Gleichgesinnte dazu bereit sind, in die Fußstapfen ihrer Vorgänger zu treten. Und wenn dann auch noch neue Ideen mitgebracht werden, dürfte einem Umbruch nichts entgegenstehen.

In einem solchen befindet sich der Kulturverein Eilsdorf und Umgebung nämlich gerade, denn der komplette Vorstand muss neu gewählt werden. Mira Zanoski hatte ihn aus persönlichen Gründen bereits vorzeitig verlassen. Mit der Jahreshauptversammlung endet zudem die Amtszeit der Beisitzerinnen Barbara Steffen und Gabi Struwe, die aus beruflichen und familiären Gründen ebenfalls nicht weitermachen können. Und zu allem Überfluss haben der Vorsitzende Richard Fehmann und Ehefrau Ute, die die Finanzen des Vereins zusammengehalten hat, ebenfalls beschlossen, ihre Ämter aufzugeben.

Wie soll es weitergehen? Richard Fehrmann ist zuversichtlich: „Wir haben im Eilsdörfchen schon mit einigen potenziellen Interessierten gesprochen. Auch mit dem Dorfvorstand ist eine Idee am Laufen, wie es weitergehen könnte. Schauen wir mal, ob die Elsdorfer weiterhin kulturelle Veranstaltungen im Dorf wünschen und diese auch mittragen“.

Petra Dreu