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Stormarn Finanzierung gesichert: Ab 2028 soll die S 4 fahren
Lokales Stormarn Finanzierung gesichert: Ab 2028 soll die S 4 fahren
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08:06 28.11.2019
So könnte es 2028 auch in Ahrensburg aussehen. Die Visualisierung der Bahn zeigt den Bahnhof in Hamburg-Rahlstedt – mit Lärmschutzwänden und zwei zusätzlichen Gleisen. Quelle: Bahn/hfr
Bad Oldesloe

Bund und Länder haben sich nach langem Ringen offenbar auf eine Finanzierung für die S-Bahnstrecke S 4 von Hamburg-Altona nach Bad Oldesloe geeinigt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach am Dienstagabend auf einer Veranstaltung in Kiel von einem „großen Durchbruch“. Am Freitag solle die Finanzierungsvereinbarung in Berlin unterzeichnet werden.

Der Anteil der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein werde noch einmal deutlich sinken, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Demnach beträgt der Anteil des Landes an den geschätzten Gesamtkosten von 1,847 Milliarden Euro nun 93,4 Millionen Euro; also 5,1 Prozent. „Das ist ein sensationell gutes Ergebnis.“ Der Bau könne im kommenden Jahr starten, sagte Buchholz. Zuvor war von Kosten in Höhe von 118 Millionen Euro die Rede und von 236 Millionen Euro für Hamburg. Die genaue Summe für Hamburg war zunächst nicht bekannt. Vor vier Jahren hieß es noch, das gesamte Projekt werde rund eine Milliarde Euro kosten.

Bahn zeigt sich überrascht

Die Deutsche Bahn zeigte sich am Mittwoch überrascht vom Vorstoß aus Schleswig-Holstein. Sie bestätigte lediglich, dass es am Freitag einen Termin gibt in Berlin mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Bahn-Chef Richard Lutz sowie Daniel Günther und Hamburgs Oberbürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Bei entsprechender Einigung könne es dann laut Bahn tatsächlich im kommenden Jahr auf Hamburger Gebiet losgehen. Zwischen Hamburg-Hasselbrook und Ahrensburg-Gartenholz sollen zwei zusätzliche Gleise entstehen. Alle zehn Minuten soll dann die S 4 ab voraussichtlich 2028 zwischen Hamburg und Ahrensburg verkehren, bis Bargteheide fährt sie alle 20 Minuten und bis Bad Oldesloe im Stundentakt.

„Quantensprung für den ÖPNV“

„Die S 4 ist ein Quantensprung für den ÖPNV“, sagt Stormarns Landrat Henning Görtz (CDU). Er selbst sei großer Fan dieses Projekts. Denn die S 4 werde für eine deutlich erhöhte Taktfrequenz auf der schon jetzt überlasteten Strecke und damit auch für eine bessere Zuverlässigkeit vor allem ab Ahrensburg sorgen, so Görtz.

Der Landrat hatte sich gerade erst an Minister Buchholz gewandt und darin das Leiden der Stormarner Pendler geschildert. Verspätungen und Zugausfälle von Regionalexpress und Regionalbahn seien seit dem Frühjahr immer wieder Thema, wiederholte Henning Görtz auch am Mittwoch auf LN-Anfrage. „Mit dem bestehenden System stoßen wir schon jetzt an Grenzen. In der jetzigen Form werden wir kaum Autofahrer dazu gewinnen, von der Straße auf die Schiene zu wechseln.“

Stormarn drängt auf Lärmschutz

Die Bauarbeiten in Stormarn würden in einigen Jahren zwar mit Einschränkungen verbunden sein, so Görtz weiter, die Pendler könnten sich aber insgesamt auf spürbare Verbesserungen freuen. „Nichtsdestotrotz müssen wir auch die Themen Lärmschutz und höhengleiche Bahnübergänge wie in Reinfeld oder Ahrensburg weiter im Auge behalten“, so der Landrat. Denn mit der Festen Fehmarnbelt-Querung nimmt auch der Güterverkehr auf der Strecke extrem zu. Lärmschutzmaßnahmen sind bislang nur für die Strecke zwischen Ahrensburg und Hamburg vorgesehen, weil sie mit zwei neuen Gleisen als ein Neubauprojekt gilt.

Nadelöhr Hamburg

Auch Gesa Dunkelgut freut sich, dass es nun endlich losgehen kann. „Das Nadelöhr Hamburg braucht unbedingt Entlastung“, sagt die Vorsitzende des Stormarner Verkehrsausschusses. Besonders die beiden zusätzlichen Gleise zwischen Ahrensburg und Hamburg seien immens wichtig. Die S 4 soll ab 2028 unterirdisch in den Hauptbahnhof einfahren und die dortigen S-Bahngleise benutzen.

Auch Gesa Dunkelgut betont das Thema Lärmschutz, schließlich wohnen rund 100 000 Stormarner an der Bahnstrecke HamburgLübeck. Vor kurzem hat nun erstmals der vom Kreis Stormarn initiierte Arbeitskreis dazu getagt. „Die Resonanz war sehr gut“, berichtet Gesa Dunkelgut. „Alle betroffenen Gemeinden wollen sich vernetzen, so dass wir alle uns gemeinsam mit Anträgen an die Bahn wenden können.“

Fast 100 000 Menschen täglich

Die S 4 war vor einem Jahr im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf hochgestuft worden. Die S 4 soll durchgehend von Hamburg-Altona über den Hauptbahnhof bis Bad Oldesloe fahren. Prognosen zufolge soll die S 4 an Werktagen 97 100 Menschen befördern. Die Strecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe gilt bereits heute als eine der am meisten befahrenen Pendlerstrecken rund um Hamburg.

Von Markus Carstens

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