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Segeberg Klare Mehrheit bei WZV-Verbandsversammlung gegen Kretschmer
Lokales Segeberg Klare Mehrheit bei WZV-Verbandsversammlung gegen Kretschmer
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19:58 24.04.2018
Am Rande der Sitzung sprach der freigestellte WZV-Chef Jens Kretschmer mit Dr. Beatrix Klüver, der Vorsitzenden der Verbandsversammlung. Begleitet wurde Kretschmer von seinem Anwalt Burkhard Fabritius (r.).
Am Rande der Sitzung sprach der freigestellte WZV-Chef Jens Kretschmer mit Dr. Beatrix Klüver, der Vorsitzenden der Verbandsversammlung. Begleitet wurde Kretschmer von seinem Anwalt Burkhard Fabritius (r.).  Quelle: Petra Dreu
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Wiemersdorf

Zu Ende ist das Abberufungsverfahren damit aber noch nicht. Das gleiche Abstimmungsprozedere muss in einer zweiten Versammlung wiederholt werden. Einen Termin dafür gibt es auch schon. Sie soll am 29. Mai stattfinden. Zu dem Zeitpunkt wird noch die jetzige Zusammensetzung der Versammlung in Amt und Würden sein.

Obwohl zuvor gleich mehrere Bürgermeister angekündigt hatten, der entscheidenden Sitzung der Verbandsversammlung in Wiemersdorf fernbleiben zu wollen, war diese Sitzung mit 98 von 105 Stimmberechtigten so gut besucht wie keine Versammlung zuvor. Die Entscheidung über die Abberufung, für die eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist, fiel in nichtöffentlicher Sitzung. Gleich zu Beginn hatte der vom Hauptausschuss von seinen Aufgaben freigestellte Jens Kretschmer, der mit Ehefrau Meike und dem Fachanwalt für Arbeitsrecht Burkhard Fabritius zur Verbandsversammlung erschienen war, angemerkt, dass die Einladung nicht fristgerecht erfolgt sei. „Wir haben eine ganze Reihe von Verfahrensfehlern gerügt“, sagte der Arbeitsrechtler den LN, nachdem er zusammen mit Jens Kretschmer die Sitzung hatte verlassen müssen.

Kretschmer war zuvor die Möglichkeit zu einem Statement eingeräumt worden. „Ich habe geschildert, wie ich das Vorgehen des Hauptausschusses erlebt habe. Vor allem habe ich gesagt, dass ich mich nicht wie behauptet in der Verbandsversammlung am 6. Dezember 2016 versteckt habe“, führte Kretschmer an. Im Anschluss an die Sitzung habe er die Vorsitzende der Verbandsversammlung Beatrix Klüver, Justiziar Nis Nissen und den Hauptausschussvorsitzenden Gerd Lentföhr in seinem Haus noch zum Essen eingeladen. „Das verlief äußerst harmonisch“, sagte Kretschmer den LN.

Nach seinem Statement seien lediglich fünf Fragen von Bürgermeistern erlaubt worden. Danach seien er und sein Anwalt gebeten worden, den Saal zu verlassen. Das Statement der Personalvertretung habe er nicht mehr anhören können, so Kretschmer, der demonstrativ mit einem orangefarbenen Jutebeutel der „Profis in Orange“ zur Sitzung gekommen war.

Sein Rechtsanwalt Burkhard Fabritius bezeichnete die ganze Vorgehensweise als „unfaires Verfahren“. „Mein Mandant kennt die Vorwürfe überhaupt nicht und weiß somit nicht, wogegen er sich wehren muss. Menschlich läuft das komplett unterirdisch.“ Dass Jens Kretschmer die kritischen Punkte nicht bekannt seien, bestreitet Hans-Jürgen Kütbach, stellvertretender Vorsitzender des Hauptausschusses: „Er kennt alle Punkte, die letztlich auch bereits öffentlich genannt wurden.“ Die Aussprache über die Abberufung Kretschmers bezeichnete er als emotional. Auch habe es Kritik am Hauptausschuss gegeben, weil für viele Bürgermeister das Zerwürfnis überraschend gekommen sei.

Ob Jens Kretschmer gegen diese Entscheidung vor Gericht ziehen wird, ließ er am Dienstagabend offen. Auch, ob es doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung zur Trennung kommen könnte, steht noch nicht fest. Nach Aussagen Kretschmers seien die Versorgungsansprüche ein offener Punkt. Hans-Jürgen Kütbach: „Es geht um sehr viel Geld.“ Die restlichen Punkte der Tagesordnung wurden auf die nächste Sitzung verschoben.

Von Petra Dreu