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Stormarn A-1-Baustelle: Meddewader fürchten Staub und Lärm
Lokales Stormarn A-1-Baustelle: Meddewader fürchten Staub und Lärm
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10:11 23.02.2014
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Meddewade

Zwei Radlader und eine Planierraupe stehen schon bereit. Sie haben bereits erste Furchen in das Feld unmittelbar neben der Autobahn gezogen und Platz geschaffen für weiteres schweres Gerät, das in den kommenden Tagen anrückt. Denn jetzt folgt der zweite Versuch, den Abschnitt der A 1 zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe zu sanieren.

Vor einem Dreivierteljahr sah es schon einmal so aus auf dem sogenannten Brechplatz. Auch damals gab es — wie heute — in Meddewade die Furcht vor Belästigungen durch Staub und Lärm vor allem durch den Betonknacker. Dieser recycelt quasi den jetzigen Beton von der Autobahn für den erneuten Einbau — und macht dabei entsprechende Geräusche.

Während im Sommer vergangenen Jahres die Insolvenz der Firma Alpine den Baustart verhinderte, soll es nun wirklich losgehen. „Allerdings erfahren wir alles wieder nur aus den Lübecker Nachrichten“, klagt Hansjürgen Boller, stellvertretender Bürgermeister von Meddewade. Dabei stünden die ersten Häuser der Gemeinde nur 300 bis 400 Meter vom Bauplatz entfernt, so Boller weiter, der erneut die unzureichende Informationspolitik der Verantwortlichen anprangert. „Vor allem bei Ostwind wird es wohl schlimm“, befürchtet Roswitha Heß, die mit ihrer Familie in unmittelbarer Nähe des Platzes wohnt. Sie hofft, dass die Firmen zügig arbeiten.

Auch im Amt Oldesloe-Land hat Bauamtsleiter Ralf Maltzahn keine Informationen zum Beispiel zu den Bauzeiten, Lärm- oder Schmutzemissionen erhalten. Er hatte schon im Juni 2013 Kreis und Land angeschrieben — und nur unbefriedigende Antworten erhalten. „Die Verantwortung wurde hin und her geschoben“, sagt Maltzahn. Bei temporären Baustellen sei es rechtlich leider nicht notwendig, Ämter oder Gemeinden entsprechend zu informieren.

Bürgermeisterin Marleen Wulf wurde ebenfalls nicht informiert. Sie hofft, dass zumindest abends rechtzeitig und an den Wochenenden Ruhe ist. „Durch den Verkehr auf der Autobahn ist es eh schon laut genug“, sagt Wulf. Sie plädiert daher immer wieder dafür, sogenannten Flüsterbeton einzubauen, Lärmschutzwände einzurichten und ein Tempolimit von 120 km/h einzuführen.

Besser informiert und vorbereitet als im vergangenen Sommer sind unterdessen die Feuerwehren. „Wir waren am Montag bei der Baubesprechung dabei und sind diesmal frühzeitig in die Planungen des Landesbetriebs einbezogen worden“, berichtet Reinfelds Wehrführer Torben Struck. Sollte es im Baustellenbereich zu einem Unfall kommen, würden auf jeden Fall die Freiwilligen Feuerwehren in Reinfeld und Bad Oldesloe alarmiert und losgeschickt werden, so Struck. Außerdem wollen sich die Kameraden noch den einen oder anderen Schleichweg angucken, um im Ernstfall an die Autobahn zu gelangen.

Markus Carstens