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Segeberg Zwei Attentäter erschossen: Polizei übt in Bad Segeberg den Ernstfall
Lokales Segeberg Zwei Attentäter erschossen: Polizei übt in Bad Segeberg den Ernstfall
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17:47 27.05.2019
Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst haben an der Übung teilgenommen. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Zwei Attentäter sind bei einem Konzert in eine Zuschauermenge gerast und schießen um sich. Schwer bewaffnete Polizisten nähern sich. Schüsse sind im Levo-Park zu hören, blutende Menschen werden vom Tatort gebracht.

Rund 80 Einsatzkräfte haben am Montag den Ernstfall trainiert. Auf der Tagesordnung: drei komplexe, lebensbedrohliche Szenarien. Bis zuletzt wurden sie geheim gehalten. Für den Überraschungsmoment. Denn im realen Leben sind die Rettungskräfte auch nur bedingt vorbereitet. „Wir sehen auch erst hier, wie die Übungslage sich entwickelt“, sagt Einsatztrainer Wilhelm Dahmen. Handelt es sich wirklich um zwei Täter? Wo laufen die Attentäter hin? Wie viele Verletzte gibt es?

Drei komplexe Szenarien wurden durchgespielt

Bei der ersten Einsatzlage wissen die Beamten zunächst nur, dass es sich um ein Konzert und zwei Täter handelt. Sirenen kündigen eine Reihe von Fahrzeugen an. Der Standort für die Einsatzleitung wird festgelegt, die Schutzkleidung angelegt. Gruppe für Gruppe arbeitet sich von verschiedenen Seiten an die alte Halle heran. Kommandos werden gegeben, Schüsse fallen.

Zwei Tote, viele Verletzte

Nach etwa einer halben Stunde werden die ersten blutenden Statisten zum Ausgang gebracht. „Verletzt oder unverletzt?“ Etwas anderes zählt in diesem Moment nicht. Die Opfer werden auf dem nahegelegenen Baumarkt-Parkplatz von Sanitätern versorgt. Insgesamt werden rund zwölf Verletzte aus der alten Sporthalle der ehemaligen Kaserne geborgen. Beide Attentäter werden erschossen.

„In der Realität würde die Zahl der Verletzten nicht so schnell feststehen“, sagt Wilhelm Dahmen. „Alles wäre viel unübersichtlicher und chaotischer. Die Verletzten würden weggefahren werden und auf Krankenhäuser verteilt.“

Selbst wenn es nur Training ist: „Die Konfrontation mit dieser psychischen Belastung ist nicht ohne“, sagt der Einsatztrainer. Die Bedingungen sind täuschend echt, geschossen wird mit scharfer Munition. Die speziellen Patronen sind zwar Übungsmunition. Doch auch die Farbprojektile können zu Verletzungen führen. „Wer am Ohr, Auge oder Kehlkopf getroffen wird, hat ein Problem“, sagt Polizeisprecherin Silke Westphal.

Amoklauf und Terroranschlag

Beim zweiten Szenario der groß angelegten Übung handelt es sich um einen Amoklauf in einer Schule, bei der dritten Übung wird ein Terroranschlag simuliert. „Man will sich das nicht vorstellen“, sagt Dahmen. Dennoch: „Wir wissen, dass es passiert. Nur nicht wann und wo.“

So ein Schreckenszenario im beschaulichen Bad Segeberg sei zwar eher unwahrscheinlich. „Trotzdem müssen die Kollegen immer bereit sein“, sagt er. Wahrscheinlicher wäre es, dass Segeberger Polizisten zu Großlagen in den umliegenden Städten hinzugezogen werden. Etwa in Hamburg oder Norderstedt. Darauf sollen sie vorbereitet sein.

Wilhelm Dahmen, Einsatztrainer der Polizeidirektion Bad Segeberg. Quelle: Irene Burow

Erste Großübung in Segeberg

Es ist die erste komplexe Übung dieser Art im Kreis Segeberg, organisiert vom Landespolizeiamt. „Die Kollegen nehmen zwar jedes Jahr am Einsatztraining teil, aber nur in kleineren Gruppen“, sagt Silke Westphal. Die schweren Schutzwesten, Helme und Schusswaffen sind für sie jenseits der Normalität.

Trainiert haben Beamte der Polizeidirektion Bad Segeberg, die sonst im normalen Streifendienst unterwegs sind, aber auch Führungskräfte. Vertreter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes waren ebenfalls beteiligt. Die Großübung wird in allen Polizeidirektionen in Schleswig-Holstein durchgeführt. Sie soll die Handlungssicherheit stärken und die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte vor Ort trainieren.

Weitere Übung in einer Woche

Am kommenden Montag, 3. Juni, wird im Levo-Park noch einmal mit anderen Polizisten trainiert. Für sie werden die Einsatzlagen abgewandelt, damit die Bedingungen wieder möglichst realistisch sind. Es kann kurzzeitig zu Verkehrsstörungen an der B 206 in Bad Segeberg kommen. Außerdem können Schuss- und Knallgeräusche zu hören sein.

Irene Burow

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