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Stormarn Shuttle und E-Roller: Ahrensburg plant das Gewerbegebiet der Zukunft
Lokales Stormarn Shuttle und E-Roller: Ahrensburg plant das Gewerbegebiet der Zukunft
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13:26 19.11.2019
Wird vielleicht zum Vorzeigeprojekt: das Gewerbegebiet Beimoor-Süd II in Ahrensburg. Quelle: mc
Ahrensburg

Noch ist es nur eine Vision, doch aufgrund der immer schneller werdenden technischen Entwicklung ist das Gewerbegebiet der Zukunft vielleicht gar nicht mehr so weit weg. Auf einer Veranstaltung des schleswig-holsteinischen CDU-Wirtschaftsrates bei der Firma Edding in Ahrensburg war auch gar nicht mehr von Gewerbegebiet Beimoor-Süd die Rede, sondern von „Beimoor-Valley“. Das klingt auch gleich mehr nach kalifornischer Ideenschmiede als nach Firmenansiedlung im Hamburger Nordosten.

Mehrere Vordenker aus der Mobilitäts- und Immobilienbranche stellten ihre Ideen für ein Gewerbegebiet 2030 vor. Und wer weiß, so der Tenor am Ende, vielleicht wird Beimoor-Süd ein nationales oder gar internationales Leuchtturmprojekt. Bis dahin ist es natürlich ein weiter Weg. Doch im Zuge der Entwicklung des Gebiets (21 Hektar für Firmenansiedlungen) können bereits erste Weichen gestellt werden. Das Areal heißt genau genommen Beimoor-Süd II und schließt am bestehenden Gebiet Beimoor-Süd an.

Mit Bahn und Bus zum Job

Im Rahmen der Erschließung hat zumindest der Kreis Stormarn im Zuge der Klimaschutzdebatte schon mal beschlossen, die Kosten für den Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu übernehmen. Dieser soll es Pendlern ab Dezember ermöglichen, ohne Auto und nur mit Bahn und Bus zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. Das größte Problem sei dabei die Unpünktlichkeit der Bahn, meint dazu etwa der Stormarner CDU-Landtagsabgeordnete Lukas Kilian aus Glinde.

Edding-Personalchef René Meyer stellte das Ahrensburger Unternehmen vor – und betonte den Stellenwert der Mobilität. Quelle: hfr

Eine schlechte Koordination zwischen Bus- und Bahnanbindung, eine niedrige Taktung des ÖPNV und lange Fahrtwege kritisierte zudem Ahrensburgs neue Klimaschutzmanagerin Imke Lehmann. Ihr schwebt daher eine neue Mobilität vor und nennt als einige Stichworte einen Bürgerbus, Autonomes Fahren, Car-Sharing, Mitfahrportale, aber auch sogenannte Clever-Shuttle-Dienste wie Moia oder Ioki.

Virtuelle Haltestellen für Elektrobusse

Moia ist der mobile Fahrdienst von Volkswagen, der bereits in Hamburg mit 100 Autos am Start ist und dort das Taxi-Gewerbe herausfordert. Per App lässt sich ein Fahrzeug zu einer bestimmten – virtuellen – Haltestelle bestellen, die Bezahlung erfolgt ebenfalls online. In Bezug auf das Beimoor-Valley könnten also künftig Beschäftigte aus Hamburg auf das eigene Auto verzichten und täglich Richtung Ahrensburg mit Moia-Bussen pendeln, die selbstverständlich elektrisch angetrieben werden.

Loki ist ein ähnliches Projekt der Deutschen Bahn, auf das auch die Stormarner Kreisverwaltung bereits aufmerksam geworden ist. In Hamburg haben die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) dieses neue öffentliche On-Demand-Angebot (auf Bestellung) vor einem Jahr in einigen Stadtteilen eingeführt und nun Interesse signalisiert, das System auch im ländlichen Raum zu testen.

S-Bahn reißt alle Zielmarken

Die Arbeitgeber im bestehenden Gebiet Beimoor-Süd I setzten sich bereits gemeinsam für bessere Verkehrsverbindungen ein, erklärt Edding-Personalleiter René Meyer – „allerdings mit mäßigem Erfolg“. Die Bahnhaltestelle sei positiv, die konkreten Verkehrsangebote dagegen suboptimal. Dazu der Landtagsabgeordnete Lukas Kilian: „Wir zählen gerade die Pünktlichkeiten der Deutschen Bahn auf allen Strecken. Die S-Bahn nach Ahrensburg reißt leider ständig alle Zielmarken.“

Lars Osterhoff, Vorsitzender des Jungen Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein, betont: „Bei hohen und weiter steigenden Baukosten hängt die Rentabilität von Investitionen auch von schlüssigen Mobilitätskonzepten ab. Diese senken die weichen Mietnebenkosten für die Nutzer der Immobilien und steigern dadurch ihren Wert.“

Von der Bahn auf den Elektroroller

Torben Bursinski ist Produktmanager bei Intelligent Apps, die Mobilitätsdienste verknüpft und inzwischen ein Joint Venture von Daimler und BMW ist. Er empfiehlt dem Beimoor-Valley einen funktionsfähigen Knotenpunkt, wo Pendler von der Bahn bequem und sicher auf Fahrräder oder Roller „oder andere moderne, klimafreundliche Gefährte umsteigen können“.

Osterhoff möchte aber am liebsten noch weiterdenken: Warum nicht gleich die Infrastruktur für autonome Verkehrsmittel im Gebiet in der Planung berücksichtigen? „Nicht vor 2030 hinreichend marktreif“, heißt es dazu von den Fachleuten. Dennoch, so Osterhoff, solle jetzt gemeinsam an einem idealen Mobilitätskonzept gearbeitet werden, das nicht nur das neue Gewerbegebiet vorausschauend plant, sondern auch die Herausforderungen der bereits ansässigen Arbeitgeber zu lösen hilft.

Vertreter von Wirtschaft und Politik trafen sich in Ahrensburg zum Gedankenaustausch. Quelle: hfr

Von Markus Carstens

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