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Segeberg Wilder Ritt über Stock und Stein
Lokales Segeberg Wilder Ritt über Stock und Stein
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15:12 30.10.2016
Viele Schaulustige verfolgten gestern die Raserei im Kreis Segeberg – wie hier in Stuvenborn auf einer Anhöhe neben der Strecke. Quelle: Fotos: Domann
Kaltenkirchen/Stuvenborn

Bereits von weitem ist das Motorengeräusch zu hören. Es klingt wie ein Schwarm angriffslustiger Hornissen. Zu sehen ist kaum etwas, manchmal blitzen sausende Farbtupfer in der Landschaft auf. Knapp 50 Rallye-Fahrzeuge flitzen auf Wirtschaftswegen an Stuvenborn vorbei. Hier findet die vierte Wertungsprüfung der 47. ADAC Rallye Atlantis statt, deren Schirmherr CDU-Bundestagsabgeordneter Gero Storjohann ist.

Die Rallye Atlantis quer durch Segeberg gilt als Highlight in der norddeutschen Motorsportszene.

Gesamtergebnis

1. Jan Becker und Günther Puritz 35:47,8 Minuten; 2. Martin Schütte und Kerstin David 35:48,9; 3. Kai-Dieter Kölle und Lena Zornig 38:19,9;

4. Lars Tietjen und Anja Lange 38:53,2; 5. Andreas Dahms und Inka Lerch 38:57,0; 6. Olaf Müller und Stefanie Fritzensmeier 40:13,7.

• Alle Ergebnisse im Internet unter www.rallyeatlantis.de

Zwei Schikanen (Strohballen) sind auf der zehn Kilometer langen Strecke eingebaut. Doch auch die diversen 90-Grad-Kurven sind eine Herausforderung für die Fahrer. Hinter Absperrbändern stehen Zuschauer und haben Fotoapparate und Handys gezückt. Ein Motor heult auf, wenige Sekunden später schießt ein Auto ins Blickfeld, bremst ab und fährt elegant in die Kurve. Einige Rallyeteilnehmer haben den 90-Gradwinkel unterschätzt, nehmen die Büsche mit oder fahren mit schlingerndem Heck durch die Kurve. „Wirklich schlecht fährt hier keiner“, sagt Sara Marie Pingel aus Borstel. Die 17-Jährige weiß, wovon sie redet. Fast wäre sie mit ihrem Vater Stefan im Nullwagen gefahren. „Doch nun ist etwas dazwischen gekommen und wir stehen wie jedes Jahr hier und schauen zu“, sagt Mutter Ortrud Pingel und ergänzt, dass Sara bereits vom Kinderwagen aus die Rennen beobachtet habe. „Ich bin mit dem Rallyesport aufgewachsen, es ist wie ein Zuhause, Freunde fahren mit, die wir anfeuern“, so die junge Frau. „Das Zusehen ist einfach interessant“, sagt Ortrud Pingel und schaut erwartungsvoll bereits auf das nächste Fahrzeug, das um die Kurve heizt und dessen Fahrweise von Tochter Sara kommentiert wird. „Erst Lichthupen und dann zu abgelenkt sein, um gut die Kurve anzufahren“, sagt sie schmunzelnd. Der Sport gefalle ihr, sie würde gern damit anfangen und gemeinsam mit ihrem Vater fahren. „Erst einmal muss aber der Führerschein bestanden werden und dann sehen wir weiter“, sagt die Mutter.

Das schnelles Fahren hat es auch dem elfjährigen Bendix aus Henstedt-Ulzburg angetan. Mit seiner Mutter Anika Elmgren hat er sich einen Platz auf einem abgestellten Anhänger gesichert und fiebert mit. „Ein Freund von uns ist Beifahrer im Vorwegwagen und macht die Ansage, deshalb sind wie hier“, erzählt die Mutter. Es sei einfach toll, so etwas anzusehen. Zumal es solche Rallyes im Norden kaum gebe. „Es wird alles abgeschafft, dafür entstehen immer mehr illegale Rennen“, schimpft eine andere Mutter daneben.

Doch nicht nur für die Zuschauer ist die Rallye spannend, auch die Teilnehmer sind aufgeregt. „Es ist immer spannend, es wird nie langweilig und vor einem Start kribbelt es immer noch“, sagt Steffi Zorn aus Klein Nordende. Mit 15 Jahren ist sie durch die Eltern zum Motorsport gekommen, mit 18 Jahren hat sie dann Platz auf der Fahrerseite genommen. „Ich habe meinen Freund dort kennengelernt, so können wir unsere Freizeit gemeinsam verbringen“, erzählt die 37-Jährige, die ihr Fahrermontur bereits angezogen hat. Helm und Nackenhalter fehlen noch, dann ähnelt sie einem Formel-1-Piloten.

Morgens ist sie bereits mit ihrer Beifahrerin Katrin Telschow die gesamte Strecke abgefahren. „Ich habe ihr die Strecke diktiert, Meterangaben und Kurvenradius.“ So bedeutet zum Beispiel die Angabe 150, rechts, zwei: in 150 Metern kommt eine Rechtskurve im rechen Winkel. Manche Rallyestrecken nehmen bis zu sechs Seiten im „Gebetsbuch“ ein, wie die Rallyefahrer die Aufzeichnungen nennen.

Gestern lief es für Zorn und ihre Co-Pilotin dann allerdings so gar nicht rund: Nach der sechsten von insgesamt acht Wertungsprüfungen musste das Duo wegen eines Getriebeschadens an ihrem Renault Clio aufgeben.

Silvie Domann

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