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Stormarn 70 Jahre Grundgesetz – Beruflichen Schulen würdigen Jubiläum mit Demokratietag
Lokales Stormarn 70 Jahre Grundgesetz – Beruflichen Schulen würdigen Jubiläum mit Demokratietag
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19:33 23.05.2019
Eine rege Diskussion entspann sich bei der „Gerichtsverhandlung" zwischen Kristina, Jasmin, Shirin und Nancy (v.l.). Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

„70 Jahre Grundgesetz – das muss gewürdigt werden“, dachten sich Schulleiter Kai Aagardt und das Kollegium der BSK und warteten mit einem Demokratietag der Sonderklasse auf. Eingepackt in ein buntes Rahmenprogramm aus Festreden, Musik und einer Abschlusskundgebung bildeten mehr als fünfzig Workshops rund um das Thema Grundgesetz und die damit einhergehende Demokratie, zu denen sich die rund 1100 Schüler im Vorwege anmelden konnten, das Herzstück der Veranstaltung. Externe Referenten von der Heinrich-Böll-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung boten dabei ebenso Workshops an wie Lehrer und Schüler. „Lieb doch, wen du willst“, „Frauenrechte im Wandel“ und „Vernetzte Welt und Anonymität“ waren dabei nur einige Schwerpunkte.

Demokratietag an der BSK

Paul-Luis Derwort, der den 11. Jahrgang der Oberstufe besucht, hatte sich für „Risiko vernichtet Plastikmüll“ entschieden. Dabei wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt – die „Öko-Partei“ und die Gegner dieser Gruppe. Gespielt wurde auf einem selbst erstellten Feld, frei nach den Regeln des bekannten Risiko-Brettspiels, jedoch mit der Besonderheit, dass vor jedem Zug ein Artikel des GGs als Argument für den Angriff genannt werden musste. „Es war lustig und machte viel Spaß, mit den GG-Artikeln zu argumentieren“, so das Fazit des 17-jährigen. Entwickelt hatten diese Variante fünf Schüler des 13. Jahrgangs, die für diesen Tag wieder in die Schule gekommen waren. „Wir hatten extra Exemplare des GGes auf dem Tisch liegen, sind dann aber positiv überrascht worden, wie viel den Teilnehmern schon bekannt war“, so „Entwickler“ Matthias Sell (19). Er selbst schätzt am Grundgesetz vor allem, dass es das Leben und die Sicherheit erleichtert, und natürlich die Meinungsfreiheit. Für Mitschülerin Nadine Steffen (19) ist es der berühmte Art. 1 – Die Würde des Menschen ist unantastbar – „der“, so betont die Gymnasiastin „grundlegend und überall festgehalten werden sollte.“ Passend zum Thema des Workshops und der derzeitigen Klimadiskussion war für Teilnehmer Paul-Luis Art. 20 – der Schutz der natürlichen Lebensgrundlage – besonders bedeutsam.  

Die Grundgesetz-Artikel in Bildern

„Man muss sich wundern, wie unterschiedlich die Schüler in der Auswahl „ihres“ Grundgesetz-Artikels sind“, fand auch Lehrkraft Birgit Gaßner, die den Workshop „So sieht mein Grundgesetz aus“ anbot. Neben einem Teil ihrer eigenen Klasse, der Unterstufe der Maler- und Lackierer-Auszubildenden, hatten sich unter anderem Leonie Mau und Finya Eichholz (beide 18) aus dem 12. Oberstufenjahrgang Fachbereich: Wirtschaft / Deutsch angemeldet. Während Leonie dabei Art. 2 „ins Bild setzte“, brachte Finya den Art. 26 in Form einer Friedenstaube zu Papier.

Die Mischung macht’s

Unter dem Motto „Battle-Rap“ wurde von zwei Kursen eine Gerichtsverhandlung zu einem selbst gewählten Thema – in diesem Fall: Abtreibung – vorbereitet und durchgeführt. Die dabei unabhängig voneinander gefällten Urteile wurden anschließend miteinander diskutiert. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Teilnehmer Maler-Auszubildende, Abiturienten, Umschüler oder Erzieher-Anwärter, Deutsche oder Araber waren – und genau das war vom Schulleiter gewünscht. In kleineren Aktionen zum Thema „Demokratie“ hatte die BSK, die für ihr Projekt „Respekt, Fairness, Vielfalt“ gerade als „Zukunftsschule Schleswig-Holstein“ ausgezeichnet worden ist, bereits erste Erfolge gesehen, daher folgte jetzt der „Große Demokratietag“.

Wiederholung in Planung

„Es war uns wichtig, die Schüler aus ihren eigentlichen Klassen heraus in den Workshops mit anderen zu vermischen, um trotz aller Unterschiede gemeinsam über Demokratie zu diskutieren“, betonte Kai Aagardt und strahlte bei der Abschlusskundgebung, bei der die ganze Schule „Die Gedanken sind frei“ sang, mit stolzgeschwellter Brust: „Und das ist uns gelungen!“

Für ihn steht daher jetzt schon fest: „Solch eine Aktion werden wir auf jeden Fall wieder durchführen - nur zu welchem Anlass wissen wir noch nicht!“   

Das Grundgesetz – Eckdaten

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz (GG) von den Mitgliedern des Parlamentarischen Rats unterzeichnet und verkündet, nachdem es bereits am 08. Mai 1949, dem Jahrestag der Kapitulation, verabschiedet worden ist. Als Präsident des Parlamentarischen Rates ist es Konrad Adenauer, der als erstes seine Unterschrift unter das Dokument setzt, das fortan als Verfassung der Bundesrepublik Deutschland gilt. Nach der Wiedervereinigung gilt das GG ab 1990 für das gesamte Deutschland. Es besteht aus 15 Abschnitten, die sich aus 146 Artikeln zusammensetzen. Abschnitt I (Artikel 1-19) legt die Grundrechte fest. SF

Sandra Freundt

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