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Stormarn 100 Jahre Schützenverein Klein Wesenberg
Lokales Stormarn 100 Jahre Schützenverein Klein Wesenberg
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19:00 04.06.2019
Der Schützenverein von Klein Wesenberg und Umgebung: Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1925. Damals waren nur Männer Mitglieder im Verein. Quelle: Britta Matzen
Klein Wesenberg

Geburtstage sollte man feiern, insbesondere die runden. In diesem Jahr wird der Klein Wesenberger Schützenverein 100 Jahre alt. Für die Sportler Ehrensache, dass das Jubiläum groß zelebriert wird. Die Vorbereitungen für das Fest am Pfingstwochenende laufen bereits seit Wochen auf Hochtouren. Auch eine Chronik über den Schützenverein Klein Wesenberg und Umgebung ist in Arbeit. Spätestens bis zum 8. Juni soll das Werk fertig sein, damit es zum Schützenfest an die Frau und den Mann gebracht werden kann. Historische Höhepunkte aus der Vereinsgeschichte gibt es hier schon mal vorab.

Schützenfest-Programm

Sonnabend, 8. Juni

16 Uhr Eröffnung des Festplatzes;16.30 Livemusik von der Jugendband Audiosturm;17 Uhr Hektor – der Zauberer;17.45 Uhr Jugendband Audiosturm;ab 20 Uhr Schlager-Party mit den besten Hits aller Zeiten und Königsproklamation. Eintritt frei.

Pfingstsonntag, 9. Juni

10 Uhr Zelt-Gottesdienst mit dem Chor der Kantorei zu Klein Wesenberg;15 Uhr Großer Festumzug vom Heideweg begleitet vom Sterntaler Kindergarten;anschließend Musik und Tanz im Festzelt, Unterhaltung auf dem Festplatz;ab 21 Uhr Mega-Pfingst-Party mit Stephan Nanz und DJ Jay O’Gee.

Beim Schützenfest wird außerdem „Schnupperschießen“ mit Luftgewehr und Bogen geboten und ein buntes Programm für Kinder mit Karussell, Entenangeln, Ponyreiten, Hüpfburg und Bewegungsbaustelle.

14 Herren gründeten im Jahr 1919 den Schützenverein in Klein Wesenberg. Mitglied konnte jeder Mann werden, der mindestens 18 Jahre alt war und aus Klein Wesenberg, Heidberg oder Klein Schenkenberg kam. Schon kurz nach der Gründung erhielt der Verein von der Kirche die Erlaubnis, in den Tannen auf dem jetzigen Gelände zu schießen. In den beiden ersten Jahren wurde ein Schießstand für 175 Meter mit Großkaliber eingerichtet. Der erste Schießstand für Kleinkaliber war in der Sandkuhle am Kirchberg. Von der Travebrücke aus wurde in Richtung der Travenwiesen entlang des Friedhofs geschossen.

Schießverbot nach dem Krieg

Eine Jugendabteilung wollten die Klein Wesenberger Schützen bereits 1940 gründen. „Das kam aufgrund der Kriegsereignisse aber nicht mehr zum Tragen“, sagt Vereinsvorsitzender Andreas Möller. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt ein allgemeines Schießverbot, das Vereinsleben ruhte. Als die Beschränkungen gelockert wurden, nahm Willy Kröger, der seit 1924 an der Spitze der Schützen stand, die Vereinsarbeit wieder auf. Am 16. April 1955 wurde die Jugendabteilung gebildet.

Sie freuen sich schon riesig auf die große zwei-tägige Party zum 100. Geburtstag des Schützenvereins Klein Wesenberg und Umgebung: Vorsitzender Andreas Möller, Schützenkönigin Tamara Möller und Schatzmeister Hans-Walter Horn. Quelle: Britta Matzen

1958 kaufte der Verein eine Baracke. „Der Ursprung unseres jetzigen Schützenhauses“, berichtet Möller. Im selben Jahr feierten die Schützen erstmals das Kreisverbandsfest in Klein Wesenberg. Am 14. Januar 1961 wurde Herbert Möller Vorsitzender. „Durch seinen Einsatz erreichte der Verein unvergessene Höhepunkte, die besonders unser Schützenfest anbelangen“, sagt der jetzige Vorsitzende, der der Sohn Herbert Möllers ist und bereits als Neunjähriger in den Verein eintrat.

Möller Senior rührte kräftig die Werbetrommel für das Schützenfest. Bald reichten die Räumlichkeiten für den Besucheransturm nicht mehr aus. Deshalb wurde ab 1963 in einem gemieteten Zelt gefeiert, was an der Schützenhalle aufgestellt wurde. 90 Meter lang war das Festzelt zu Spitzenzeiten in den 70er Jahren, Tausende Besucher wurden gezählt. „Seinerzeit haben wir drei Tage gefeiert, 2000 Gäste haben wir am Tag begrüßt, mehr als 27 Fahnenabordnungen waren dabei und fünf Spielmannszüge beim Umzug – es war in Norddeutschland das größte Schützenfest“, erinnert Andreas Möller.

1968: Frauen forderten Gleichberechtigung

Im Revoluzzerjahr 1968 machten die Frauen in Klein Wesenberg auf sich aufmerksam. Sie wollten im Schützenverein Klein Wesenberg nicht mehr abseits stehen und „Taxiunternehmen“ für ihre Männer spielen. Die Klein Wesenbergerinnen forderten Gleichberechtigung – nämlich eine eigene Schützenabteilung. Auf ihrer Mitgliederversammlung am 22. Oktober 1968 stimmten die Männer über das Begehren der Frauen ab. Ergebnis: 19 Ja-, drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Die Damensparte war gegründet. Mit 14 aktiven Mitgliedern ging sie an den Start. Heute ist sie mit 70 Schützenschwestern die größte Damensparte im Kreisschützenverband Stormarn.

Sportliche Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Bereits 1969 wurde Hildegard Bartheidel Kreismeisterin, es folgten zahlreiche Podestplätze und Platzierungen auf Kreis- und Landesebene, sowie einige Teilnahmen an den Deutschen Meisterschaften. Hildegard Langeloh war 1969 die erste Königin.

„Der Sport macht einen Riesenspaß“

Die 24-jährige Tamara Möller führt die Tradition weiter. Sie ist Mitglied der Damensparte und schon sehr erfolgreich. Beim Schützenfest 2018 erschoss sie sich die Königswürde. „Ich bin als Tochter des Vorsitzenden quasi mit dem Schützenverein aufgewachsen. Bei jedem Schnupperschießen und Schützenfest war ich dabei. Vor drei Jahren hatten sie mich so weit, da bin ich eingetreten.“ Der Sport mache einen Riesenspaß. „Wenn man schießt, sieht man gleich die Ergebnisse, dadurch hat man schnell Erfolgserlebnisse. Das gefällt mir“, sagt die junge Königin. Außerdem sei die Gemeinschaft der Schützen großartig. „Fast schon wie Familie. Und es gibt tolle Partys“. Auf das große Volks- und Schützenfest zu Pfingsten freut sich die Schützenschwester ganz besonders. Der 100. Geburtstag soll schließlich eine zweitägige Feier werden, die in die Annalen der Vereinsgeschichte eingeht.

260 Mitglieder zählt der Schützenverein Klein Wesenberg und Umgebung. Darauf ist der Vorstand sehr stolz. „Wir bieten eine attraktive Sportstätte mit einer großen Vielfalt an. Wir haben nicht nur normal Luftgewehr und Luftpistole. Wir bieten Großkaliber mit Kurz- und Langwaffe, Bogenschießen, Sommerbiathlon und Field Target an“, zählt Andreas Möller die Schießsport-Disziplinen auf. Letztere Sportart ist eine Jagdsimulation, bei der auf lebensgroße Metallsilhouetten von Kaninchen und anderen Kleintieren geschossen wird.

 

Britta Matzen

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