Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Absage für Klein-Windrad
Lokales Stormarn Absage für Klein-Windrad
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:28 29.03.2019
Andreas Wittmaack zeigt, wie die Anlage aussähe. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Gegenwind für das Klein-Windrad in Bargteheide: Der Bargteheider Ausschuss für Planung und Verkehr hat den Plänen von Bio-Bäcker Andreas Wittmaack, über ein Klein-Windrad auf seinem Grundstück im Gewerbegebiet Ökostrom zu erzeugen, am Donnerstag eine Absage erteilt. Bei fünf Befürwortern und sieben Gegenstimmen fand sein Antrag auf Prüfung keine Mehrheit. Der Bebauungsplan hätte dahingehend geändert werden müssen, dass statt 12,5 Meter 30 Meter Höhe bei Masten erlaubt wären. Viele Anlieger waren erschienen, die sich gegen die Pläne wehrten und eine Unterschriftenliste übergaben. Wittmaack kündigte an, weiter für die Umsetzung seines Projekts kämpfen zu wollen.

Andreas Wittmaack erläuterte seine Wind-Pläne. Quelle: Bettina Albrod

Zuvor hatte Wittmaack seine Pläne noch einmal erläutert. „Als Bio-Bauer strebe ich an, möglichst ökologisch zu arbeiten“, erklärte er. Über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach seiner Bäckerei erzeuge er Solarstrom, über ein kleines Windrad von 27,5 Meter Höhe wolle er nun auch nachts alternative Energie erzeugen, um damit seine Maschinen anzutreiben. „Überschüssiger Windstrom soll dazu genutzt werden, meinen Fuhrpark aus Elektrofahrzeugen zu versorgen.“ Damit könne er sich autark aus alternativer Energie versorgen. Laut Lärmgutachten lägen die Werte weit unter den Grenzwerten. Auch der Schlagschatten sei kein Problem, weil er auf das eigene Grundstück und die Straße falle. Damit, so Wittmaack, könne er einen aktiven Beitrag dazu leisten, in Bargteheide CO2 einzusparen. „Meine Nachbarn sind dafür und haben das unterschrieben.“ Sein Konzept sei beim Thema Klimaschutz ein kleiner, sinnvoller Baustein mit Modellcharakter.

Viel Lob für das innovative Konzept

Die Ausschussmitglieder gaben ihm Recht und lobten übereinstimmend Wittmaacks Engagement und den Mut zur Innovation. Allerdings konnten CDU, FDP und die Wählergemeinschaft WfB seinem Antrag nicht folgen. „Wir begrüßen neue Ideen und möchten in einem Bebauungs-Plan auch Ausnahmen zulassen“, erläuterte Sven Meding (CDU). „Wir müssen aber zwischen Anliegerinteressen und dem Wunsch des Antragstellers abwägen.“ Da im Gewerbegebiet Werkswohnungen seien, viele Nachbarn sich durch ein Windrad belästigt fühlten und die Änderung der zulässigen Masthöhe im Gewerbegebiet dazu führen könnte, dass weitere Klein-Windräder gebaut würden, sei die CDU dagegen. Ebenso sahen es FDP und WfB.

So eine Kleinwindanlage möchte Wittmaack bauen. Quelle: ST

Die Grünen und Teile der SPD unterstützten Wittmaacks Antrag. „Wenn wir weg wollen von fossilen Brennstoffen, müssen wir alternative Wege finden“, mahnte Dr. Klaus Witt (Grüne). „Wir müssen auch Signale setzen.“ Seine Parteikollegin Dr. Ruth Kastner gab zu bedenken, dass Wittmaacks Plan ein vorbildliches Pionierprojekt sei, das die aktuellen Forderungen der Schülerdemos erfülle und Bargteheide zu einer Stadt mit Modellcharakter mache. „Autos oder eine Ölheizung erzeugen mehr Infraschall als ein kleines Windrad“, widersprach sie Stadtvertreter Gerhard Artinger (WfB), der zuvor deswegen Bedenken geäußert hatte. Klaus Mairhöfer, der als bürgerliches Mitglied im Ausschuss sitzt, merkte an, dass Hundegebell lauter sei als das Windrad.

Gegner übergaben Unterschriftenliste

Zur Sitzung des Ausschusses waren auch Anlieger aus dem Gewerbegebiet erschienen, die dem Ausschussvorsitzenden Torsten Frehe (CDU) eine Sammlung von 161 Unterschriften gegen Wittmaacks Pläne überreichten. Sie beschwerten sich teilweise darüber, dass sie von Wittmaack über sein Vorhaben nicht informiert worden seien. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (parteilos) wollte die Wogen glätten und wies darauf hin, dass das Thema Windkraft in Bargteheide emotional besetzt sei – Pläne zu einem Bürgerwindpark am Glindfelder Weg waren vor Jahren an der heftigen Gegenwehr einer Bürgerinitiative gescheitert. „Wir könnten den Antrag zurückstellen und Experten zum Thema einladen“, schlug sie vor. Doch die Ausschussmitglieder wollten Entscheidungen und stimmten gegen das Klein-Windrad ab.

Wittmaack kämpft weiter

Andreas Wittmaack will sich nicht geschlagen geben. „Ich will weitermachen“, erklärte er nach der Sitzung, „mein Projekt stößt auf bundesweites Interesse und ist zukunftsweisend. Ich gehe an die Öffentlichkeit.“ Viele Medien, darunter auch das Fernsehen, hätten Interesse an dem bisher einmaligen Konzept gezeigt. „Wo soll man ein Klein-Windrad bauen, wenn nicht in einem Gewerbegebiet?“, fragte Wittmaack. Nicht weit weg stehe schließlich auch ein Funkmast. „Es gibt Dieselverbote, unsere Kinder gehen für Klimaschutz auf die Straße, aber hier hat man Angst vor Neuem.“ Für ihn sei das ökologische Wirtschaften eine Überzeugung. „Ich lasse mich rechtlich beraten, wir haben noch viele Ideen“, kündigte Wittmaack an.

Bettina Albrod

Am Sonntagnachmittag griff ein großer schwarzer Hund zwei Mädchen auf ihren Ponys auf einem Feldweg in Jersbek an. Die Hundebesitzer griffen nicht ein und werden jetzt von der Polizei gesucht.

29.03.2019
Stormarn Girls’ & Boys’ Day 2019 - Jungs am Kochpott, Mädchen am Hammer

Beim Girls’ & Boys’ Day am Donnerstag schnupperten viele Schüler in geschlechteruntypische Berufe rein.

28.03.2019

Die Ausstellung, die alle zwei Jahre 100 regionale Künstler vorstellt, öffnet sich 2020 auch für Hamburg und die Region.

28.03.2019