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Stormarn A 21-Kontrolle: Polizei trainiert den Ernstfall
Lokales Stormarn A 21-Kontrolle: Polizei trainiert den Ernstfall
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22:19 14.11.2018
Hier kontrollieren zwei schwer bewaffnete Polizisten einen Autofahrer Quelle: Jens Burmester
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Rehbrook

Wegen einer groß angelegten Übung am Mittwoch waren um die Mittagszeit mehr Polizisten unterwegs als an normalen Tagen. Betroffen von diesem Übungseinsatz war auch der Verkehr auf der Autobahn 21, wo die Polizei in der Nähe von Tremsbüttel eine Kon­trollstelle eingerichtet hatte.

Hauptort der Übung war allerdings Schleswig. Dort übten die Beamten in zwei Straßenzügen. Die Polizei wollte das Zusammenwirken verschiedener Einheiten und des Rettungsdienstes bei der Bewältigung komplexer und lebensbedrohlicher Einsatzlagen trainieren.

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Die meisten Autos durften vorbei fahren

Die Landespolizei Schleswig-Holstein hatte diese Groß-Übung im Stadtgebiet an der Schlei geplant. Das verstärkte Aufkommen von Polizeifahrzeugen sollte niemanden verunsichern. „Es besteht kein Grund zur Sorge, es handelt sich lediglich um eine Übung. Wir sind bemüht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten", teilte die Polizei schon am Dienstag mit.

Und auch am Mittwoch wurde per Rundfunkdurchsagen immer wieder auf die Kontrolle auf der A 21 und mögliche Beeinträchtigungen in dem Bereich hingewiesen. Von 11 bis 14 Uhr wurden an der Kon­trollstelle auf dem Parkplatz „Rehbrook“ immer wieder einzelne Autos aus dem Verkehr gezogen. Der größte Teil des Verkehrs hingegen lief an der Kontrollstelle vorbei.

Unterschiedliche Reaktionen der Autofahrer

Ein 78-jähriger Autofahrer hatte die Radio-Durchsagen nicht gehört. Er wurde also vollkommen unerwartet aus dem laufenden Verkehr auf die Kontrollstelle gelotst: „Ich fand das alles nicht schlimm. Ich freue mich über jede Kontrolle, denn dann fühlt man sich etwas sicherer“, erklärte Friedrich Gehrken aus Bornhöved hinterher ganz entspannt.

Nicht ganz so viel Verständnis hatte ein anderer Autofahrer, der mit seinem Audi A6 ebenfalls in die Kontrolle geführt wurde. Er hatte sich etwa zehn Minuten lang durch den Stau „quälen“ müssen, dann dauerte auch die Kontrolle noch einige Minuten. Das war für den jungen Mann, der seine Frau und ein kleines Kind im Auto hatte, offenbar zu viel. Ob er sich nach einem Gespräch mit einem hochrangigen Polizeibeamten noch immer an höherer Stelle über die Maßnahme beschweren will, ließ er offen.

Drei Kilometer langer Rückstau

Möglicherweise hatte dem Mann außer der Zeitverzögerung auch zugesetzt, dass die Einsatzkräfte mit ihren Schutzhelmen und Sicherheitswesten einen durchaus Furcht einflößenden Eindruck machten.

Weil die Polizei bereits an der Anschlussstelle Tremsbüttel die beiden Fahrspuren in Richtung Süden auf eine Spur verengt hatten, bildete sich ein bis zu drei Kilometer langer Rückstau. Schwer bewaffnete Polizeibeamte hatten sich neben ihren Fahrzeugen an der Sperrlinie auf der Autobahn postiert und beobachteten argwöhnisch jedes Auto und die dazugehörigen Insassen. Immer wieder wurden Fahrzeuge herausgezogen und auf den Parkplatz geleitet, auf dem noch mehr Polizisten an der Kontrollstelle warteten.

Polizeikontrolle A21

Überzeugender Erfolg der Übung

Der Erfolg dieser Übung war überzeugend: „Zwei vermeintliche Personen aus dem Umfeld einer für die Übung inszenierten Straftat in Schleswig konnten bei der Kontrolle in der Nähe von Tremsbüttel erkannt und im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen werden“, erklärte Polizeisprecher Torge Stelck vom Landespolizeiamt in Kiel. Ansonsten hielt sich die Polizei jedoch zur ausgegebenen Übungs-Lage komplett bedeckt und ließ auch keine Detailaufnahmen zu.

„Wichtig war das Zusammenwirken bei der Bewältigung komplexer und lebensbedrohlicher Einsatzlagen, das hier geübt wurde“, so Stelck. Insgesamt seien etwa 800 Mitarbeiter von Polizei und Rettungsdienst im Einsatz gewesen. Die Übung werde nun ausgewertet und im Hinblick auf mögliche Optimierungen bewertet, erklärte der Pressesprecher.

Jens Burmester

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