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Stormarn Adebar hat Nienwohld wieder entdeckt
Lokales Stormarn Adebar hat Nienwohld wieder entdeckt
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18:10 23.05.2015
Thomas Rath, Carsten Hack, Thomas Manke und Birgit Jessen freuen sich über Nienwohlds erstes Storchenpaar, das fotoscheu ist. Quelle: Albrod
Nienwohld

Zum ersten Mal seit Jahren hat Nienwohld wieder ein Storchenpaar: In der Schulstraße hat es vor zehn Tagen einen Horst auf einem stillgelegten Strommast bezogen. Möglich gemacht hat das der Einsatz von Bürgermeister Thomas Manke, einigen Anliegern und Stromversorger SH Netz-AG.

„Wir haben beobachtet, dass das Storchenpaar ein paar Mal versucht hat, auf dem Mast ein Nest zu bauen“, schildert Bürgermeister Manke die Anfänge. Doch Äste und Zweige, die die Tiere herbei schafften, seien immer wieder fortgeweht worden. Um den Vögeln die Ansiedlung zu erleichtern, besorgten sich ein paar Bürger beim Naturschutzbund einen Horst nebst Bauanleitung. „Wir haben zwei Paletten als Podest angebracht und darauf einen Weidenkorb montiert“, berichtet Manke, der einen Dachdecker mit Leiter-Erfahrung im Team hatte. „Zehn Minuten später haben die Vögel angefangen, das Nest zu polstern.“ Weil die Nienwohlder Storchenfreunde nicht wussten, ob die Stromleitung sicher war, riefen sie beim Stromversorger an, um die Leitung prüfen zu lassen. „Eine halbe Stunde nach dem Anruf waren schon zwei Monteure da“, betont Initiatorin Birgit Jessen. „Sie haben geprüft, ob noch Strom auf der Leitung ist, und sie haben das Kabel zusätzlich geerdet.“

„Wir engagieren uns schon lange für den Vogelschutz“, erläutern Thomas Rath und Carsten Hack von der SH Netz AG. „Dafür arbeiten wir eng mit dem Nabu zusammen.“ 380 000 Euro sind in den letzten Jahren in Vogelschutzvorrichtungen investiert worden. Dazu gehören Büschelabweiser, Vogelsitzstangen oder Vogelschutzhauben, die den Großvögeln die sichere Landung auf Masten ermöglichen „In unserer Ausbildungswerkstatt in Rendsburg werden beispielsweise Aufhänger für die Horste hergestellt“, ergänzt Rath. „Außerdem unterstützen wir den Nabu im Herbst mit Hubwagen bei der Reinigung der Nester.“ Mehr als 60 Storchennester seien in Schleswig-Holstein von den Mitarbeitern schon errichtet worden. Die Stromkabel in Nienwohld führen keinen Strom mehr. „Die Leitungen bleiben nur aus statischen Gründen bestehen“, so Rath. „Der Strom fließt hier unterirdisch.“

Über den Einzug von Adebar jubelt nun das ganze Dorf. „In der Schulstraße gucken wir immer, ob die Störche da sind“, erzählt Birgit Jessen. „Die Henne sitzt meist auf dem Nest und sieht über den Rand. Die ganze Schulstraße beobachtet die Vögel.“ Nahrung finden sie im Naturschutzgebiet rundum reichlich. „Wir haben hier so viele Kraniche, dass wir den Kranich in unser Wappen aufgenommen haben“, sagt Manke. Der Storch ist noch ein seltener Gast, fotoscheu lässt er sich beim Pressetermin nicht blicken. „Aber sie brüten“, versichert Birgit Jessen. „Damit hat Nienwohld die höchste Zahl Störche pro Einwohner“, ergänzt Manke. 450 Menschen leben im Ort.

ba

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