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Stormarn Angelika Karrasch geht von Bord
Lokales Stormarn Angelika Karrasch geht von Bord
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12:14 24.10.2018
Noch ist Angelika Karrasch umringt von ihren Kindergarten-Kindern. Doch in ein paar Tagen geht sie von Bord der "Arche Noah" Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

 Eigentlich hatte Angelika Karrasch ihre 40 Dienstjahre bei der Kindertagesstätte „Arche Noah“ noch voll machen wollen – doch dann kam alles ganz anders und ganz schnell. „Wir sind im Urlaub immer gern an den Bodensee gefahren und hatten schon lange den Plan, uns dort im Rentenalter niederzulassen“, so die scheidende Kita-Leiterin. Nun hat ihr Mann Helmut aber bereits jetzt das passende Domizil am Bodensee gefunden. „Am Wochenende ziehen wir daher schon um“, ist Angelika Karrasch einerseits aufgeregt, aber andererseits auch wehmütig, verlässt sie die „Arche Noah“ nun nach 39 Jahren, von denen sie knapp zwanzig Jahre die Leitung innehatte. „Das war schon eine schöne Zeit, die ich sicher vermissen werde“, gibt sie zu.

Nach 39 Jahren wechselt die Leitung der ev.-luth. Kindertagesstätte „Arche Noah“ in der Salinenstraße. Angelika Karrasch geht in Rente, Claudia Junk übernimmt ihr Amt.

Nach zweijähriger Ausbildung zur Erzieherin mit Vorpraktikum und Anerkennungsjahr fing die gebürtige Rümpelerin beim – damals noch – „Kindergarten in der Salinenstraße“ an. Damals hatte sich gerade der Wechsel von rein gleichaltrigen Gruppen zu Gruppen mit Kindern aller Altersstufen von drei bis sechs Jahren vollzogen. „Vorab gab es für jedes Alter unterschiedliche Stuhlgrößen, die wurden dann abgeschafft“, kann sich Angelika Karrasch noch erinnern. Überhaupt hat sich im Laufe der Jahre in Sachen Kindergarten / Kindertagesstätte einiges verändert, was sie direkt miterlebt hat. So mussten die Kinder damals bei Aufnahme dreieinhalb Jahre alt und trocken sein, heute ist allein die Vollendung des dritten Lebensjahres Voraussetzung. Und auch den vorgeschriebenen Mittagsschlaf für die Ganztags-Betreuten gibt es nicht mehr.

Ein schlimmes Jahr

Ein schlimmes Jahr war 1999 für Angelika Karrasch und ihren zehnköpfigen Mitarbeiterstamm. „Damals sollte der Kindergarten geschlossen werden, wir hatten sogar schon vorläufige Kündigungen bekommen“, weiß sie noch. Eine eilends gegründete Elterninitiative aber verhinderte die Schließung. Nach der Rettung bekam die Kindertagesstätte dann den Namen „Arche Noah“ – passend zur Rettung. „Bei solch einem Namen musste natürlich auch ein Schiff her ! Dazu haben wir erst über RSH eine Anfrage gestartet und sind dann gemeinsam mit Pastor Volker Hagge, Mitarbeitern und Eltern nach Hamburg gefahren, um das angebotene Spielgerät zu begutachten“, erinnert die damals frischgebackene Leiterin sich gern an dieses Abenteuer. Seitdem stand das Holzboot auf dem Außengelände, 2014 wurde das inzwischen morsch gewordene Objekt noch einmal restauriert, wurde dann aber 2018 doch durch ein neues modernes ersetzt. „Das hat sogar eine Reling“, strahlt Karrasch, die inzwischen seit über zwanzig Jahren in der Kreisstadt lebt und jetzt Schiff, Kita und Wohnort verlässt.

Besondere Verabschiedung

Von der Kirchengemeinde wurde sie jetzt mit einem besonderen Gottesdienst, einem Spalier von jetzigen und ehemaligen Kiga-Kindern verabschiedet und erhielt neben dem obligatorischen Blumenstrauß noch ein ganz besonderes Geschenk: „Ich habe einen Gutschein von einem Restaurant in meinem neuen Wohnort bekommen – auf den Besuch dort freue ich mich schon“, war von dieser Überraschung besonders gerührt.

Die neue Arche-Leiterin

Claudia Junk heißt „die Neue“. Bereits ab kommender Woche wird die 38-jährige die Geschicke der „Arche Noah“ steuern. Die Mutter zweier Kinder hat vorab neun Jahre in der Kita Am Masurenweg gearbeitet, dabei auch Krippenerfahrung gesammelt und die letzten fünf Jahre die stellvertretende Leitung innegehabt. Die ausgebildete Mezzosopranistin und leidenschaftliche Motorradfahrerin aus Seth freut sich auf ihr neues familiäres Team und hofft: „Dass wir mit Kollegen Kindern und Eltern gemeinsam einen guten Weg beschreiten !“ sf

Sandra Freundt

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