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Stormarn Alltägliches wird Kunst
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18:00 21.11.2019
Axel Loytved: „Das war einmal ein Drucker." Quelle: Bettina Albrod
Trittau

Bei einer Vernissage auf dem Parkplatz zeigt der Künstler Axel Loytved Spaghettikunst im Kofferraum, er verwandelt einen Drucker in eine Skulptur, klebt Konfetti in geordneten Reihen auf oder malt mit unsichtbarer Farbe, die erst unter Licht in allen Regenbogentönen zu schillern beginnt. Der Skulpturen-Künstler, der in Hamburg lebt, macht aus Alltäglichem Kunst. Beispiele dafür sind jetzt in der Ausstellung „Thyschi Chåmbar“ zu sehen, die die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn in der Galerie Trittauer Wassermühle zeigt.

Unsichtbare Farbe

Ein Pappkarton hinkt durch den Raum, ein Möbelstück versteckt sich hinter buntem Putz, ein zermatschter Karton lehnt scheinbar müde an der Wand – Axel Loytved bedient sich an Alltagsgegenständen, die bei ihm das Alltägliche verlieren und zu Kunst werden. „Ich zeige das Wesen der Dinge, die in meinen Arbeiten ein Eigenleben entwickeln“, erläutert der Künstler seine Arbeitsweise. „Grundsätzlich sind die Gegenstände dem Betrachter vertraut, aber die Transformation bringt eine überraschende Wendung.“ Oft sind es einfache Prozesse, die den Müll, der Loytved inspiriert hat, verwandeln. Er nutzt Fundstücke von der Straße und Baustellenreste, die er künstlerisch bearbeitet. Damit kehrt er den Spruch „Ist das Kunst oder kann das weg?“ um – das Weggeworfene ist ihm Basis seiner Arbeit.

Axel Loytved hat unsichtbaren Lack benutzt, der unter dem Licht bunt wird. Quelle: Bettina Albrod

Papier, das sich in Pfützen auflöste, brachte ihn auf die Idee, mit Pappmaschee zu arbeiten und die Grundform zu überformen. Geraden und Winkel verschwinden weitgehend unter der Masse, die in weichen Kurven das Objekt bedeckt, das so eine neue Oberfläche bekommt, die die Bedeutung wandelt. „Viele Objekte sind schief, sie kommen aus dem Gleichgewicht“, so der Künstler, „dadurch wirken sie leicht psychedelisch.“ Dazu trägt auch der besondere Lackeffekt bei. Teils sind die Arbeiten bunt lackiert, teils wirken sie wie aus Metall. Erst unter dem Lichtstrahl beginnen sie farbig zu leuchten. Loytved zeige Kunstobjekte mit Charakter, betont Dr. Katharina Schlüter, Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn. „Das passt gut in das Jahresthema „Körper/Identitäten“.

Ausstellung im Kofferraum

Über das künstlerische Arbeiten hinaus ist Loytved, der 1982 in Bad Mergentheim geboren wurde, Mitgründer des Kunstvereins St. Pauli, der neue Wege geht, um Gegenwartskünstlern Raum für Ausstellungen zu eröffnen. „Drei Jahre lang haben wir einen Ausstellungsraum in unserer WG angeboten, wo der Künstler als Stipendium eine Woche lang ein Bett, eine Kaffeemaschine sowie einen Raum zur Ausstellung hatte.“ Seit die Wohnung weg ist, entwickeln die Künstler neue Formate des Ausstellens. „Wir waren mit einem Container auf Tour und haben die Kunstwerke bei anderen Vereinen gezeigt.“ Dann war es die Parkplatz-Ausstellung, wo die Fahrzeuge der Teilnehmer im Kofferraum oder auf dem Dach Kunst transportierten. Derzeit läuft die Aktion „Cage Match“ bei Planten und Blomen in Hamburg, wo Bauzäune zur Leinwand werden.

Aus Alltag wird Kunst. Quelle: ST

Den Betrachter erwartet ungewöhnliche Kunst, mit der sich Loytved, der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig studiert hat, einen Namen gemacht hat.

Die Ausstellung

Die Ausstellung in der Galerie Trittauer Wassermühle ist vom 23. November bis zum 5. Januar jeweils sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Am Sonntag, 15. Dezember, um 15 Uhr findet im Rahmen der Ausstellung ein Künstlergespräch mit Axel Loytved statt, moderiert von Nadine Droste, Direktorin Bielefelder Kunstverein.

Von Bettina Albrod

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