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Stormarn Die Treppe ins Nichts
Lokales Stormarn Die Treppe ins Nichts
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15:15 21.03.2019
Die Treppe im Ahrensburger Rathaus führt ins Nichts. Quelle: Bettina Albrod
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Ahrensburg

Das Ahrensburger Rathaus, das seit 2013 unter Denkmalschutz steht, hat eine Kuriosität aufzuweisen: Wer im ersten Stock von der Halle aus die Treppe hochgeht, steht nach der ersten Biege vor einer Wand. Denn die weiße Marmortreppe führt ins Nichts. Grund ist die ursprüngliche Planung des Architekten Karl-Heinz Scheuermann, der hier eine Verbindung zu einem Anbau schaffen wollte.

„Die Treppe im Ahrensburger Rathausfoyer, die derzeit ins Nichts führt, war der geplante Übergang zu einem Trakt, der im dritten Bauabschnitt noch an das Rathaus angefügt werden sollte, es aber nie wurde“, erläutert Ahrensburgs Archivarin Dr. Angela Behrens. Im Architektenmodell von Scheuermann aus dem Wettbewerb 1966/67 sei der Anbau aufgeführt gewesen, schon im Ausführungsmodell aber nicht mehr enthalten und in der Folge beim Bau auch nicht realisiert worden. Im Stadtarchiv Ahrensburg gibt es eine Planskizze, auf der der geplante Anbau noch zu sehen ist. „An seiner Stelle, und zwar auch im wörtlichen Sinn, ist dann die Bücherei in den 1980ern gebaut worden, ein anderer Baukörper als der von Scheuermann ursprünglich geplante“, so Dr. Angela Behrens.

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Hier ist Schluss. Quelle: B.Albrod

Der geplante Übergang wurde für die Stadtbücherei, die zunächst als Mehrzweckhalle für Aufführungen geplant war, dann nicht realisiert. Da war die Treppe ins Nichts aber schon fertig. Wenn es Gleis 9 ¾ bei Harry Potter wäre, käme man vielleicht weiter, wenn man nun mit Anlauf gegen die Wand liefe ...

Bettina Albrod

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