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Stormarn Ahrensburger Kandidaten im Wahlkampf-Modus
Lokales Stormarn Ahrensburger Kandidaten im Wahlkampf-Modus
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20:21 18.09.2015
Vor vollem Saal stellten sich die drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Ahrensburg den Fragen des Publikums. Quelle: Fotos: Bettina Albrod
Ahrensburg

Wer wird neuer Bürgermeister? Diese Frage bewegt die Ahrensburger, die am 27. September aufgerufen sind, ihre Stimme abzugeben. Unter derselben Überschrift stand auch die offizielle Vorstellung der drei Kandidaten durch die Stadt am Donnerstag im Alfred-Rust-Saal. „Sie zeigen mit Ihrem Kommen großes Interesse“, begrüßte Bürgervorsteher Roland Wilde die rund 200 Zuschauer und freute sich über die „Mitmachdemokratie“, auch wenn noch ein paar Zuschauer mehr in den Saal gepasst hätten. Amtsinhaber Michael Sarach (SPD), Herausforderer Jörg Hansen (Grüne) und der zweite Herausforderer Christian Conring (CDU) nutzten den Abend, um sich unter der Moderation von Jochen von Allwörden, Geschäftsführer des Städteverbandes Schleswig-Holstein, vorzustellen.

Michael Sarach hatte die Losnummer Eins und präsentierte sich als Verwaltungsfachmann und Insider: Als amtierender Bürgermeister kennt er die Abläufe im Rathaus besser als die beiden anderen Bewerber. Er verwies auf die vielen Anstöße zur Stadtentwicklung wie Masterplan Verkehr, Radwegekonzept, Gewerbekonzept oder Stadtentwicklungskonzept, die unter seiner Verantwortung auf den Weg gebracht wurden. „Haupt- und ehrenamtliche Verwaltung gehören zusammen“, betonte Sarach, der ankündigte, weiter Personal einsparen zu wollen. „Ich möchte die Verwaltung von 17 auf 13 Fachdienste verschlanken.“

Christian Conring zeigte sich als versierter Jurist und betonte, dass er die Finanzen der Stadt im Blick habe. „Ich bin Jurist und kein Verwaltungsfachmann“, grenzte er sich gegen Sarach ab. „Das aber bietet den Blick über den Tellerrand.“ Ein professionelles Stadtmarketing, bezahlbarer Wohnraum und eine Trendwende bei der sinkenden Gewerbesteuer sind seine Ziele, sollte er Verwaltungschef werden. Die Aufgabe eines Bürgermeisters sehe er darin, Motor der Verwaltung und Impulsgeber zu sein. „Ich will vom problemorientierten zum lösungsorientierten Auftreten kommen.“

Jörg Hansen ist IT-Fachmann und hat in Kiel ehrenamtlich in der Politik gearbeitet. „Mir geht es darum, die Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung zu verbessern und ein vernünftiges Arbeitsklima in der Stadt zu schaffen“, betonte er. Die Strukturen bei den Verwaltungsabläufen müssten verbessert werden, lange Bearbeitungszeiten und altmodisches Vorgehen seien nicht mehr zeitgemäß. „Ahrensburg braucht einen professionellen Internet-Auftritt.“ Erfahrung bringe er aus seiner Führungstätigkeit bei einer Krankenkasse mit.

Sarach und Conring bekannten sich klar zum Bau der S4 und wie auch Hansen zu einer Nordtangente. Der Lärmschutz für die Bürger sei ein Problem, gab Sarach zu bedenken, der seinen Vorschlag wiederholte, die Bahntrasse in der Stadt zwei Meter tiefer zu legen, um so die Lärmschutzwände zu umgehen. Auch ein Kino befürworten alle, sehen dessen Wirtschaftlichkeit aber noch nicht als erwiesen an. Gelegentlich teilte ein Kandidat Seitenhiebe gegen den anderen aus, aber die Differenzen hielten sich in Grenzen: „Das hier ist die siebente Wahlveranstaltung“, so Hansen, „wahrscheinlich kann jeder von uns schon den Lebenslauf des anderen vorstellen.“ Einigkeit bestand bei den Kandidaten darüber, dass die Flüchtlingsthematik kein Wahlkampfthema sei.

Dann durften die Zuhörer ihre Fragen loswerden. „Wir sind hier nicht bei einer Castingshow“, gab von Allwörden vorher die Regeln bekannt. „Bitte keine Statements, nur Fragen, und nichts, was unter die Gürtellinie geht.“ Die Zuhörer verloren keine Zeit, all diese Regeln sogleich mit Füßen zu treten. Die erste „kurze Frage“ wurde ein langes Statement, die zweite eine philosophische Frage, die erst auf Ahrensburgisch übersetzt werden musste. Ein Fragesteller outete sich als Mitglied der Bürgerinitiative „Beltretter“ und schwenkte als Symbol ein blaues Andreaskreuz. Als sich dann ein Besucher anschickte, unter die Gürtellinie zu gehen, griff Moderator von Allwörden ein; die Kandidaten blieben souverän.

„Wir sind hier nicht bei einer Castingshow.“
Jochen von Allwörden, Moderator

Bettina Albrod

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