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Stormarn Ärger um Grundstücke im Gewerbegebiet
Lokales Stormarn Ärger um Grundstücke im Gewerbegebiet
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20:10 11.07.2014
„Herr Knötig handelt offen und ehrlich.“ Lorenz Hartwig, Bauausschuss
Reinfeld

„Das Bordell kommt nicht, jedenfalls nicht, solange ich das Sagen in der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn habe“. Entschieden wendet sich deren Chef Norbert Leinius gegen den Vorschlag der Stadt Reinfeld, auf einem Grundstück der Aufbaugesellschaft (WAS), ein Bordell zuzulassen.

Hinter den Kulissen muss es Irritationen gegeben haben zwischen Stadt und Wirtschaftsförderern, nachdem Leinius zum Jahreswechsel einen Brief von Hans Knötig aus dem Württembergischen bekommen hatte. Seit 22 Jahren versucht der Mann vergeblich, sein Grundstück mit der Adresse Barnitzer Straße 2 zwischen Kleingärten und Markant-Markt zu vermarkten. Noch im vergangenen Jahr wäre ihm das fast gelungen, als er dort einen Saunaclub beantragte. Allerdings scheiterte das Unterfangen am Widerstand der Anlieger.

Nach dem Beschluss der Stadt, ein Stück weiter an der Ecke Barnitzer Straße/Im Weddern ausdrücklich Bordelle, Sexshops und Vergnügungsstätten zuzulassen, „hätte ich einen Investor für einen solchen Betrieb gehabt“, bedauert Knötig die Absage der Stormarner Wirtschaftsförderer auf seinen Antrag.

Knötig ist auf Leinius und die Reinfelder Stadtverwaltung gleichermaßen sauer. Falsche Versprechungen seien ihm über Jahre gemacht worden. Die Grundstücksbesitzer neben der Autobahn würden ungleich behandelt. Für den Bau des neuen Supermarktes in Nähe seines eigenen Grundstückes sei alles getan worden, „aber mich hat niemand gefragt“. Dabei wollte Knötig nicht immer auf seinem Grundstück einen Puff errichten. 2007 etwa wollte er einen Lebensmittel-Discounter mit Bäckerei bauen. Sein Antrag wurde wegen einer Veränderungssperre in diesem Gebiet nach Jahren des Wartens abgelehnt. Ebenso ein Vorhaben, das Grundstück als Wohnland zu verwerten. Als er sich beschwerte, dass im benachbarten Kleingartenareal illegal errichtete Wochenendhäuser ständen , erhielt er wiederum eine Abfuhr. Er müsse schon nachweisen, dass er dadurch in seinen Rechten verletzt werde. Erst dann könne die Behörde tätig werden, heißt es in der Antwort der Bauaufsicht des Kreises Stormarn, die den LN vorliegt.

„Wir haben immer versucht, eine gemeinsame Lösung zu finden, was jedoch stets an einer Verhinderungsplanung scheiterte“, beklagt Hans Knötig. Ein Vorwurf, den Stephan Kruse von der Reinfelder Bauabteilung nicht hinnimmt: „Wir hatten Vorhaben schon genehmigt. Er hat sie aber nicht umgesetzt. Er hat Möglichkeiten verstreichen lassen.“ Doch Knötig handele nach Meinung des Reinfelder Bauausschussvorsitzenden Lorenz Hartwig offen und ehrlich. „Wenn er jetzt den Antrag auf ein ganz normales Hotel gestellt hätte“, wäre ihm das möglicherweise genehmigt worden“, sagt Hartwig. Dann hätte es wohl kaum eine Möglichkeit gegeben, die Umwandlung in ein Bordell zu verhindern.

Das ist genau die Furcht, die Wirtschaftsförderer Leinius derzeit umtreibt. Für die unmittelbare Nachbarschaft auf der von Reinfeld zugelassenen Fläche für Vergnügungen aller Art habe er einen ernsthaften Interessenten, der eine Garantie dafür verlange, dass neben seinem Betrieb kein Bordell entstehe. „Das muss Reinfelds Bürgermeister schnell entscheiden“, sagt Leinius, weil der Bewerber sonst doch noch abspringe.

Inzwischen, räumt Leinius ein, habe Reinfeld seinen Irrtum bei der Freigabe des Geländes eingeräumt. Dass die Stadt nun ein anderes Gebiet oder Gelände zur Spielwiese ausweisen müsse, sehen allerdings weder Baubereichsleiter Kruse noch der Ausschussvorsitzende Hartwig. Beide erklären, die Stadt sei ihrer Verpflichtung nachgekommen, entsprechende Flächen vorzuhalten.

Doch es gibt auch Hoffnung für Knötig, sein Grundstück dennoch verwerten zu können: Der jüngste Vorschlag, nach Ablauf des Pachtvertrages zwischen Stadt und Kleingartenverein aus dessen Gelände ein preiswertes Wohngebiet zu machen. „Deshalb müssen wir prüfen“, sagt Ausschussvorsitzender Hartwig, „ob wir angrenzende Grundstücke einbeziehen“. Die Barnitzer Straße 2 ist so ein Grundstück.

Uwe Krog

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