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Segeberg Zu nass: Dieser Platz ist für Fußball nicht geeignet
Lokales Segeberg Zu nass: Dieser Platz ist für Fußball nicht geeignet
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18:15 22.02.2018
Der Platz bleibt auch jetzt noch gesperrt und kann im Winterhalbjahr so gut wie nie von den Kickern genutzt werden: Holger Tiemann und Knut Polonji vom Vorstand des Vereins Eintracht Segeberg. Sie hoffen hier auf den Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes.
Der Platz bleibt auch jetzt noch gesperrt und kann im Winterhalbjahr so gut wie nie von den Kickern genutzt werden: Holger Tiemann und Knut Polonji vom Vorstand des Vereins Eintracht Segeberg. Sie hoffen hier auf den Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes. Quelle: Foto: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Auf den ersten Blick ist die Eintracht-Sportanlage top. Ein schmuckes Vereinshaus, der wetterfeste Kunstrasenplatz. Neben dem Vereinshaus ist ein Kinderspielplatz in Planung. An alle wird gedacht, auch an die Familienmitglieder, die nicht so gerne die ganze Zeit beim Gekicke zuschauen wollen. Unterstützer gibt es: An den Zäunen schrauben Vorstandsmitglieder Holger Tiemann und Knut Polonji gerade neue, glänzenden Sponsoren-Schilder an die Zäune.

 

„Das Problem bei dem Platz ist die mangelnde Durchlässigkeit, das Wasser staut sich.“Bernd Motschmann Sprecher Eintracht Segeberg

 Nur das Platz-Gesperrt-Schild am Naturrasenfeld irritiert. Ein Fußballplatz, zwei Tore. Er erfüllt die Normmaße für die Untere Spielklasse. Aber hier darf nicht Fußball gespielt werden, weil der Platz nicht abtrocknet. Staunässe. Die natürliche Drainage mit unterschiedlichen Bodenschichten funktioniere nicht. Vorstandssprecher Bernd Motschmann spricht von „baulichen Mängeln“. Seit Oktober, sagt Tiemann, könne der Platz nicht für den Sport genutzt werden. Dafür müssten gleich nebenan manchmal vier Mannschaften auf einmal den Kunstrasenplatz bevölkern.

 „Zurzeit könnte man hier Reis anbauen“, sagt Knut Polonji. Selbst für Kartoffelanbau sei der Boden zu nass, sagt auch Motschmann. Er übt sich in Zurückhaltung, will abwarten. Die Stadt habe ein Bodengutachten in Auftrag gegeben und lässt prüfen, ob der Platz noch saniert werden könne, oder ob es sich eher rechnen würde, ein zweites Kunstrasenspielfeld einzurichten. Doch so etwas ist teuer.

1,5 Millionen Euro hatte die gesamte, 2010 eingeweihte Anlage mit Natur- und Kunstrasenplatz sowie zwei Flutlichtanlagen gekostet, von denen etwa eine Million Euro aus Mitteln der Stadt und des Schulverbandes bereitgestellt wurden. 500 000 Euro kostete das Vereinsheim, Eigentümerin ist die Eintracht.

Eines ist Fakt: In dem Zustand könne der damals hergerichtete Naturrasenplatz nur eingeschränkt, höchstens im Sommer genutzt werden. Der lehmige Boden sei verdichtet. Dabei sollten gerade hier die jüngsten Fußballer kicken. Der Platz habe gerade das Mindestmaß mit 90 mal 45 Metern Größe. Und der jetzt nicht bespielbare Platz ist mit Flutlicht bestens ausgestattet. Ein Unikum: Das Flutlicht wird aber nicht benötigt, weil der Rasen in der dunklen, nassen Jahreszeit nicht genutzt werden könne. Motschmann: „So besteht bei uns noch die Vorstellung, dass dort ein zweiter Kunstrasenplatz entstehen könnte.“ Der Kunstrasen nebenan habe sich auch schon über Jahre bewährt. Motschmann: „Wir sind mit der Stadt im Gespräch. Das Ergebnis des Bodengutachtens soll in wenigen Tagen vorliegen.“

Bernd Motschmann weiß von einem „Fördertopf beim Land“, der speziell für die Sanierung von Sportplätzen vorgesehen sei.

Zumindest für die Errichtung eines Kinderspielplatzes direkt neben dem Vereinshaus ist jetzt gesorgt. Der Hauptausschuss des Schulverbandes, dem das Gelände gehört, hat dem einstimmig zugestimmt.

Eintracht sorgt so für Eintracht in den Familien. Hier können sich die Kleinen vertun, die mit Fußball (noch) nichts am Hut haben. Schaukelanlage, Wippe, Dreifach-Reckstrange und Sandkiste, das Ganze gesponsert von der Firma Jorkisch. Jetzt fehlen noch Geldgeber für den Kunstrasenplatz . . . Dessen Kosten dürften allerdings in die Hunderttausende gehen.

 Von Wolfgang Glombik