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Segeberg Zehn Jahre oder länger dauert Fertigstellung der A 20
Lokales Segeberg Zehn Jahre oder länger dauert Fertigstellung der A 20
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18:31 10.05.2019
Die A-20-Brücke über das Travetal aus Sicht von Klein Gladebrügge. Quelle: lothar.kullack@ln-luebeck.de
Bad Segeberg

Es war für die meisten Bad Segeberger Stadtpolitiker ernüchternd, ja niederschmetternd, was der Referent René Schönberner als Bearbeiter für den Streckenentwurf von der Planungsgesellschaft Deges im Bauausschuss vorstellte. Frühestens in zehn Jahren, eher wird es noch länger dauern, werden die ersten Autos über die A 20 bei Bad Segeberg rollen können. Damit nicht genug, es könnte auch durch die zusätzlichen Querungshilfen für Fledermäuse zu weiteren Verzögerungen kommen.

Acht Querungshilfen für Fledermäuse

Der Terminplan könne in ein paar Wochen nicht mehr aktuell sein, schränkte Schönberner die Prognose ein. Den Antrag für das Planergänzungsverfahren werde man im nächsten Januar stellen. „Wir sind dabei, die Planunterlagen seriös aufzustellen.“ Mit acht Querungshilfen für Fledermäuse aus dem streng geschützten Winterquartier in den Höhlen am Kalkberg versuche man den Auflagen des Bundesverwaltungsgerichtes „im Heilungsverfahren“ nachzukommen.

Vor fünf Jahren hatten die Richter ihr Urteil zum A-20-Stopp damit begründet, dass das Land beim Fledermausschutz nachbessern und Flugwege der Tiere genau erfassen müsse. Auch der Schutz der Haselmäuse müsse besser werden. Weiträumige Südumfahrungen der Stadt hätten nicht ohne nähere Untersuchung verworfen werden dürfen. Das Thema Artenschutz bei Fledermäusen ist also das Hauptthema, das zweite seien auch Maßnahmen zum Schutz der Haselmäuse. Da gehe es um Umsiedlungsmaßnahmen und Veränderungen bei Knicks, erklärt Schönberner. Er hofft auf Baurecht der A 20 bei Bad Segeberg im Oktober 2022 und die Verkehrsfreigabe 2029. René Schönberner: „Das alles ist aber nur eine Momentaufnahme.“ Es könnte passieren, dass die Planer bei der „Fehlerheilung im Verfahren nicht erfolgreich“ seien und Kläger wieder recht bekommen, schränkt er ein.

Grafik: Trasse für die Weiterführung der A 20 Quelle: Jochen Wenzel

Klagerisiko besteht weiterhin

So könnte es passieren, erklärte er gegenüber den LN, dass durch die notwendigen neuen Fauna-Brücken und Tunnelanlagen, die den Fledermäusen helfen sollen, die Autobahn zu queren, wiederum „neue Betroffenheiten“ entstehen, weil neue Flächen dafür in Anspruch genommen werden. Werde ein weiteres öffentliches Verfahren notwendig, könnten wieder neue Kläger hinzukommen. Es bestehe die Gefahr, dass diese für den Naturschutz wichtigen zusätzlichen Bauwerke nicht die Grenzen der bisherigen Planfeststellung einhalten. Da werden neue Brücken, neue Widerlager, notwendig. Das Klagerisiko bestehe weiterhin. Hier setze die Deges aber auf Einigung mit den Betroffenen und den Verbänden schon im Vorfeld. Ein Risiko bestehe auch für ein neues Linienbestimmungs-Verfahren. So etwas würde die Planungen um Jahre zurückwerfen „Wir haben aber die Hoffnung, dass wir das im Korsett der bestehenden Planfeststellung regeln können.“

Was feststeht: Auch nach Prüfung der anderen Varianten zum A-20-Bau bei Bad Segeberg favorisieren die Planer der Deges weiterhin die bestehende Planfeststellungstrasse, also die enge Südumgehung, die an Klein Gladebrügge und Bad Segebergs Südstadt vorbeiführt. Nur diese würde zu einer wirklichen, spürbaren Entlastung des Verkehrs durch Bad Segeberg auf der B 206 führen. Um rund 45 bis 50 Prozent könnte der Verkehr durch Bad Segeberg auf der B 206 reduziert werden, verspricht der Planer den staugeplagten Segebergern.

Absage für Trog oder Tunnel

Den von Klein Gladebrügge gewünschten Trog oder Tunnel auf 500 bis 800 Metern statt der langen Brücke am Gieselteich erteilt Schönberner eine klare Absage. Das wäre „mit immensen Mehrkosten von mehreren zig Millionen Euro verbunden“, sei in einer Sitzung mit den Anwälten der Gemeinde und Verkehrsminister Bernd Buchholz deutlich geworden. „Davon nehmen wir Abstand.“ Das sei keine wirtschaftlich vertretbare Lösung. Für weniger Lärm sorgten nicht Trog oder Tunnel, sondern offenporiger Flüster-Asphalt zum Beispiel oder passiver Lärmschutz bei den wenigen Haushalten. Es werde kein Geld mehr ausgegeben, um den Anblick der Autobahn erträglicher zu machen, auch wenn die Ansicht der Autobahnbrücke am Gieselteich so schön nicht werden dürfte, stellte der Experte klar. Angesichts der Zehn-Jahres-Prognose bis zur Autobahneröffnung reagierte Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt mit Galgenhumor: „Da bin ich ja froh, dass wir die Autobahn noch bekommen werden, bevor der Flughafen in Berlin eröffnet wird. . . “ Diskutiert wird in Bad Segeberg über die A-20-Trasse seit 25 Jahren.

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