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Segeberg Zwist in Groß Rönnau: Bürgermeisterin verlässt CDU
Lokales Segeberg Zwist in Groß Rönnau: Bürgermeisterin verlässt CDU
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21:10 26.02.2018
„Wenn die Windkraftleute weitermachen, höre ich auf.“ Gesche Gilenski, Bürgermeisterin
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Groß Rönnau

Dass das Verhältnis zwischen der Bürgermeisterin, die seit vielen Jahren der CDU angehört, nicht nur mit den Gemeindevertretern der Kommunalen Wählergemeinschaft, sondern auch mit den Vertretern der eigenen Partei nicht das beste ist, wurde in jüngster Vergangenheit immer wieder deutlich. Offen kritisiert hatte Gesche Gilenski ihre Parteikollegen Hans Henning Struve und Christian Volck zusammen mit Stephan Hamann von der Kommunalen Wählergemeinschaft (KWG), weil die ohne ihr Wissen Gespräche mit einem Investor für Windenergie aufgenommen und bereits Absprachen getroffen hatten.

„Jetzt sind auf einmal sämtliche Familienmitglieder der Kandidaten in die CDU eingetreten. Das ist doch merkwürdig“, sagt Gesche Gilenski. Sieben Eintritte habe es gegeben, bestätigt Roswitha Levermann, Vorsitzende des CDU-Ortsverband, auf Anfrage der Lübecker Nachrichten. Innerhalb kürzester Zeit ist die Anzahl der Mitglieder dadurch von 14 auf 21 angestiegen. Zum Austritt der Bürgermeisterin, die offenbar befürchten musste, bei einer Kandidatenaufstellung den Kürzeren zu ziehen, wollte sich Roswitha Levermann nicht äußeren.

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Stattdessen gab sie die Reihenfolge der Kandidatenliste ihrer Partei für die Kommunalwahl bekannt, die derzeit mit fünf Gemeindevertretern (bei vier Vertretern der KWG) die Mehrheit im Gemeinderat stellt. Die Reihenfolge der CDU-Liste: Auf Platz 1 landete Kai Hartung, gefolgt von Roswitha Levermann, Peter Molt, Christian Volck und Hauke Struve, der damit in die kommunalpolitischen Fußstapfen seines Vaters tritt, der nicht mehr kandidiert.

Für die KWG geht Kai Schwettscher als Bürgermeisterkandidat ins Rennen. Auf der Kandidatenliste folgen ihm sein Bruder Jan, Sybille Hamann, Annette Behnk und Bastian Felber. Stephan Hamann und Andreas Behnk verzichten auf eine erneute Kandidatur.

„Ich habe gesagt: Wenn die Windkraftleute weitermachen, höre ich auf. Stephan Hamann und Hans Henning Struve machen zwar nicht mehr weiter, dafür aber Mitglieder ihrer Familie. Das ist doch dasselbe“, sagt Gesche Gilenski, die bis zur Kommunalwahl im Amt bleiben will. Auch ihre Haltung zu einem neuen Feuerwehrhaus hat für Verstimmung gesorgt. „Wir haben zwei kaputte Straßen und eine sanierungsbedürftige Alte Meierei. Stattdessen soll alles in ein neues Feuerwehrhaus gesteckt werden“, klagt sie. Als Bürgermeisterin wolle sie nicht mehr für alles den Kopf hinhalten. Sie hofft, dass sich vielleicht noch eine weitere Wählergemeinschaft gründen könnte, die bis zum 12. März alle Unterlagen beim Amt Trave-Land eingereicht haben müsste.

Heute Sitzung

Die Sitzung der Gemeindevertretung in Groß Rönnau findet heute Abend in der Alten Schule statt. Beginn ist um 20 Uhr. Die Kommunalpolitiker befassen sich unter anderem mit dem Neubau des Feuerwehrhauses und dem Radwegeförderprogramm des Kreises Segeberg. Weitere Themen sind die Wahl der Schöffen für die Jahre 2019 bis 2023 sowie die Alte Meierei.

 Petra Dreu