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Stormarn Stormarner mit 18 Jahren schon Komponist
Lokales Stormarn Stormarner mit 18 Jahren schon Komponist
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10:24 24.12.2018
Jens Daniel Zimmert hat mit 17 seine erste Komposition geschaffen. Quelle: Bettina Albrod
Barnitz

Jens Daniel Zimmert ist 18 Jahre alt und hat schon viel erreicht: Er ist Komponist, Dirigent, spielt Klavier, Geige, Gitarre, Schlagzeug und E-Bass und dazu noch das Rhythmusinstrument Cochon. Das Holsteinische Kammerorchester, die Junge Sinfonie Schleswig-Holstein, bei der der Barnitzer mitspielt, hat im August Zimmerts erste Komposition „Journey“ aufgeführt, die der junge Stormarner auch selber dirigiert hat. Derzeit arbeitet er an weiteren Kompositionen. In seiner Freizeit spielt er Unterwasser-Rugby und liest.

„Mit sechs Jahren habe ich Klavierunterricht bekommen“, erzählt der Abiturient, der in Lübeck die Carl-Jakob-Burckhardt-Schule besucht hat. Weil er Halbschwede ist, fragte ihn der Chorleiter, ob er ein schwedisches Chorstück übersetzen könne. Er konnte und trat auch gleich selber in den Chor ein. „Das war in der siebenten Klasse. Nach einiger Zeit hat mich der Chorleiter gefragt, ob ich nicht auch im Orchester mitspielen möchte“, erzählt Zimmert. Dafür lernte er zusätzlich zum Klavier auch Geigenspiel. „Die anderen Instrumente habe ich mir selber beigebracht, als Autodidakt.“ Neben dem Orchester wurden verschiedene Bands sein musikalisches Zuhause, unter anderem die „Chaotic Jazz Band“ an der Schule.

Eigene Komposition

„Mit 16 Jahren konnte ich Mitglied im Holsteinischen Kammerorchester (HKO) werden und habe Ehrgeiz entwickelt“, erzählt der junge Musiker. Das Holsteinische Kammerorchester ist ein sinfonisches Jugendorchester aus 35 Schülern und Studenten, die größtenteils aus Schleswig-Holstein stammen. Dessen Leitung hat seit der Gründung vor über 40 Jahren Hajo Jobs inne. Tradition sind die Konzertreisen, die das HKO fast jeden Sommer unternimmt. „2017 sollte es nach Frankreich gehen, und ich wollte dafür ein eigenes Stück komponieren“, sagt Zimmert.

„Immer, wenn ich Klavier spiele, probiere ich Dinge aus und komponiere im Kopf“, beschreibt er, „für die Sommerreise habe ich ,Journey’ komponiert, eine Art Filmmusik.“ Darin gebe es viel Drama und Effekt für Streicher, und später habe er noch die Flötenstimmen dazu geschrieben. „Es ist in Paris aufgeführt worden, und ich konnte selber dirigieren.“ Vorher bekam er einen Crashkurs von zwei Dirigenten des Orchesters, die dem Barnitzer in einem Workshop beibrachten, worauf es ankommt. „Das Stück dauert vier bis fünf Minuten und ist gut angekommen“, erzählt Jens Zimmert. „Wenn man sein eigenes Stück dirigiert, weiß man, worauf es ankommt, weil man es selber geschrieben hat.“

Beim Genre will er sich nicht festlegen. „Ich bin gegen die Kategorisierung in der Musik, aber mein Stück ist wohl eher U-Musik. Die Zuhörer sollten Freude daran haben und es sollte ein Erlebnis sein.“ Weil es ihm auch gefallen hat, möchte er nun weiter komponieren. Aber er hat festgestellt: „Komponieren ist schwer, weil fast alles schon mal gemacht worden ist. Ich weiß noch nicht, was dabei rauskommt, meist ist es ein anderes Ergebnis als gedacht, aber es macht Spaß. Für mich ist die Mischung aller Genres spannend.“ Für nächstes Jahr ist eine Konzertreise des Holsteinischen Kammerorchesters nach Schweden geplant, der zweiten Heimat Zimmerts, der die doppelte Staatsbürgerschaft hat. „Für Schweden möchte ich wieder ein eigenes Stück komponieren“, hat er sich vorgenommen, „da bin ich sprachlich und kulturell geeignet.“

Hans Niehaus als Vorbild

Ein Lieblingsinstrument hat Zimmert nicht. „Jedes Instrument hat seine Berechtigung, abends am Lagerfeuer ist ein Klavier eher ungeeignet.“ Doch für ihn ist es das Instrument, das er am besten beherrscht. Musikalische Vorbilder hat er in allen großen Musikern. „Es ist schön, als Komponist auf alles zugreifen zu können. Ein Vorbild ist für mich auch Hans Niehaus.“ Der Lübecker Musiklehrer tritt bei den Nordischen Filmtagen als Stummfilmbegleiter auf und hat zusammen mit Rolf Zuchowski und Wolfram Eicke das Musical „Der kleine Tag“ geschrieben. Sein eigener Musikgeschmack reiche von Klassik bis zu Heavy Metal, so Zimmert. Studieren möchte er Medizin oder Ingenieurwesen. „Ich habe Angst, dass man bei der Musik den Spaß verliert, wenn man sie beruflich macht.“

Bettina Albrod

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