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Segeberg Ihre Spenden für das Ehrenamt
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12:38 24.12.2018
Kleiner Kreis mit knapp zehn Leuten: Infoabend zum Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter, der im Februar beginnt und im Sommer endet. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

 Die kleine Runde, die sich in den neuen Räumen des Hospizvereins Segeberg versammelt hat, ist bunt gemischt: Rubia Kickbusch aus Wankendorf, Ilse Schlenk, aus Stipsdorf, Melita Wilimzig aus Klein Rönnau sowie sechs andere Frauen und ein Mann sind zu einem Informationsabend vorbeigekommen. Alle zwei Jahre werden ehrenamtliche Hospizbegleiter ausgebildet. Wer hier sitzt, hat Interesse daran und will sich die Sache mal genauer ansehen, hören, wie die Ausbildung so läuft. Aber jeder Einzelne ist auch hier, um danach noch einmal für sich abzuklopfen, ob es nur eine flüchtige Idee oder tatsächlich mehr ist.

Viele Fragen: Was ist im Urlaub?

„Ich kann mir das gut vorstellen, aber nach diesem Abend werde ich gründlich in mich gehen“, sagt Rubia Kickbusch, die mit 21 Jahren die jüngste Teilnehmerin an diesem Abend im Advent ist. Melita Wilimzig ist dagegen schon so gut wie sicher: „Ich bin gerade erst hierher gezogen und habe aktiv nach der Möglichkeit gesucht. Sterbebegleitung interessiert mich schon seit Jahren“, fasst die Rettungsassistentin im Ruhestand zusammen.

Hilfe im Advent

Die Spendenaktion„Hilfe im Advent der LN in Kooperation mit der Sparkasse kommt in diesem Jahr dem Hospizverein Segeberg zugute, der seit 25 Jahren Menschen in der schweren Phase ihres Sterbens Unterstützung anbietet.

Das Spendenkonto:

Hospizverein Segeberg e.V.

Sparkasse Südholstein

IBAN: DE94 2305 1030 0015 0888 83

SWIFT-BIC: NOLADE21SHO

Was ist, wenn sich Begleiter und Betroffene nicht leiden können? Wie viel Zeit wird aufgewendet? Wie oft wird man als Sterbebegleiter herangezogen? Was ist im Urlaub? Auf jede dieser Fragen gibt es ausführliche Antworten, während Elke Hoffmann und Gina Krause vom Hospizverein den Ablauf der Ausbildung beschreiben, die in einem halbjährlichen Kursus über mehrere Tage stattfindet. Fast 70 Stunden plus ein Praktikum, meist in einem Seniorenheim, dauert es, bis aus ihnen Hospizbegleiter werden. Finanziert wird der Kursus auch aus Spendengeldern. Denn die Krankenkassen sind zwar finanziell an der Hospizarbeit beteiligt, jedoch nur für die hauptamtlichen Koordinatorinnen.

Beschäftigung auch mit sich selbst

Die Themen, die auf diejenigen zukommen, die sich für so eine Ausbildung entschließen, sind vielfältig: Stärkung der Wahrnehmung, Ethik und Würde, professionelle Nähe und Distanz, Kommunikationsfähigkeit. Schnell wird deutlich, dass sich künftige Sterbebegleiter nicht nur mit dem Gegenüber beschäftigen werden, sondern Selbstreflexion ebenso wichtig ist. „In den Vorbereitungskursen lernt man sich sehr gut kennen“, sagt Elke Hoffmann. Die Ehrenamtler unterliegen der Schweigepflicht. Das ist wichtig für das Vertrauen. „Sie sind keine Pfleger, sondern für die psychosoziale Begleitung da – der Betroffenen, aber oft auch deren Angehörigen“, sagt Elke Hoffmann.

Spenden sichern die Ausbildung

„Ich brenne für diese Arbeit“, sagt Koordinatorin Kirsten Schroeder in einem früheren LN-Gespräch. Dass die Lübecker Nachrichten für den Verein Spenden sammeln, freut sie. „Aber mindestens genauso gut ist es, dass die Leser vieles über unsere Arbeit erfahren.“ Und doch ist es wichtig, gewisse Dinge nicht zu seinen zu machen, verdeutlichen Gina Krause und Elke Hoffmann, die „Begleiter der Begleiter“, wie sie selbst sagen. „Wir gucken auf vielen Ebenen, dass auch die Ehrenamtlichen gut begleitet sind.“ Das, was sie leisten, sei keine Verpflichtung, betonen sie, es sei ein Angebot. Hoffmann: „Und man darf auch Nein sagen.“

Nicht nur Sterbe-, sondern auch Trauerbegleitung lernt man nicht von heute auf morgen. Dieser große Bereich werde ebenfalls durch Spenden, auch durch die LN-Aktion Hilfe im Advent, mitfinanziert, erklärt Dr. Dieter Freese, Vorsitzender des Hospizvereins Segeberg. „Und dann haben wir noch unsere sehr gute Fachbücherei zu Themen wie Hospizarbeit, Sterben, Tod und Trauer.“ Von Fachbüchern hin bis zu kindgerechter Literatur findet sich hier schon vieles, aber sie solle weiter wachsen.

Heike Hiltrop

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