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Segeberg Windkraftgegner gründen Naturschutzverein
Lokales Segeberg Windkraftgegner gründen Naturschutzverein
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06:36 30.03.2019
Verein „VEFRA“ stellt Nisthilfen für Störche bei Radesforde auf. Quelle: hfr
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Rickling/Heidmühlen

Drei Windkraftanlagen könnten nahe Heidmühlen sowie den Splittersiedlungen Radesforde und Schönmoor (Gemeinde Rickling) entstehen – bis zu 200 Meter hoch. Seitdem das Vorhaben bekannt geworden ist, regt sich hier Widerstand. Bürger haben hier hunderte von Einsprüchen formuliert, die, wie ein paar Tausend andere, derzeit vom Ministerium für Inneres ländliche Räume und Integration ausgewertet werden. Die Landesplaner gehen davon aus, dass dadurch ein dritter Entwurf nötig wird, der bis Ende des Jahres vorliegen und erneut in die Anhörung gehen soll. Die potenziellen Anlagenbetreiber sind nicht untätig.

Eine Firma ist beauftragt worden, ein Umweltgutachten zu erstellen. Sie sieht sich derzeit die Situation vor Ort genau an. Das ruft die Windkraftanlagen-Gegner aus der Region auf den Plan. Denn, so ihr Argument, die Genehmigung durch das Landesamt für Landwirtschaft und ländliche Räume (LLUR) müsse erteilt werden, falls in der Untersuchung des Betreibers keine besonderen Probleme erkannt werden und keine entgegenstehenden Belege beigebracht werden. Projektentwickler Dr. Hans-Günther Lüth bestätigt, dass die Vorbereitungen laufen: „Wenn die Planung einen gewissen Stand erreicht hat, ist es auch so, dass es Ausnahmegenehmigungen gibt.“ Bei zügigem Verlauf könnte der Genehmigungsprozess baurechtlich schon Ende des Jahres abgeschlossen sein“, sorgt sich der Verein zum Erhalt und Förderung des Radesforder Auenlandes (VEFRA).

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Verein sieht Natur gefährdet

VEFRA hat sich gerade erst mit sieben Mitgliedern gegründet. Der Verein ist aus den Reihen der Anlagen-Gegner aus Heidmühlen und Rickling hervorgegangen. Er richte sich nicht generell gegen Windkraft, betonen die Mitglieder. „Aber wir haben die Auffassung, dass ein Windpark in derartiger Waldnähe keinen Platz finden sollte, weil hier ein hoher Schaden für Natur, Tierwelt und Mensch zu erwarten ist.“ Man wolle die Landschaft und die Natur rund um Heidmühlen, die Radesforder Au und das Moor schützen, so Vereinsvorsitzender Borbe Prieß. Unlängst habe man drei Nisthilfen für Störche aufgestellt.

Projektentwickler kritisiert falsche Vereinsargumente

„Wir müssen gucken, wie wir die Energiewende hinbekommen. So wie der Verein sich das vorstellt, wird das nie was“, entgegnet Ingenieur Hans-Günther Lüth. „Ich halte es für grenzwertig, wenn er sich den Schutz der Natur auf die Fahne schreibt. Genau das Gegenteil ist der Fall“, kritisiert er das massive Vorgehen mit Argumenten, die seiner Meinung „an den Haaren herbeigezogen“ sind. Lüth betont, dass er sich aus Überzeugung für alternative Energiegewinnung einsetze.

Infoveranstaltung in Heidmühlen

Der Verein plant, durch eigene Gutachten, die Verträglichkeit eines Windparks im Bezug auf den Schutz von Vögeln und Fledermäusen untersuchen zu lassen. Er sieht das Gebiet um die Radesforder Au bedroht. Zum aktuellen Stand des Bauvorhabens und den Möglichkeiten, ihm entgegenzutreten, will der Verein am Sonnabend, 30. März, von 15 Uhr an im Feuerwehrhaus der Gemeinde Heidmühlen informieren.

Heike Hiltrop

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