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Stormarn Abfischen am Herrenteich: Helfer hatten alle Hände voll zu tun
Lokales Stormarn Abfischen am Herrenteich: Helfer hatten alle Hände voll zu tun
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20:31 21.10.2013
Das Sortieren der Karpfen war eine glitschige Angelegenheit für die Helfer Jürgen Schlöke, Klaus Haska und Ronny Schneider (v.l.). Quelle: Fotos: Petra Dreu
Reinfeld

Jahr für Jahr erleben die Reinfelder das Abfischen des Herrenteichs, das immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis ist. Und so schauten auch am Sonntag wieder Hunderte zu, wie der Herrenteich leer lief und die Fische „geerntet“ wurden.

„Gestern war hier noch richtig viel Wasser drin. Dass der Teich bis heute leer läuft, damit habe ich nicht gerechnet“, staunte der Reinfelder Fotograf Dierk Topp, der sich das Schauspiel ebenfalls nicht entgehen ließ und wie viele andere Zuschauer die Karpfenernte im Bild festhielt.

„Das ist in diesem Jahr zwar keine übermäßige Ernte, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden“, sagte Teichpächter Alfred „Ali“ Wenskus, der teilweise mit einem sorgenvollen Blick auf den Teich blickte, über dem die Möwen kreisten und auf den ein oder anderen Leckerbissen hofften. Davon gab es genug, denn leider lagen rechts und links der Abfischgrube Karpfen und andere Fische auf dem Trockenen und kämpften ums Überleben.

„Durch die Bauarbeiten an der Promenade ist die Abfischgrube viel flacher geworden. Außerdem ist der Abfluss nicht mehr mittig, sondern seitlich angeordnet“, bedauerte der Teichpächter. Er alarmierte sogleich seinen Sohn Stefan (19), der in eine Wathose schlüpfte und gemeinsam mit seinem Freund Fabian Müggenburg (18) die gestrandeten Fische wieder zurück ins Wasser beförderte. „Im ersten Jahr nach dem Umbau hatten wir arge Probleme, die Karpfen überhaupt aus dem Herrenteich zu bekommen“, verriet Ali Wenskus, der froh war, sein bewährtes Helfer-Team an seiner Seite zu haben.

Die Männer hatten alle Hände voll zu tun, die zappelnden Fische aus dem Auffangbecken zu holen, um sie direkt vor dem Fischhaus zu sortieren. Allerdings gehörten nicht nur Spiegelkarpfen zur Ausbeute des Herrenteiches, sondern auch andere Fischarten, die sogleich in den großen Fischtransporter von Ronny Schneider aus Tirschenreuth in der Oberpfalz geladen wurden wurden. Er nahm quasi alles mit, was nicht Karpfen war: Barsche, Brassen, Rotaugen, Zander, Rotfedern und Hechte. „Die sind in Süddeutschland wesentlich gefragter als hier bei uns im Norden“, verriet Annegret Wenskus.

Neben den Fischen landeten aber auch andere Teichbewohner auf dem Sortiertisch: Edel-Krebse. Bei Feinschmeckern sind sie begehrt, eine Nachfrage gibt es in Reinfeld dafür jedoch noch nicht. Deshalb wurden die Krustentiere wie einzelne Hechte oder zu kleine Karpfen wieder zurück in den Herrenteich gekippt. „Ich kann doch nicht die Kuh schlachten, die ich melken will“, sagte Annegret Wenskus, die auf eine rege Vermehrung der Edel-Krebse hofft.

Zur Mittagszeit füllte sich der Karpfenplatz mehr und mehr. Hier duftete es nicht nur nach Karpfenchips, sondern auch nach Gulaschsuppe, Fischbrötchen, Hot Dogs und Bratwurst. Leckereien aus Ziegenmilch hatte Monika Henne vom Naturkostladen Redderhof in Zarpen mitgebracht. Dazu gab es heiße Mutzen sowie frische Kirsch- und Apfeltaschen und leckere Crepes neben gebrannten Mandeln, Sonnenblumenkernen und Paradiesäpfeln.

Deftiges und Süßes ließen sich die Besucher zur Musik des Spielmannszuges „Old Reinfelder Jungs“ und des Shantychors Neuengörs schmecken, der einmal mehr ein „Heimspiel“ in Reinfeld hatte. Leider verpassten viele Besucher den Allround-Musiker „Kuersche“, der als One-Man-Band einst im Vorprogramm von „Fury in the Slaughterhouse“ für Begeisterung gesorgt hatte und in Reinfeld eine außerordentliche musikalische Vielfalt präsentierte.

Aus den Tiefen des Karpfenteichs: Flaschen, Fahrräder und Schilder
Es ist schon erstaunlich, was der Herrenteich alles preisgibt, wenn das Wasser erst einmal durch den Mönch abgeflossen ist. Flaschen in allen Größen, die von Cola bis Baileys so ziemlich alles zum Inhalt hatten, fanden sich im Bereich der Promenade. Ob sie die Überbleibsel sommerlicher Trinkgelage sind, oder einzig beim Karpfenfest geleert wurden, ließ sich leider nicht ermitteln.

Wer schmerzlich ein Fahrrad vermisst, hätte am Sonntag genauer hinschauen müssen, denn mit dem abgelassenen Wasser gab der Herrenteich auch ein Fahrrad frei. Dieses schien auf den ersten Blick heil zu sein. Die Farbe: Schlammgrau.

Sogar ein Teil der letzten Baustellenausstattung kam zum Vorschein, für die sich Bauhof-Mitarbeiter Klaus Haska, der privat beim Abfischen half, in den Schlamm des Herrenteichs stürzte. Ein noch gut erhaltenes Schild mit Baustellen-Zeichen und die erlaubte Geschwindigkeit holte er selbstlos aus dem schmutzigen Grau. Da soll noch mal jemand behaupten, freitags ab 12 Uhr arbeiteten Mitarbeiter der Stadt nicht mehr. pd

Petra Dreu

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