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Segeberg Wortort wird zum Kinder-Wahllokal
Lokales Segeberg Wortort wird zum Kinder-Wahllokal
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16:26 15.05.2019
Sophie Baierl und Thomas Minnerop. Quelle: Irene Burow
Segeberg

Alle Schulen sind angesprochen und alle Familien: Jeder, der noch keine 18 Jahre alt ist, darf am 17. Mai trotzdem sein Kreuz für die Europawahl machen. Auch wenn diese Jüngeren noch nicht wahlberechtigt sind, dürfen sie eine Meinung haben.

Möglich ist das zwar schon seit 1996. „Hier im Kreis Segeberg haben schon Schulen mitgemacht“, weiß Sophie Baierl vom Kreisjugendring (KJR). Doch ein öffentliches Wahllokal für unter 18-Jährige – das gab’s noch nie.

U18-Wahllokale im Kreis Segeberg

Wann wird gewählt? Am Freitag, 17. Mai, von 9 bis 18 Uhr.

Wo wird gewählt? Nicht nur der Wortort (Oldesloer Straße) in Bad Segeberg ist dafür vorgesehen. Ein Wahllokal gibt es auch im Mobilen Jugendraum Jal (Jugendarbeit auf dem Lande): Es steht an dem Freitag von 15 bis 17 Uhr in Wakendorf II (Sandbergstraße 24) und ab 17.30 Uhr in Struvenhütten (Wohldweg). Gewählt werden kann auch im Jugendhaus Kaltenkirchen (Marschweg 14), in der Stadtbücherei Kaltenkirchen (Am Markt 10), im Jugendzentrum Tonne in Henstedt Ulzburg (Beckersbergstraße 57). Das Alstergymnasium in Henstedt-Ulzburg hat übrigens auch ein eigenes Wahllokel, jedoch nur für Schüler der Schule.

Wer darf wählen? Es dürfen alle unter 18 wählen. Die Staatsangehörigkeit ist nicht wichtig. Lehrkräfte sind herzlich eingeladen mit ihren Klassen vorbeizuschauen sowie Gruppenleitende mit Kindern und Jugendgruppen.

Alle Wahllokale findet ihr hier. 

Urlaub auf Länderkarte markieren

Markieren, wo man in Europa schon gewesen ist: Eine Karte wird am 17. Mai im Wortort von Bad Segeberg ausgehängt, wo junge Menschen sich eintragen dürfen. Es ist eine einfache Übung, ihnen zu erklären, was sie von Europa haben.

Grenzenlos reisen durch 26 Staaten

„Diese ganzen Grenzgeschichten...“, sagt Thomas Minnerop und schmunzelt in sich hinein. „Heute bekommt man gar nicht mehr mit, dass man Frankreich schon erreicht hat.“ Es ist nur ein Beispiel, was europäische Bürger der Staatengemeinschaft zu verdanken haben: Von Land zu Land reisen, ohne seinen Pass zu zeigen. Durch 26 Länder. Wer also reibungslos auf die Kanaren fliegen will, sollte auch ein Interesse an europäischer Politik haben.

„Das ist nicht selbstverständlich. Die Tendenz in Europa geht an mancher Stelle weg davon. Ich finde das erschütternd“, sagt Projektleiter Minnerop, bei dem die Fäden diverser Projekte, Vereine und Einrichtungen in Bad Segeberg für junge Leute zusammenlaufen. „Ich mache mir echt Sorgen. Immer wieder stellen wir fest, dass Jugendliche nicht so recht wissen, was Europa für sie macht.“

„Viel Geld fließt in unsere Region“

„Jeder Bürger zahlt etwa 300 Euro pro Jahr an die EU. Dafür haben wir Frieden und fließend Wasser. Das ist es mir echt wert“, sagt Sophie Baierl. „Die EU ist nicht weit weg und diktiert uns nicht nur nervige Sachen. Wir haben was davon. Viel Geld fließt in unsere Region zurück“, sagt sie.

Der Wortort, inzwischen mit seinen vielfältigen Büros, sei für Bad Segeberg fast kostenlos gewesen. Sie nennt weitere Projekte: „Die Kinderlounge im Wibo-Zeltlager ist gefördert, die neue Promenade in Bad Segeberg oder das Jal-Mobil. Das sind Orte, die die Kinder kennen.“

Quiz, Musik und Programm

Die Europawahl in zwei Wochen nehmen sie zum Anlass, in Bad Segeberg erstmals das öffentliche Wahllokal für Jüngere einzurichten. Am kommenden Freitag, 17. Mai, gibt’s im Stadtinfohaus Wortort Musik und Getränke, dazu eine Wahlkabine und Urne – für die geheime Abstimmung.

„Die Wahl basiert auf Freiwilligkeit und ist nicht repräsentativ“, erklärt die Bildungsreferentin. Viel mehr geht es darum, Werbung für Politik und Mitbestimmung zu machen. „Wir sehen doch, wie die Jugend freitags auf dem Markt demonstriert. Wir müssen ihnen viel mehr Gehör schenken.“

Schlüsse aus dem Meinungsbild ziehen

Das Programm wird jugendgerecht. „Wir haben uns zusammengetan, um etwas Außerschulisches anzubieten“, sagt Baierl. „Politik hat nicht nur mit Prüfungen, Lehrern und Schule zu tun, das möchten wir sehr deutlich machen.“ Die Stadt-Schülervertretung, der Kinder- und Jugendbeirat mit dem Jugendbüro und die Jugendakademie helfen dabei. Sie alle hoffen, dass an dem Tag viele ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machen.

Die „offiziellen“ Hochrechnungen können am selben Abend ab 22 Uhr auf der allgemeinen Homepage zu der Wahl verfolgt werden. Die Jugendkoordinatoren wollen aus dem Meinungsbild anschließend ihre Schlüsse ziehen.

Das Projekt wird vom Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein gefördert.

Alle Infos: www.u18.org

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