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Stormarn Als Freiwillige in Johannesburg
Lokales Stormarn Als Freiwillige in Johannesburg
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20:32 04.03.2014
Charlene war überwältigt von der Herzlichkeit „ihrer“ Kinder. Quelle: hfr
Barsbüttel

Ein Jahr lang arbeitete Charlene Meschke als Freiwillige in Südafrika. Heute berichtet die Studentin aus Barsbüttel von ihrer Arbeit in dem Mädchenheim „Eben“, 120 Kilometer südlich von Johannesburg.

Die Freiwilligenarbeit bestärkte sie in ihrem Berufsziel: Nach ihrer Rückkehr entschied sich Meschke für das Studium der kindlichen Frühförderung. Hier ihr Bericht:

„26 Mädchen leben in dem Kinderheim, in dem ich gearbeitet habe. Einige von ihnen sind mit dem HI-Virus infiziert. Zu meinen Aufgaben gehörten das Wecken der Kinder am Morgen und die Betreuung beim Frühstück, Mittag- und Abendessen. Alltagsaufgaben wie Waschen und Putzen mussten eingehalten werden. Nachmittags betreute ich die Mädchen bei ihren Hausaufgaben, gestaltete mit ihnen die gemeinsame Freizeit.

Ich stellte in meiner Kindergruppe eine wichtige Ansprechperson dar und gab ihnen Ratschläge auf jeglichem Gebiet. Ich genoss die Momente, wo mich die Kinder minutenlang umarmten oder wo wir zusammen einen Film schauten und ich ihnen das Gefühl geben konnte, gut aufgehoben zu sein. Ich genoss es außerdem, die Kinder in Dinge mit einzubeziehen, wenn es etwa darum ging, für ein Geburtstagskind Kuchen zu backen oder eine Reinigungsassistentin an ihrem Geburtstag mit Kuchen und einem gesungenen Lied zu überraschen. Es war einfach schön zu sehen, mit welcher Herzlichkeit die Kinder daran teilnahmen.

Das schönste Erlebnis mit den Mädchen war, als fünf Kinder aus meiner Gruppe das Kinderheim verließen, weil sie ihren Schulabschluss erreicht hatten. Das Positive daran war, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte, indem ich sie in den letzten Schulmonaten unterstützte. Nicht nur in schulischer Hinsicht, sondern auch in privaten Angelegenheiten. Manche Mädchen vertrauten mir bereits nach kurzer Zeit ihre Vergangenheit an. Sie erzählten, was mit ihnen passiert ist, warum sie im Kinderheim sind und wie sie sich dadurch verändert hätten.

Ein Mädchen vertraute mir besonders viel an. Bevor sie das Kinderheim verließ, schrieb sie mir einen langen Brief: Sie sei sehr dankbar dafür gewesen, dass ich so tief in sie hineingeschaut habe.

Mein Zuhören habe ihr bei der Verarbeitung des Erlebten geholfen. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich mir diesen Brief durchlese.

Es war unglaublich, wenn ich den Kindern eine kleine Freude machen konnte, weil sie mir so viel zurückgaben. Alle paar Tage bekam ich eine Zeichnung oder einen Brief, in dem stand, dass sie mich lieb haben. Wertschätzung wurde großgeschrieben. Noch heute habe ich Kontakt zu ihnen. Ich habe mir fest vorgenommen, die Kinder wieder zu besuchen. Manche werde ich aber wohl nicht wiedersehen.“

Nach dem Jahr in Südafrika hat Charlene Meschke ein Studium begonnen, um Frühförderung zu studieren. Sie befasst sich mit entwicklungsverzögerten oder von einer Behinderung betroffenen Kindern.

„Schon immer wollte ich etwas im sozialen Bereich machen und seit diesem Auslandsjahr bin ich mir sicher: Die Arbeit als Heimerzieherin kommt für mich sehr gut in Frage. Das ist das, was ich in Zukunft machen möchte.“

Hier können junge Leute sich als Freiwillige bewerben
Volunation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot über Freiwilligenprojekte bietet Volunation Workcamps in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas an.



• Internet:
www.Ausland.org.

LN

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