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Stormarn Reinfelds Pub-Quiz startet als Renner
Lokales Stormarn Reinfelds Pub-Quiz startet als Renner
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13:24 31.01.2019
Zu welcher Stadt gehören bloß die Tore? Ilona und Uwe Brandt (v.l.), Susanne und Wilfried Wulf, Uwe Höhnk. Quelle: SUSANNA FOFANA
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Reinfeld

Das Team an meinem Tisch nennt sich „Krümelmonster“ bei diesem ersten Reinfelder Kneipenquiz. Und ist genauso gespannt auf die erste Raterunde, wie die neun anderen Gruppen in der bis auf den letzten Platz besetzten Reinfelder Schänke. Die meisten von ihnen sind das 1. Mal bei dieser Art Ratespiel dabei. Einige kennen jedoch Quiz-Shows aus dem Fernsehen.

Die erste Frage führt uns 30 Jahre zurück in die Vergangenheit. Zu einem grauen Kasten, der gemeinsam mit dem Spiel Tetris verkauft wurde. Ich erinnere mich spontan an den Gameboy meiner Kinder und auch Mitraterin Ilona Brandt ist sich sicher, dass es passt. Brandt: „Mein Sohn ist 32, das kommt hin.“ Puh, das war schon mal richtig, wie wir später erfahren.

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Die kaufmännische Angestellte ist erst vor fünf Jahren von Hamburg nach Reinfeld gezogen. Nachdem sie ihren jetzigen Mann Uwe Brandt kennengelernt hatte, der bereits seit 35 Jahren in Reinfeld wohnt und Versandleiter einer Teefabrik in Reinbek ist. Zu unserem Rateteam gehört zudem der Reinfelder Uwe Höhnk, der bei Bode arbeitet. Sowie aus dem Nachbardorf Heidekamp die Verwaltungsangestellte Susanne Wulf und ihr Mann Wilfried, der als Yogalehrer tätig ist.

Sportfragen und Politikfragen schließen sich an. Und wenn jemand am Nachbartisch eine Antwort weiß und sie laut heraus posaunt, lachen erst mal alle anderen drumherum. Schließlich wäre es doch wohl schlauer, wenn jeder sein Wissen für sich behält. Denn wir stehen ja im Wettstreit miteinander. Und wirklich: Bald werden die vermeintlichen Lösungen nur noch im Flüsterton innerhalb des jeweiligen Teams weitergegeben. Jedenfalls meistens.

Gerade geht es um einen Begriff aus dem Stricken. Ist es nun „wirr“ oder gar „kraus“. „Ein rechts, ein links, ein fallenlassen ist doch wirr“, ist jetzt doch noch einmal eine Stimme vom Nachbartisch zu hören. Aber wir wissen dank der Strickkenntnisse von Ilona Brandt schon längst, dass „kraus“ die richtige Antwort ist.

„Rechts ist die Leber. Da passt die Milz gar nicht mehr hin“, ist sich Uwe Brandt bei der nächsten Frage nach der Lage der Organe sicher. Mit acht Punkten von neun möglichen aus der ersten Runde und sieben aus der zweiten bringen wir „Krümelmonster“ es auf einen vorderen Platz. Nur noch drei Teams liegen im Rennen vor uns.

Zehn Teams hatten Spaß am Ratespiel

Lange grübeln wir darüber nach, welche Wirkung denn wohl ein Salmi-Lolly auf den männlichen Testosteronspiegel haben könnten. Wilfried Wulf hat da mal etwas gelesen und erinnert sich. Und wir liegen mit der „senkenden Wirkung“ wieder einmal richtig. In der dritten Runde bringen wir es so auf immerhin sieben Punkte. Denn wir ließen uns zudem bei den gefragten Feiertagen nicht in die Irre führen und schickten den Tag „Maria Auferstehung“ von vier möglichen Varianten ins Aus. Und das, obwohl wir alle von der alternativen Feiertagsvariante „Maria Heimsuchung“ noch nie etwas gehört hatten.

Unser Team steht jetzt bei stolzen 22 Punkten. „Wir sind zweiter. Super“, ruft Susanne Wulf freudig aus. Und alle heben die Arme in fröhlicher Siegergeste. Der Nachbartisch scheint nicht so zufrieden zu sein. „Gib dir ein bisschen mehr Mühe“, ist von dort zu vernehmen. Mit Gelächter und Gescherze geht es schließlich in die letzte Runde. Wir scheitern nur bei der Geografie-Frage und liegen nach der vierten Runde bei immerhin 30,5 Punkten.

Leider liegt unserem Team die Bilderrunde überhaupt nicht. In welchen Städten stehen denn bloß die abgebildeten Tore. Wir raten und raten und raten. Und haben von neun Städte-Toren schließlich nur dürftige drei richtig benannt. Dann die Überraschung: Unsere Punktzahl reicht trotzdem aus, um damit an die Spitze zu gelangen. Wir sind jedoch nicht allein. Noch zwei andere Teams haben sich, wie wir 33,5 Punkte erraten.

Im Stechen sind wir dann allerdings sofort raus. Gefragt ist der Name von Daniel Küblböck’s Hund. Albrecht Werner fällt es am schnellsten ein. Und er gewinnt mit dem Hundenamen „Detlef“ den Sieg im ersten Reinfelder Kneipenquiz für sein Team „Wir geben uns Mühe“. Den im Team ausgelosten und gesponserten Ballonflug-Preis zieht Werner während seiner Glückssträhne ebenfalls. Und darf nun mit Ballonpilot Hilmar Krause auf eine Ballonreise gehen. Die ist für den Reinfelder eine absolute Premiere. Werner: „Ich freue mich immer, wenn Ballons über unser Haus fliegen.“ Der Spender aus Bliesdorf bringt allerdings Erfahrung mit – und verweist auf seine mehr als 2500 Ballonfahrten.

Sabine Siebler vom Runden Tisch Reinfeld war überwältigt von der Resonanz auf das Reinfelder Pub-Quiz mit knapp 50 Ratenden – darunter übrigens auch mit der Betonung auf „ganz privat“ der Bürgermeister. Organisatorin Siebler hatte den Quizmaster Albrecht Hausmann in Lübeck beim Table-Quiz kennengelernt. Der gelernte Schneider, Handweber und Kaufmann im Gesundheitswesen arbeitet derzeit in einem Callcenter und gibt bisher einmal im Monat in Lübeck den Quizmaster. Das mache ihm stets genauso viel Spaß wie den Gästen.

Auch Wirtin Thekla Kurzmann, die seit zwei Jahren die Reinfelder Schänke betreibt und davor fünf Jahre das Travestübchen in Bad Oldesloe führte, ist von dem Quiz-Konzept überzeugt. Sie will es nach dem Anstoß durch den Runden Tisch fortführen. Kurzmann: „Ich möchte es gern weitermachen.“ Das nächste Reinfelder Kneipenquiz hat sie für Ende März geplant.

Susanna Fofana

31.01.2019
31.01.2019